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Wissenschaft & GesundheitMittwoch, 29. Juli 2026

Irreführende Sonnencreme-Videos: Onkologin Rasio weckt Widerspruch der Fachwelt

Ein virales Video mit falschen Behauptungen über Sonnenschutz und Autismus-Risiken stößt bei italienischen Medizinern auf scharfe Kritik – und führt zu Richtigstellungen durch Faktenchecks.

Eine in Italien viel beachtete Kontroverse entzündete sich an einem Instagram-Video der Onkologin und Forscherin Debora Rasio. Darin behauptete sie, die Sonne verursache kein Melanom und die dauerhafte Nutzung von Sonnencreme sei überflüssig, ja erhöhe womöglich das Hautkrebsrisiko. Sie berief sich auf eine Auswertung der UK Biobank mit 470.000 Personen. Das Video erreichte binnen kurzer Zeit Hunderttausende Aufrufe und löste einen Sturm der Entrüstung unter Onkologen, Dermatologen und Wissenschaftskommunikatoren aus. Paolo Ascierto, Präsident der Stiftung Fondazione Melanoma und international renommierter Onkologe, trat öffentlich gegen die Botschaft an: Die ultraviolette Strahlung dringe in die Hautzellen ein, verursache genetische Mutationen und sei die Hauptursache von Hautkrebs; Sonnenbrände verdoppelten das Lebenszeitrisiko für ein Melanom; Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 oder 50+ seien sicher und unverzichtbar.

Nach harscher Kritik veröffentlichte Rasio ein Antwortvideo, in dem sie ihre Aussagen verteidigte. Die zuvor geäußerten Richtigstellungen, wonach die von ihr zitierte Studie selbst das scheinbare Paradox – dass Vielnutzer von Sonnencreme häufiger an Hautkrebs erkranken – mit deren riskanterem Verhalten erkläre, wies sie als unbewiesene „Hypothesen“ zurück. Wie die Faktencheck-Plattform Open jedoch dokumentiert, stammen genau diese Erklärungen unmittelbar aus dem Originaltext der Studie, deren Autoren den korrekten Gebrauch von Sonnenschutz empfehlen. In demselben Video führte Rasio ein neues Thema ein: Sonnencremes während der Schwangerschaft begünstigten durch Vitamin-D-Mangel Autismus, ADHS und Schizophrenie bei Kindern. Sie zeigte zwei Studien – eine dänische Analyse aus dem Jahr 2025 und eine metabolische Untersuchung von 2024 –, die einen statistischen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und neurologischen Entwicklungsstörungen nahelegen. Keine dieser Arbeiten behandelt Sonnencremes, und beide betonen, dass kausale Schlüsse nicht zulässig sind.

Die Reaktionen der italienischen Ärzteschaft fielen deutlich aus. Ascierto sprach von verzerrten und teils offen falschen Botschaften; mehrere Mediziner kündigten an, den Fall dem Ärzteverband zu melden. Zugleich registrierte Ascierto eine ermutigende Entwicklung: Unter dem beanstandeten Video widerlegten zahlreiche Nutzer die Behauptungen eigenständig und verlangten Belege – ein Zeichen wachsender Medienkompetenz. Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften sehen sich in der Pflicht, die etablierte Evidenz zur Photoprotektion zu bekräftigen, während die Diskussion um die Glaubwürdigkeit ärztlicher Kommunikation in sozialen Netzwerken fortbesteht.

Divergenz — wer erzählt sie wie
44%Mittel
2 Blöcke · Positionen von −0.70 bis 0.00
KritischWohlwollend
EURALM
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.70critical
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00neutral
Kontinentaleuropäische Presse−0.70

The Italian press reports with alarm that oncologist Debora Rasio's viral video claiming sunscreens cause melanoma is scientifically unfounded. The medical community denounces it as dangerous misinformation, emphasizing that sunscreens protect against skin cancer. The article highlights the media storm and the anger of colleagues.

