Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETDienstag, 4. August 2026
320 Quellen · 17 Sprachen312 Briefings heute
Geopolitik & PolitikDonnerstag, 11. Juni 2026

Lula baut Vorsprung aus: Flávio Bolsonaro verliert in Umfragen nach Skandalen

Eine neue Quaest-Umfrage zeigt Lula mit sechs Punkten Vorsprung auf Flávio Bolsonaro, dessen Kampagne die Zahlen als normale Schwankung abtut.

In Brasília sorgt die jüngste Quaest-Umfrage für Bewegung: Präsident Lula da Silva liegt in einem simulierten zweiten Wahlgang mit 44 Prozent sechs Punkte vor dem rechtskonservativen Senator Flávio Bolsonaro, der auf 38 Prozent kommt. Die Erhebung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, markiert eine Trendwende, nachdem die beiden Kontrahenten zuletzt nahezu gleichauf lagen. Aus dem Umfeld des Herausforderers heißt es, man sehe die Entwicklung gelassen – es handele sich um normale Schwankungen im Wahlkampf. Man setze darauf, dass Flávio Bolsonaro im anstehenden Fernsehduell zur Sicherheitspolitik punkten könne, einem Thema, bei dem die rechte Wählerschaft traditionell empfänglich sei.

Die Kampagne des Senators verweist zugleich auf einen positiven Aspekt: In der sogenannten spontanen Wählerfrage, bei der kein Kandidatenname vorgegeben wird, stieg Flávio Bolsonaro von 14 auf 17 Prozent, während Lula nur einen Punkt auf 23 Prozent zulegte. Der Abstand schrumpfte damit von acht auf sechs Punkte. Aus Sicht seiner Strategen zeigt dies eine zunehmende Verankerung in der Stammwählerschaft. Zudem seien die nach dem Skandal um den Film „Dark Horse“ und die Verbindung zum Bankier Daniel Vorcaro abgewanderten Wähler nicht zu Lula übergelaufen, sondern hätten sich in die Gruppe der Unentschlossenen oder derjenigen zurückgezogen, die ungültig wählen wollen.

In den Reihen der regierenden Arbeiterpartei PT wird der Umfrageerfolg dagegen als Bestätigung der eigenen Strategie gewertet. Führende Genossen führen den Vorsprung auf zwei Faktoren zurück: zum einen auf die anhaltende Berichterstattung über die Verstrickungen Flávio Bolsonaros in die Dark-Horse-Affäre, die ihn als moderaten Kandidaten des Bolsonarismus diskreditiere; zum anderen auf die Wirkung der Sozialprogramme der Regierung, die in der Bevölkerung positiv aufgenommen würden. Der Abgeordnete Rogério Correia berichtete von internen Gesprächen, in denen die Führung um den Fraktionschef Paulo Pimenta die Entwicklung als Beleg für eine wachsende Durchschlagskraft der eigenen Botschaft wertete.

Der Direktor der Umfrageinstituts Quaest, Felipe Nunes, analysierte die Daten nüchterner: Der Rückgang Flávio Bolsonaros sei vor allem auf die Erosion jener Wählergruppe zurückzuführen, die ihn bislang als gemäßigte Alternative innerhalb des rechten Lagers gesehen habe. Die jüngsten Enthüllungen hätten genau dieses Profil beschädigt. Statt sich als Brückenbauer zu präsentieren, sei der Senator nun mit den radikalen Elementen des Bolsonarismus assoziiert worden. Die Umfrage zeigt zudem, dass die übrigen Kandidaten – darunter Renan Santos, Ronaldo Caiado und Aécio Neves – jeweils nur drei Prozent oder weniger erreichen, während zehn Prozent der Befragten unentschlossen sind.

Blickt man nach vorn, dürfte der Wahlkampf in den kommenden Wochen an Schärfe gewinnen. Flávio Bolsonaro wird versuchen, das Thema Sicherheit zu besetzen, während Lula auf die wirtschaftliche Erholung und soziale Wohltaten setzt. Die Quaest-Erhebung mit einer Fehlermarge von zwei Prozentpunkten macht deutlich, dass das Rennen noch offen ist – doch die Dynamik spricht derzeit für den Amtsinhaber. Ob die Skandale um den Senator weiter nachwirken oder ob ihm eine Wende gelingt, wird sich in den nächsten Umfragen zeigen.

