
Kampf um Kokain: Über 50 Tote bei FARC-Konflikt vor Kolumbiens Wahl
In der kolumbianischen Dschungelregion Guaviare starben bei Zusammenstößen rivalisierender FARC-Dissidenten mindestens 48 Menschen; die Gewalt wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Macht des Kokainhandels und überschattet die bevorstehende Präsidentenwahl.
Zwischen den FARC-Splittergruppen „Estado Mayor Central“ (EMC) unter Néstor Vera Fernández alias „Iván Mordisco“ und dem „Estado Mayor de los Bloques y Frente“ (EMBF) von Alexander Díaz Mendoza alias „Calarcá“ entbrannten in der abgelegenen Ortschaft La Siberia im Departamento Guaviare seit der Nacht zum Montag heftige Kämpfe. Nach Angaben des Bürgermeisters von San José del Guaviare, Willy Rodriguez, liegen die Toten in großer Zahl auf einem Haufen; der kolumbianische Heeresnachrichtendienst geht von mindestens 48, die dissidenten Gruppen selbst von bis zu 52 Todesopfern aus. Verteidigungsminister Pedro Sánchez entsandte umgehend Truppen, um die Zivilbevölkerung zu schützen, und eine humanitäre Kommission aus Bauern und Behördenvertretern bereitet den Abtransport der Leichen vor.
Die Gewalt verweist auf die ungebrochene Dynamik des Drogenhandels: Beide Fraktionen sind Abspaltungen der 2016 demobilisierten FARC-Guerilla und ringen um die Vorherrschaft in den Koka-Anbaugebieten, die für die Kokainproduktion und den Schmuggel in Richtung Nordamerika und Europa entscheidend sind. Die Auseinandersetzungen fallen in die heiße Phase des Präsidentschaftswahlkampfs – am Sonntag wird ein Nachfolger für den linksgerichteten Staatschef Gustavo Petro gewählt, der selbst aus dem Guerilla-Umfeld stammt und mit einer Politik des „totalen Friedens“ bislang nur mäßigen Erfolg erzielte.
Aus Sicht der Regierung in Bogotá sollen die Wahlen in Guaviare trotz der Unruhen nicht gefährdet sein. Der Kommandant der Streitkräfte, General Hugo López, versicherte, die Stimmabgabe werde planmäßig stattfinden. Doch Beobachter verweisen auf eine bedenkliche Häufung von Gewalt in der letzten Wahlwoche: Neben den Kämpfen im Urwald verzeichneten die Behörden Unruhen in der Karibikregion La Guajira sowie gewalttätige Proteste an der Nationalen Universität. Diese drei Brandherde nähren Zweifel an der Sicherheitsgarantie, die die Regierung Petro vor der Wahl abgegeben hatte.
Für Europa ist die Entwicklung nicht folgenlos: Kolumbien bleibt weltgrößter Kokainlieferant, und ein erheblicher Teil der Drogen erreicht über atlantische Routen die Häfen von Antwerpen oder Hamburg. Die Fragmentierung der FARC erschwert jede Verhandlungslösung und treibt die Produktion weiter an. Aus Washingtoner Sicht dürfte der nächste Präsident rasch unter Druck geraten, die Drogenbekämpfung zu intensivieren. Die humanitäre Krise in Guaviare mit Dutzenden ungeborgenen Toten ist indes ein mahnendes Zeichen, dass der kolumbianische Staat in weiten Landstrichen kaum präsent ist – ein Zustand, der ohne grundlegende sozioökonomische Perspektiven für die ländlichen Räume fortbestehen wird.
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
Bei einem gewaltsamen Zusammenstoß zwischen zwei bewaffneten Gruppen, die um die Kontrolle über Kokainproduktion und -handel in Kolumbien kämpfen, sind 52 Guerillakämpfer getötet worden. Der Verteidigungsminister bestätigte den Vorfall und entsandte Truppen zum Schutz der Zivilbevölkerung; der Zusammenstoß ereignete sich wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl.
Dutzende Leichen liegen im kolumbianischen Dschungel nach Kämpfen zwischen abtrünnigen FARC-Fraktionen, die um Drogenhandelsrouten streiten. Während die Behörden beteuern, dass die Präsidentschaftswahl sicher stattfinden werde, offenbart die Gewalt die Unfähigkeit der Regierung, bewaffnete Gruppen zu kontrollieren, und überlässt es Bauern und humanitären Kommissionen, die Toten zu bergen.
Zusammenstöße zwischen zwei abtrünnigen Fraktionen der ehemaligen FARC-Guerillabewegung im kolumbianischen Amazonasgebiet haben 48 Menschen getötet; die Leichen liegen auf einem Haufen und warten auf ihre Bergung. Die Gewalt, die als die schlimmste seit dem Friedensabkommen gilt, ereignet sich wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
2 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyAmazon finanziert privates Gaskraftwerk in Texas – droht größte Einzelemissionsquelle der USA
2 Sprachen · 8 Quellen