
Japan und China: Erstes Außenministertreffen seit Taiwan-Kontroverse
Kurze Begegnung ohne Dolmetscher in Manila; Tokio betont Dialogbereitschaft, Peking dementiert geplantes Treffen.
Am Rande der ASEAN-Außenministertreffen in Manila kam es am Mittwoch zu einem kurzen Gespräch zwischen dem japanischen Außenminister Toshimitsu Motegi und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi. Es war der erste direkte Kontakt auf dieser Ebene, seit die bilateralen Beziehungen im November vergangenen Jahres durch Äußerungen der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zur Taiwan-Frage schwer belastet wurden.
Motegi bestätigte die Begegnung und erklärte, man habe über die japanisch-chinesischen Beziehungen gesprochen. Einzelheiten nannte er mit Verweis auf den diplomatischen Charakter des Gesprächs nicht. Er unterstrich jedoch die Bedeutung des Dialogs: „Angesichts der wichtigen Rolle, die Japan und China für den regionalen Frieden spielen, ist es äußerst wichtig, dass wir den Dialog fortsetzen.“ Das chinesische Außenministerium hingegen dementierte ein geplantes Treffen. Sprecher Lin Jian sagte, Außenminister Wang habe während seines Aufenthalts in Manila keine Gesprächstermine mit japanischer Seite vorgesehen.
Auslöser der diplomatischen Eiszeit war eine parlamentarische Äußerung Takaichis im November, wonach ein chinesischer Angriff auf Taiwan eine existenzielle Bedrohung für Japan darstellen und einen Einsatz der Selbstverteidigungsstreitkräfte an der Seite der USA auslösen könnte. Peking, das Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet und militärische Mittel nicht ausschließt, reagierte scharf: Es verhängte Handelsbeschränkungen, rief Bürger zur Zurückhaltung bei Japan-Reisen auf und schränkte Exporte Seltener Erden sowie dual-use-Güter ein. Seither lag der offizielle Gesprächsfaden zwischen Tokio und Peking weitgehend brach.
Die kurze Begegnung in Manila, die laut japanischen Angaben ohne Dolmetscher stattfand, nährt Spekulationen über eine mögliche Entspannung. Japanische Medienberichte verweisen bereits auf den APEC-Gipfel im November in Shenzhen, bei dem ein Treffen zwischen Takaichi und Staatspräsident Xi Jinping denkbar wäre. Motegi selbst betonte, Japan bleibe zum Dialog auf allen Ebenen bereit. Parallel dazu führte er nach eigenen Angaben ein Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, in dem es um bilaterale und regionale Fragen ging. Die chinesische Zurückhaltung bei der Bestätigung des Kontakts deutet indes darauf hin, dass Peking vorerst keine formelle Wiederannäherung signalisieren will.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Japanisch-koreanische Presse | −0.20 | neutral |
The news of the first meeting between Japanese and Chinese foreign ministers after the Taiwan crisis is interpreted as a pragmatic step in regional diplomacy. Continental Europe, though not directly involved, follows with interest the potential economic and security developments. The meeting is seen as an attempt to stabilize bilateral relations amid global tensions.
News from Japan and Korea gives little space to the meeting between the foreign ministers of Tokyo and Beijing, focusing instead on the humanitarian consequences of the war in Ukraine. The meeting is perceived as a routine diplomatic event, far from the priorities dictated by the ongoing conflict. The lack of emphasis on the Taiwan crisis suggests a certain fatigue with regional tensions.
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