
Israel setzt Angriffe auf Libanon aus – Truppen bleiben in besetzten Stellungen
Nach iranischer Drohung mit der Blockade der Straße von Hormus und Abstimmung mit Washington ordnen Netanjahu und Katz eine Feuerpause an, ohne Rückzug aus dem Südlibanon.
Am Samstagabend gaben das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die israelische Armeeführung bekannt, die Angriffe auf Ziele im Südlibanon vorläufig einzustellen. Das israelische Fernsehen (Kanal 12) meldete, die politische Führung habe der Armee befohlen, sämtliche Operationen im Libanon zu stoppen; ein Rückzug aus den seit März besetzten Gebieten sei jedoch ausdrücklich nicht Teil der Anweisung. Demnach erfolgte der Schritt nach Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Die israelische Armee erklärte, sie werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen beseitigen.
Aus israelischer Sicht wird die Entscheidung nicht als Ende der militärischen Präsenz verstanden. Ein nicht namentlich genannter hoher Beamter im Amt des Ministerpräsidenten ließ verlauten, Israel werde so lange im Südlibanon bleiben, wie es zur Verteidigung der nördlichen Grenze nötig sei, und auf jeden Angriff der Hisbollah „mit aller Härte“ antworten. Zugleich bezifferte er die israelischen Luftschläge der vergangenen 48 Stunden auf über 300 terroristische Ziele und sprach von rund 100 getöteten Kämpfern. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Im Libanon und in Teheran wird der israelische Schritt mit der kurz zuvor vom iranischen Militärkommando verkündeten Schließung der Straße von Hormus in Verbindung gebracht. Das zentrale Kommando der Revolutionsgarden hatte erklärt, die strategische Wasserstraße sei als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe und die aus iranischer Sicht mangelnde Umsetzung des ersten Punktes einer mit Washington ausgehandelten Vereinbarung gesperrt worden. Die vom Iran kontrollierte Meerenge ist eine zentrale Passage für den globalen Öltransport; eine Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Energieversorgung auch Deutschlands und Europas. Ein führender israelischer Militärkorrespondent sprach von einer neuen Gleichung, unter der die israelische Armee durch iranischen Druck gebunden werde.
Die libanesische Gesundheitsbehörde meldete inzwischen mehr als 4000 Tote und über 12.000 Verletzte seit Ausbruch der jüngsten Feindseligkeiten. Die Hisbollah wies israelische Vorwürfe, sie habe die Waffenruhe ihrerseits gebrochen, zurück und erklärte, Israel habe allein seit Freitag früh nahezu 300 dokumentierte Verstöße begangen – ein Versuch, „die Einigung zwischen Teheran und Washington zu sabotieren“. In Israel betonten politische Kreise unterdessen, die Armee werde weiterhin unmittelbare Bedrohungen ausschalten, sich jedoch nicht aus dem beanspruchten Grenzstreifen zurückziehen. Wie die nun ausgesetzte militärische Dynamik mit dem diplomatischen Rahmen der iranisch-amerikanischen Absprachen vereinbart werden soll, ist offen. Europäische Regierungen, darunter Berlin, dürften angesichts der fragilen Energiemärkte und der Gefahr eines größeren regionalen Flächenbrandes auf eine Stabilisierung des status quo drängen.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | −0.60 | critical |
Wir verurteilen die Heuchelei Israels und der Vereinigten Staaten; der Widerstand ist die einzige Garantie für die libanesische Souveränität.
Indem die Schließung der Straße von Hormus als symmetrische und legitime Reaktion auf die Verstöße der USA und Israels dargestellt wird, schafft die Erzählung eine moralische Gleichwertigkeit, die die Eskalation des Iran rechtfertigt und den Widerstand als den einzig glaubwürdigen Akteur darstellt.
Lässt aus, dass Israel die offensiven Operationen tatsächlich eingestellt hat und die USA einen Waffenstillstand vermitteln, und konzentriert sich stattdessen auf Verstöße und die Reaktion des Iran.
Wir unterstützen den von den USA geführten diplomatischen Prozess; die libanesische Souveränität muss durch Verhandlungen und amerikanische Vermittlung gestärkt werden.
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Lässt aus, dass Israel die offensiven Operationen eingestellt hat und die US-iranischen Verhandlungen Fortschritte machen, und konzentriert sich stattdessen auf anhaltende israelische Angriffe und interne iranische Debatten.
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