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Ausgabe von 10:00 CETMittwoch, 5. August 2026
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Freitag, 24. April 2026

Kreml-Elite kassiert Milliardengewinne aus Rüstungskrediten – während russische Arbeitnehmer massenhaft entlassen werden

Die russische Kriegswirtschaft zeigt zunehmend ihr janusköpfiges Gesicht. Während die Mütter hochrangiger Kreml-Beamter durch Kredite an Rüstungsunternehmen Milliardengewinne einstreichen, steigt die Zahl der von Entlassung bedrohten Arbeitnehmer rasant an. Enthüllungen unabhängiger Medien zufolge erhielt Tatjana Jeschewskaja, die 74-jährige Mutter von Präsidialamtchef Anton Waino, im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Rubel von der Rüstungsgruppe „Sfera“ – als Rückzahlung eines Darlehens, das sie im März 2022, unmittelbar nach Kriegsbeginn, gewährt hatte. Noch lukrativer gestaltete sich das Geschäft für Tamara Manturowa, die 89-jährige Mutter von Ersten Vizepremier Denis Manturow: Sie hatte 2022 rund 1,3 Milliarden Rubel verliehen und bis 2023 insgesamt 3,28 Milliarden Rubel an Tilgung und Zinsen zurückerhalten. Ein ehemaliges Mitglied der russischen Forbes-Liste beschrieb die Konstruktion gegenüber den Journalisten als „perfekten Weg, Kriegsgewinne privat abzuschöpfen“ – ein Eindruck, der aus Moskauer Sicht das enge Geflecht von Staat, Rüstungsindustrie und politischer Elite offenlegt.

Gleichzeitig veröffentlichte die staatliche Arbeitsagentur Rostrud Daten, die ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage für breite Bevölkerungsschichten zeichnen. Die Zahl der Beschäftigten, deren Arbeitgeber ein Kündigungsverfahren eingeleitet haben, ist binnen zehn Monaten um 43 Prozent auf über 105.000 gestiegen. Besonders stark betroffen sind die Hauptstadt Moskau, die Oblaste Omsk, Irkutsk und Moskau sowie die Region Krasnojarsk. In den Finanz- und Steuerverwaltungen, in Krankenhäusern, in den Organen der Staats- und Kommunalverwaltung sowie im sozialökonomischen Bereich stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Experten sehen die Ursachen im drastischen Rückgang der Steuereinnahmen bei gleichzeitigem Anstieg der Militärausgaben. Aus Brüsseler Perspektive erscheint dieser Widerspruch als logische Folge der Sanktionspolitik: Während die westliche Isolation die zivile Wirtschaft abwürgt, fließen staatliche Milliarden bevorzugt an die Rüstungsindustrie, deren Gewinne über ein Netzwerk von Strohleuten und Angehörigen der Elite privatisiert werden.

Aus Pekinger Sicht beobachtet man diese Entwicklung mit Sorge, denn eine wachsende soziale Ungleichheit bei gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau könnte die innenpolitische Stabilität Russlands untergraben – selbst wenn die Repressionsapparate vorerst greifen. Die Kreml-Führung dürfte vorläufig darauf setzen, die Kriegspropaganda zu verstärken und unliebsame Berichte über die Bereicherung ihrer Spitzenbeamten zu unterdrücken. Doch die Diskrepanz zwischen den Millionenprofiten der Mütter von Waino und Manturow und den alltäglichen Ängsten hunderttausender Arbeitnehmer, die ihre Stelle verlieren, unterhöhlt die Glaubwürdigkeit des Systems langfristig. Für den deutschsprachigen Raum, dessen Unternehmen etwa in der Automobil- oder Chemiebranche noch Lieferbeziehungen nach Russland unterhalten, bedeutet dies: Das Geschäftsumfeld wird nicht nur durch Sanktionen, sondern auch durch eine sich zuspitzende soziale Schieflage immer unkalkulierbarer. Die russische Wirtschaft droht, sich in eine duale Struktur zu spalten – einen hochsubventionierten Rüstungssektor, der wenigen Familien unermessliche Reichtümer beschert, und eine schrumpfende zivile Wirtschaft, die den Großteil der Bevölkerung in die Prekarität treibt. Ob die Führung diesen Widerspruch auf Dauer kontrollieren kann, ist die zentrale Frage, die von Washington bis Berlin mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt wird.

