
Antonellis Hattrick in Miami: Ein Teenager schreibt Formel-1-Geschichte
Der Große Preis von Miami bestätigte, was sich in den vergangenen Wochen bereits abzeichnete: Kimi Antonelli ist nicht nur eine Verheißung für die Zukunft der Formel 1, sondern bereits ihre Gegenwart. Der 19-jährige Italiener fuhr im Mercedes seinen dritten Sieg in Serie ein, nachdem er bereits in China und Japan triumphiert hatte, und baute seine Führung in der Fahrerwertung damit auf 20 Punkte vor Teamkollege George Russell aus. Es ist der erste Hattrick dieser Art seit Alberto Ascari 1952, und Antonelli gelang er mit einer Mischung aus kühler Strategie und der Fähigkeit, selbst Starts zu überstehen, die Teamchef Toto Wolff öffentlich als „nicht akzeptabel“ kritisierte. In Miami war es einmal mehr die Überholmanöver in der Boxengasse – ein perfekt getimter Undercut –, die den Ausschlag gegen den hartnäckigen Weltmeister Lando Norris im McLaren gaben.
Aus der Perspektive der argentinischen Öffentlichkeit stand jedoch ein anderer Pilot im Mittelpunkt. Franco Colapinto, der 22-jährige Alpine-Fahrer, verbesserte sich nachträglich auf den siebten Platz, nachdem Charles Leclerc (Ferrari) wegen mehrfacher Überschreitung der Streckenbegrenzung eine 20-Sekunden-Strafe erhielt. Es ist Colapintos bestes Ergebnis in der Formel 1, und er feierte es mit einem programmatischen Satz: „In den letzten Tagen sind mir viele Träume wahr geworden.“ Tatsächlich hatte der Argentinier in jener Woche nicht nur eine Begegnung mit Lionel Messi im Paddock, der eigens mit seiner Familie angereist war, sondern auch den Zuspruch von Tennisidol Juan Martín del Potro. Das mediale Echo in Buenos Aires übertraf alles, was für einen Rookie üblich ist; Colapinto liegt nun in der Fahrerwertung auf Platz elf, Alpine festigt den fünften Rang der Konstrukteure. Beobachter in Buenos Aires sehen darin einen Beweis, dass das Alpine-Projekt endlich trägt und der junge Fahrer das Potenzial hat, sich in der Spitzengruppe zu etablieren.
Währenddessen erlebte der Grand Prix, der wegen drohender Unwetter um drei Stunden vorgezogen worden war, eine chaotische Anfangsphase: Pierre Gasly überschlug sich nach einer Kollision mit Liam Lawson – der Franzose blieb unverletzt, aber sein Alpine war zerstört –, und Max Verstappen drehte sich bei einem Überholversuch. Das Rennen blieb letztlich trocken, doch die Entscheidung der FIA, den Start zu verlegen, zeigte, wie sehr die Sicherheit inzwischen den Takt vorgibt. Aus technischer Perspektive fällt auf, dass McLaren nach schwierigem Saisonstart mit einem Doppelsieg im Sprint und dem zweiten und dritten Platz im Rennen deutliche Fortschritte gemacht hat – eine Entwicklung, die das vielbeschworene neue Superduell zwischen Antonelli und Norris weiter anheizen dürfte. Die kommenden Rennen in Montreal und Europa werden zeigen, ob Mercedes diesen Lauf halten kann oder ob die Konkurrenz aufholt. Eins aber ist gewiss: Die Formel 1 hat einen neuen Star, dessen Name bereits jetzt in einem Atemzug mit den Größten genannt wird.
Erweitere deinen Horizont
Washington entzieht brasilianischer Botschafterin das Visum
2 Sprachen · 43 Quellen
Aus Economy & MarketsSpaceX verdoppelt Umsatz, doch Rekordinvestitionen belasten die Aktie
1 Sprache · 31 Quellen
Aus TechnologyFAA zertifiziert Boeing 737 MAX 7 nach fast zehn Jahren
3 Sprachen · 18 Quellen