
Iran-gesteuerter Milizionär plädiert auf nicht schuldig: „Wir sind im Krieg“
Der irakisch-iranische Doppelstaatsbürger Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi soll Anschläge in Europa und den USA geplant haben – darunter ein Attentat auf Ivanka Trump. Vor Gericht zeigt er sich trotzig.
Am Montag platzte es aus Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi heraus. „Ich bin kein Verbrecher“, rief der 32-jährige irakisch-iranische Doppelstaatsbürger während seiner Anhörung vor einem Bundesgericht in Manhattan. „Wir befinden uns in einem Kriegszustand. Ihre Raketen töten unsere Kinder.“ Al-Saadi, den die USA als Kommandeur der proiranischen Kata’ib-Hizbollah-Miliz ansehen, ließ über seinen Anwalt auf nicht schuldig plädieren. Ihm wird unter anderem Verschwörung zur Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation vorgeworfen.
Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines weitverzweigten Terrornetzwerks. Al-Saadi, der laut iranischen Quellen enge Verbindungen zum 2020 getöteten Quds-Force-Kommandeur Qasem Soleimani pflegte, soll rund zwanzig Anschläge in Europa und den Vereinigten Staaten geplant haben. Besonders brisant: Er verfügte offenbar über Baupläne des Hauses von Ivanka Trump und soll vorgehabt haben, das Anwesen von Donald Trump niederzubrennen. Auch ein Angriff auf eine Synagoge in New York gehörte zu den mutmaßlichen Zielen. Türkische Sicherheitskräfte hatten Al-Saadi festgenommen, bevor er im Frühjahr an die USA ausgeliefert wurde.
Der Fall beleuchtet die anhaltende Schattenkriegsführung Irans. Aus Washingtoner Sicht ist Al-Saadi ein Instrument der iranischen Revolutionsgarden, die über Stellvertreter wie Kata’ib Hizbollah weltweit operieren. In Teheran wird die Miliz hingegen als legitime Widerstandsbewegung dargestellt. Die in der Anklage erwähnten Pläne gegen Ivanka Trump deuten auf ein mögliches Rachemotiv für die Tötung Soleimanis hin – auch wenn dieser Punkt in der offiziellen Mitteilung des Justizministeriums unerwähnt bleibt. Für europäische Sicherheitsbehörden ist der Fall ein Alarmsignal: Schon mehrfach vereitelten Ermittler in Deutschland, Österreich und der Schweiz Anschlagspläne mit iranischem Hintergrund. Die Causa Al-Saadi zeigt, dass solche Netzwerke auch vor Attacken auf symbolträchtige Ziele in westlichen Metropolen nicht zurückschrecken.
Der Prozess wird nun beleuchten, wie tief die Verstrickungen in die iranische Staatsführung reichen und ob es Mittäter in Europa gibt. Die trotzige Haltung des Angeklagten – er lächelte während der Verlesung der Vorwürfe mehrfach – verweist auf eine ideologische Überzeugung, die mit juristischen Mitteln allein kaum zu durchbrechen ist. Gleichzeitig dürften die USA die Gelegenheit nutzen, um Verbündete zu einem schärferen Vorgehen gegen iranische Schattennetzwerke zu drängen. Für Deutschland, das eine große iranische Diaspora beherbergt und als Transitland für Anschlagsplanungen diente, bleibt die Gefährdungslage ernst.
| Israelische Presse | −1.00 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | −0.80 | critical |
Die israelische Presse betont die Festnahme und den Prozess gegen ein Hisbollah-Mitglied, das Angriffe auf israelische und jüdische Ziele, darunter eine New Yorker Synagoge, geplant haben soll. Der Wutausbruch des Angeklagten im Gerichtssaal – 'Wir sind im Krieg' – wird als Beleg für eine laufende, vom Iran gesteuerte Terrorkampagne gewertet. Im Fokus steht die unmittelbare Bedrohung durch die Handlanger Teherans.
Die anglo-amerikanische Presse rückt das Gerichtsverfahren in den Vordergrund und vermerkt das Plädoyer auf nicht schuldig sowie die mögliche Ausweitung der Anklage. Der Fall wird als Terrorermittlung im Kontext der Stellvertreterkriegsführung Irans gegen die USA und ihre Verbündeten dargestellt. Der Ausbruch des Angeklagten wird erwähnt, aber nicht zu einer existenziellen Bedrohung aufgebauscht.
Die indischen Medien rücken das angebliche Mordkomplott gegen Ivanka Trump und den Plan, das Haus der Trumps niederzubrennen, in den Fokus – samt Bauplänen und dem Lächeln des Angeklagten im Gerichtssaal. Die Berichterstattung schürt die dramatische Konfrontation und stellt die Aussage des Beschuldigten, amerikanische Raketen töteten Kinder, den Terrorvorwürfen gegenüber, um eine pointierte moralische Erzählung zu schaffen.
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