AlarmEmpörung
Arabische Levante-Maghreb-Presse0.00

Maghreb media discuss the trade-off of sunscreen use in summer, highlighting that overuse can limit vitamin D synthesis. The advice is to balance exposure and protection to avoid vitamin deficiencies, without mentioning the melanoma controversy.

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Irreführende Sonnencreme-Videos: Onkologin Rasio weckt Widerspruch der Fachwelt

Ein virales Video mit falschen Behauptungen über Sonnenschutz und Autismus-Risiken stößt bei italienischen Medizinern auf scharfe Kritik – und führt zu Richtigstellungen durch Faktenchecks.

Eine in Italien viel beachtete Kontroverse entzündete sich an einem Instagram-Video der Onkologin und Forscherin Debora Rasio. Darin behauptete sie, die Sonne verursache kein Melanom und die dauerhafte Nutzung von Sonnencreme sei überflüssig, ja erhöhe womöglich das Hautkrebsrisiko. Sie berief sich auf eine Auswertung der UK Biobank mit 470.000 Personen. Das Video erreichte binnen kurzer Zeit Hunderttausende Aufrufe und löste einen Sturm der Entrüstung unter Onkologen, Dermatologen und Wissenschaftskommunikatoren aus. Paolo Ascierto, Präsident der Stiftung Fondazione Melanoma und international renommierter Onkologe, trat öffentlich gegen die Botschaft an: Die ultraviolette Strahlung dringe in die Hautzellen ein, verursache genetische Mutationen und sei die Hauptursache von Hautkrebs; Sonnenbrände verdoppelten das Lebenszeitrisiko für ein Melanom; Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 oder 50+ seien sicher und unverzichtbar.

Nach harscher Kritik veröffentlichte Rasio ein Antwortvideo, in dem sie ihre Aussagen verteidigte. Die zuvor geäußerten Richtigstellungen, wonach die von ihr zitierte Studie selbst das scheinbare Paradox – dass Vielnutzer von Sonnencreme häufiger an Hautkrebs erkranken – mit deren riskanterem Verhalten erkläre, wies sie als unbewiesene „Hypothesen“ zurück. Wie die Faktencheck-Plattform Open jedoch dokumentiert, stammen genau diese Erklärungen unmittelbar aus dem Originaltext der Studie, deren Autoren den korrekten Gebrauch von Sonnenschutz empfehlen. In demselben Video führte Rasio ein neues Thema ein: Sonnencremes während der Schwangerschaft begünstigten durch Vitamin-D-Mangel Autismus, ADHS und Schizophrenie bei Kindern. Sie zeigte zwei Studien – eine dänische Analyse aus dem Jahr 2025 und eine metabolische Untersuchung von 2024 –, die einen statistischen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und neurologischen Entwicklungsstörungen nahelegen. Keine dieser Arbeiten behandelt Sonnencremes, und beide betonen, dass kausale Schlüsse nicht zulässig sind.

Die Reaktionen der italienischen Ärzteschaft fielen deutlich aus. Ascierto sprach von verzerrten und teils offen falschen Botschaften; mehrere Mediziner kündigten an, den Fall dem Ärzteverband zu melden. Zugleich registrierte Ascierto eine ermutigende Entwicklung: Unter dem beanstandeten Video widerlegten zahlreiche Nutzer die Behauptungen eigenständig und verlangten Belege – ein Zeichen wachsender Medienkompetenz. Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften sehen sich in der Pflicht, die etablierte Evidenz zur Photoprotektion zu bekräftigen, während die Diskussion um die Glaubwürdigkeit ärztlicher Kommunikation in sozialen Netzwerken fortbesteht.

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The Italian press reports with alarm that oncologist Debora Rasio's viral video claiming sunscreens cause melanoma is scientifically unfounded. The medical community denounces it as dangerous misinformation, emphasizing that sunscreens protect against skin cancer. The article highlights the media storm and the anger of colleagues.

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