
USA und Iran ringen um Verlängerung der Waffenruhe
Die Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage und Gespräche über Irans Atomprogramm hängen an der Zustimmung des US-Präsidenten; Teheran weist Berichte über ein fertiges Abkommen zurück.
Die Vereinigten Staaten und Iran haben nach monatelangem Konflikt einen vorläufigen Rahmen für eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage und die Aufnahme von Gesprächen über Teherans Atomprogramm erzielt. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichteten, einigten sich die Verhandlungsführer auf ein Memorandum of Understanding, das unter anderem die uneingeschränkte Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht und von Iran die Entfernung aller Minen binnen 30 Tagen verlangt. Doch das Abkommen steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung von US-Präsident Donald Trump, der sich bislang bedeckt hält.
Aus Washingtoner Sicht betonte Vizepräsident JD Vance, man sei „sehr nahe“ an einer Einigung, jedoch noch nicht am Ziel. Unstimmigkeiten bestünden insbesondere bei den Modalitäten der Urananreicherung und der Kontrolle der iranischen Vorräte. Finanzminister Scott Bessent unterstrich, Trump werde kein schlechtes Geschäft akzeptieren und bestehe auf der vollständigen Aufgabe des Nuklearprogramms durch Teheran. Die US-Regierung scheint gewillt, im Gegenzug einige Sanktionen zu lockern und eingefrorene iranische Vermögenswerte schrittweise freizugeben, doch der Präsident zögert mit der Unterzeichnung.
In Teheran hingegen dementierten halbamtliche Stellen die Existenz eines finalen Abkommens. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine mit den Verhandlungen vertraute Person, der zufolge der Text noch nicht abgestimmt sei und Iran den pakistanischen Vermittler nicht über eine Fertigstellung informiert habe. Beobachter in der Region werten dies als taktische Zurückhaltung, um innenpolitische Flanken zu schützen und Zugeständnisse bei der Uranfrage zu vermeiden.
Für Europa bleibt die Lage im Persischen Golf von zentraler Bedeutung. Eine dauerhafte Öffnung der Meerenge würde die globalen Energiemärkte stabilisieren und die Versorgungssicherheit für Deutschland, Österreich und die Schweiz erhöhen, die auf Rohölimporte aus der Region angewiesen sind. Sollte das Abkommen scheitern, droht eine weitere Eskalation mit unabsehbaren Folgen für die internationale Sicherheitsarchitektur und die Bemühungen um nukleare Nichtverbreitung.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
Die entstehende Waffenruhe-Vereinbarung wird als strategischer Sieg für den Iran dargestellt, der wochenlange Bombardements überstand, die Straße von Hormuz schloss und sie nun nur durch Verhandlungen wieder öffnet. Die US-Kriegsziele bleiben unerreicht, und Analysten warnen, das Abkommen könne das iranische Atomprogramm legitimieren, ohne es zu zerschlagen.
Trump verbrachte Stunden im Situation Room, ohne eine Entscheidung zu treffen, während Teheran seine Darstellung umgehend als Mischung aus Wahrheit und Lügen bezeichnete. Das Abkommen gilt als sehr nah, doch die endgültige Unterschrift hängt in der Schwebe und offenbart ein chaotisches Hin und Her zwischen Washington und Teheran.
Nach drei Monaten Krieg haben Washington und Teheran eine vorläufige Einigung erzielt, um die Waffenruhe um 60 Tage zu verlängern und die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu gewährleisten. Das Memorandum, das nur noch der endgültigen Zustimmung von Präsident Trump bedarf, wird als pragmatischer Schritt zur Stabilisierung der Region und zur Wiederaufnahme der Atomgespräche gesehen.
Der Iran hat dementiert, dass das Memorandum of Understanding mit den USA finalisiert wurde, und widerspricht damit westlichen Medienberichten. Quellen aus dem Umfeld des iranischen Verhandlungsteams betonen, der Text sei noch nicht fertiggestellt und Teheran habe den Vermittler Pakistan nicht über eine endgültige Einigung informiert.
Erweitere deinen Horizont
Washington entzieht brasilianischer Botschafterin das Visum
3 Sprachen · 43 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologySpaceX-Raketenstufe schlägt unkontrolliert auf dem Mond ein
5 Sprachen · 29 Quellen