Aktuell
Infantino beruft Krisensitzung in Marokko ein – FIFA-Präsident unter Druck·Dienstleistungs-PMI: Eurozone erholt sich, Asiens Wachstum verlangsamt·Südkoreanische Polizei durchsucht Starbucks-Zentrale nach „Tank Day“-Kampagne·Mexiko fällt im US-Handelsdefizit hinter Vietnam und Taiwan zurück·Hitzewelle in Israel flaut ab – Algerien und Iran warnen vor Unwettern·Huthi melden achten Angriff auf saudischen Öltanker seit Beginn der Seeblockade·Ölpreis stabilisiert sich nach Kurssturz – Märkte bewerten Fortschritte in der Hormuz-Diplomatie·„Proyecto Final“: Eine jugendliche Rachegeschichte auf Netflix·Infantino beruft Krisensitzung in Marokko ein – FIFA-Präsident unter Druck·Dienstleistungs-PMI: Eurozone erholt sich, Asiens Wachstum verlangsamt·Südkoreanische Polizei durchsucht Starbucks-Zentrale nach „Tank Day“-Kampagne·Mexiko fällt im US-Handelsdefizit hinter Vietnam und Taiwan zurück·Hitzewelle in Israel flaut ab – Algerien und Iran warnen vor Unwettern·Huthi melden achten Angriff auf saudischen Öltanker seit Beginn der Seeblockade·Ölpreis stabilisiert sich nach Kurssturz – Märkte bewerten Fortschritte in der Hormuz-Diplomatie·„Proyecto Final“: Eine jugendliche Rachegeschichte auf Netflix·
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Kreml-Elite kassiert Milliardengewinne aus Rüstungskrediten – während russische Arbeitnehmer massenhaft entlassen werden

Die russische Kriegswirtschaft zeigt zunehmend ihr janusköpfiges Gesicht. Während die Mütter hochrangiger Kreml-Beamter durch Kredite an Rüstungsunternehmen Milliardengewinne einstreichen, steigt die Zahl der von Entlassung bedrohten Arbeitnehmer rasant an. Enthüllungen unabhängiger Medien zufolge erhielt Tatjana Jeschewskaja, die 74-jährige Mutter von Präsidialamtchef Anton Waino, im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Rubel von der Rüstungsgruppe „Sfera“ – als Rückzahlung eines Darlehens, das sie im März 2022, unmittelbar nach Kriegsbeginn, gewährt hatte. Noch lukrativer gestaltete sich das Geschäft für Tamara Manturowa, die 89-jährige Mutter von Ersten Vizepremier Denis Manturow: Sie hatte 2022 rund 1,3 Milliarden Rubel verliehen und bis 2023 insgesamt 3,28 Milliarden Rubel an Tilgung und Zinsen zurückerhalten. Ein ehemaliges Mitglied der russischen Forbes-Liste beschrieb die Konstruktion gegenüber den Journalisten als „perfekten Weg, Kriegsgewinne privat abzuschöpfen“ – ein Eindruck, der aus Moskauer Sicht das enge Geflecht von Staat, Rüstungsindustrie und politischer Elite offenlegt.

Gleichzeitig veröffentlichte die staatliche Arbeitsagentur Rostrud Daten, die ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage für breite Bevölkerungsschichten zeichnen. Die Zahl der Beschäftigten, deren Arbeitgeber ein Kündigungsverfahren eingeleitet haben, ist binnen zehn Monaten um 43 Prozent auf über 105.000 gestiegen. Besonders stark betroffen sind die Hauptstadt Moskau, die Oblaste Omsk, Irkutsk und Moskau sowie die Region Krasnojarsk. In den Finanz- und Steuerverwaltungen, in Krankenhäusern, in den Organen der Staats- und Kommunalverwaltung sowie im sozialökonomischen Bereich stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Experten sehen die Ursachen im drastischen Rückgang der Steuereinnahmen bei gleichzeitigem Anstieg der Militärausgaben. Aus Brüsseler Perspektive erscheint dieser Widerspruch als logische Folge der Sanktionspolitik: Während die westliche Isolation die zivile Wirtschaft abwürgt, fließen staatliche Milliarden bevorzugt an die Rüstungsindustrie, deren Gewinne über ein Netzwerk von Strohleuten und Angehörigen der Elite privatisiert werden.

Aus Pekinger Sicht beobachtet man diese Entwicklung mit Sorge, denn eine wachsende soziale Ungleichheit bei gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau könnte die innenpolitische Stabilität Russlands untergraben – selbst wenn die Repressionsapparate vorerst greifen. Die Kreml-Führung dürfte vorläufig darauf setzen, die Kriegspropaganda zu verstärken und unliebsame Berichte über die Bereicherung ihrer Spitzenbeamten zu unterdrücken. Doch die Diskrepanz zwischen den Millionenprofiten der Mütter von Waino und Manturow und den alltäglichen Ängsten hunderttausender Arbeitnehmer, die ihre Stelle verlieren, unterhöhlt die Glaubwürdigkeit des Systems langfristig. Für den deutschsprachigen Raum, dessen Unternehmen etwa in der Automobil- oder Chemiebranche noch Lieferbeziehungen nach Russland unterhalten, bedeutet dies: Das Geschäftsumfeld wird nicht nur durch Sanktionen, sondern auch durch eine sich zuspitzende soziale Schieflage immer unkalkulierbarer. Die russische Wirtschaft droht, sich in eine duale Struktur zu spalten – einen hochsubventionierten Rüstungssektor, der wenigen Familien unermessliche Reichtümer beschert, und eine schrumpfende zivile Wirtschaft, die den Großteil der Bevölkerung in die Prekarität treibt. Ob die Führung diesen Widerspruch auf Dauer kontrollieren kann, ist die zentrale Frage, die von Washington bis Berlin mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt wird.

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