
Israel erklärt den gesamten Südlibanon zur Kampfzone und vertreibt Hunderttausende
Trotz der seit April geltenden Waffenruhe weitet Israel seine Bodenoffensive massiv aus. Die Stadt Tyros wird evakuiert, die USA-Iran-Verhandlungen geraten unter Druck.
Das israelische Militär hat seine Bodenoffensive im Südlibanon drastisch ausgeweitet. Am Mittwoch erklärte die Armee das Gebiet südlich des Zahrani-Flusses – rund vierzig Kilometer von der Grenze entfernt – zur „Kampfzone“ und ordnete die vollständige Räumung der Küstenstadt Tyros mit ihren fast zweihunderttausend Einwohnern an. Dieser Schritt geht weit über den Litani-Fluss hinaus, der zuvor als informelle Grenzmarke für Israels Sicherheitszone gedient hatte, und erzwingt faktisch die Entvölkerung des gesamten südlichen Landesteils. Der Evakuierungsbefehl wurde von einer der schwersten Luftangriffswellen seit Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe Mitte April begleitet; libanesische Sicherheitskreise meldeten mehr als einhundertzwanzig Bombardements an einem einzigen Tag, die sich gegen Stellungen der vom Iran gestützten Hisbollah-Miliz im Süden und in der Bekaa-Ebene richteten.
Die menschlichen Opferzahlen steigen rasch. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden allein am Dienstag mindestens einunddreißig Menschen getötet, darunter Kinder, und über vierzig verletzt; andere Quellen beziffern die Zahlen für die Folgetage noch höher. In der Ortschaft Baysarieh stiegen Anwohner auf die Dächer, um die Rauchsäulen der nahen Einschläge zu beobachten, während israelische Kampfflugzeuge in einem anhaltenden, bedrohlichen Brummen über ihnen kreisten. Die Angriffe galten keineswegs nur militärischen Einrichtungen, sondern auch urbanen Zentren wie Nabatieh, für das ebenfalls Räumungsbefehle erlassen wurden. Die Hisbollah, die ihrerseits mehrfach mit Drohnenangriffen auf Nordisrael die Waffenruhe verletzte, liefert sich Gefechte mit israelischen Truppen nördlich des Litani. Das politische Führungsgremium der Miliz schließt jede Entwaffnung aus und droht sogar mit dem Sturz der Regierung in Beirut, sollte diese israelischen Forderungen nachgeben.
Die Eskalation fällt in eine heikle geopolitische Phase. Aus Washingtoner Sicht untergräbt die erneute Gewalt unmittelbar die laufenden vertraulichen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über ein befristetes Friedensabkommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte angekündigt, man werde „das Gaspedal noch härter durchdrücken“, um die Hisbollah zu zerschlagen; die Ausdehnung über die bisherige Pufferzone entlang der Grenze – von Israel als „gelbe Linie“ bezeichnet – signalisiert die Entschlossenheit, unabhängig von diplomatischen Bemühungen eine neue Realität am Boden zu schaffen. Beobachter in europäischen Hauptstädten, namentlich in Berlin und Wien, verfolgen die Entwicklung mit wachsender Sorge: Ein endgültiges Scheitern der Waffenruhe würde nicht nur die Levante destabilisieren, sondern könnte neue Fluchtbewegungen Richtung Europa auslösen.
Im Libanon selbst macht sich derweil müde Resignation breit. Nach fast drei Jahren grenzüberschreitender Feindseligkeiten sind Millionen Menschen erschöpft, und viele glauben nicht mehr daran, dass irgendein Abkommen zwischen Washington und Teheran Frieden ins Land bringt, solange die Kämpfe unvermindert weitergehen. Die offiziell noch bestehende Waffenruhe ist zur leeren Hülle geworden. Der israelische Vorstoß über bisher geltende rote Linien hinaus deutet darauf hin, dass eine Rückkehr zu einem stabilen Waffenstillstand in weitere Ferne gerückt ist als je zuvor. Für die deutschsprachigen Länder, die traditionell in die UNIFIL-Mission und humanitäre Hilfe eingebunden sind, wirft die Aussicht auf einen schwelenden Stellvertreterkrieg in der Region unbequeme Fragen nach den Grenzen diplomatischen Einflusses und der Haltbarkeit verhandelter Feuerpausen auf.
| Israelische Presse | +0.40 | aligned |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.65 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
Israel weitet seine Operationen gegen die Terror-Infrastruktur der Hisbollah aus, greift über 150 Ziele an und ordnet Evakuierungen im gesamten Südlibanon an. Die US-Beschränkungen für Angriffe in der Tiefe behindern die Bemühungen, die wachsende Drohnenbedrohung zu stoppen. Das Militär ist entschlossen, trotz internationaler Zwänge mit Härte vorzugehen.
Trotz einer Waffenruhe bombardiert Israel den Südlibanon weiter und erklärt die gesamte Region zum Kampfgebiet. Die Bevölkerung ist erschöpft und tief traumatisiert, die psychische Gesundheit am Anschlag, während Familien vertrieben bleiben. Die Diplomatie erscheint nutzlos, und die Menschen haben sich mit einem endlosen Krieg abgefunden.
Israel erklärte den gesamten Südlibanon zum Kampfgebiet und zwang Hunderttausende unter schwerem Beschuss zur Flucht. Die Offensive erinnert an die schlimmsten Phasen des Krieges, tötet Dutzende und treibt Millionen Zivilisten nach fast drei Jahren Konflikt in die Erschöpfung.
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