
Last-Minute-Dramen und Magenverstimmungen: Bayern und PSG vor dem Halbfinal-Krimi
Wenige Tage vor dem Rückspiel im Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain haben sich beide Mannschaften in der heimischen Liga mit enttäuschenden Remis begnügen müssen. Was in München als Beinahe-Pleite gegen den Tabellenletzten Heidenheim in die Geschichtsbücher einging, war in Paris eine sachte Generalprobe, die ebenfalls kaum Zuversicht verströmte. Die Münchner retteten sich erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit durch einen Weitschuss von Michael Olise zum 3:3 – ein Last-Minute-Ungeheuer, das die unter der Woche erlittene 4:5-Niederlage in Paris zumindest sportlich zu kompensieren half.
Aus Münchner Sicht war die Begegnung vor allem von der Rotation geprägt: Trainer Vincent Kompany wechselte auf sieben Positionen, um die Stammkräfte für das Duell mit PSG zu schonen. Die Folge war ein desolates erstes Halbzeit, in dem Heidenheims Budu Zivzivadze und Eren Dinkçi die Münchner Abwehr zweimal überrumpelten. Dass Leon Goretzka noch vor der Pause verkürzte und nach dem Seitenwechsel ausglich, spiegelte die Moral der Mannschaft, doch die heftige Kritik an der Defensivarbeit blieb nicht aus.
Aus Pariser Perspektive sah es ähnlich unvollkommen aus. PSG ließ dem FC Lorient ebenfalls ein 2:2 – trotz zweimaliger Führung. Der verletzungsbedingte Ausfall von Kylian Mbappé, der nicht einmal im Kader stand, warf die Frage auf, wie sehr sich das Team von Trainer Luis Enrique bereits auf das Rückspiel fixiert hatte. „Schwierig, was die Motivation angeht“, räumte Enrique ein, während Sportvorstand Max Eberl den bevorstehenden „Knaller“ in München als „pervers geil“ bezeichnete.
Die Fans erinnern an das Hinspiel, ein Offensivspektakel mit neun Toren, das den Fußball Europa in Atem hielt. Auch wenn beide Teams in ihren Ligen bereits für die Champions League qualifiziert oder de facto Meister sind – Bayern ist seit Wochen uneinholbar, PSG hat sechs Punkte Vorsprung –, lastet auf dem Rückspiel der Druck, die eigenen Ambitionen zu untermauern. Beobachter in beiden Hauptstädten warnen davor, die verwackelten Generalproben zu überinterpretieren.
Entscheidend wird sein, ob die Defensivreihen die Offensivpower des jeweils anderen bändigen können oder erneut ein wahlloses Scheibenschießen droht. Die Vorzeichen jedenfalls deuten auf ein weiteres Spektakel hin – mit allen Risiken für die Nerven der Trainer und der Anhängerschaft.
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