Aktuell
Neun Tote bei Busunglück auf Fernstraße in Bauchi, Nigeria·Shakira inszeniert ihr Internet-Meme von 1997 neu – mit Drucker und ohne Tastatur·Russischer Vergeltungsschlag mit ballistischen Raketen trifft Kiew·UFC verbucht 30 Millionen Dollar Verlust mit Freedom-250-Event im Weißen Haus·Salah vor Wechsel zu Trabzonspor: Medizincheck am Mittwoch erwartet·Totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Erstmals seit über einem Jahrhundert über dem spanischen Festland·Chelseas überladener Kader und die Rückkehr Mudryks·FIFA weist Berichte über Hilfegesuch Infantinos bei Trump als „frei erfunden“ zurück·Neun Tote bei Busunglück auf Fernstraße in Bauchi, Nigeria·Shakira inszeniert ihr Internet-Meme von 1997 neu – mit Drucker und ohne Tastatur·Russischer Vergeltungsschlag mit ballistischen Raketen trifft Kiew·UFC verbucht 30 Millionen Dollar Verlust mit Freedom-250-Event im Weißen Haus·Salah vor Wechsel zu Trabzonspor: Medizincheck am Mittwoch erwartet·Totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Erstmals seit über einem Jahrhundert über dem spanischen Festland·Chelseas überladener Kader und die Rückkehr Mudryks·FIFA weist Berichte über Hilfegesuch Infantinos bei Trump als „frei erfunden“ zurück·
Akt. 06:361 Sprache · 4 Quellen
VorherigerGeopolitik & PolitikNächster
4 Quellen|1 Sprache|3 Min. Lesezeit
Donnerstag, 11. Juni 2026

Lula baut Vorsprung aus: Flávio Bolsonaro verliert in Umfragen nach Skandalen

Eine neue Quaest-Umfrage zeigt Lula mit sechs Punkten Vorsprung auf Flávio Bolsonaro, dessen Kampagne die Zahlen als normale Schwankung abtut.

In Brasília sorgt die jüngste Quaest-Umfrage für Bewegung: Präsident Lula da Silva liegt in einem simulierten zweiten Wahlgang mit 44 Prozent sechs Punkte vor dem rechtskonservativen Senator Flávio Bolsonaro, der auf 38 Prozent kommt. Die Erhebung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, markiert eine Trendwende, nachdem die beiden Kontrahenten zuletzt nahezu gleichauf lagen. Aus dem Umfeld des Herausforderers heißt es, man sehe die Entwicklung gelassen – es handele sich um normale Schwankungen im Wahlkampf. Man setze darauf, dass Flávio Bolsonaro im anstehenden Fernsehduell zur Sicherheitspolitik punkten könne, einem Thema, bei dem die rechte Wählerschaft traditionell empfänglich sei.

Die Kampagne des Senators verweist zugleich auf einen positiven Aspekt: In der sogenannten spontanen Wählerfrage, bei der kein Kandidatenname vorgegeben wird, stieg Flávio Bolsonaro von 14 auf 17 Prozent, während Lula nur einen Punkt auf 23 Prozent zulegte. Der Abstand schrumpfte damit von acht auf sechs Punkte. Aus Sicht seiner Strategen zeigt dies eine zunehmende Verankerung in der Stammwählerschaft. Zudem seien die nach dem Skandal um den Film „Dark Horse“ und die Verbindung zum Bankier Daniel Vorcaro abgewanderten Wähler nicht zu Lula übergelaufen, sondern hätten sich in die Gruppe der Unentschlossenen oder derjenigen zurückgezogen, die ungültig wählen wollen.

In den Reihen der regierenden Arbeiterpartei PT wird der Umfrageerfolg dagegen als Bestätigung der eigenen Strategie gewertet. Führende Genossen führen den Vorsprung auf zwei Faktoren zurück: zum einen auf die anhaltende Berichterstattung über die Verstrickungen Flávio Bolsonaros in die Dark-Horse-Affäre, die ihn als moderaten Kandidaten des Bolsonarismus diskreditiere; zum anderen auf die Wirkung der Sozialprogramme der Regierung, die in der Bevölkerung positiv aufgenommen würden. Der Abgeordnete Rogério Correia berichtete von internen Gesprächen, in denen die Führung um den Fraktionschef Paulo Pimenta die Entwicklung als Beleg für eine wachsende Durchschlagskraft der eigenen Botschaft wertete.

Der Direktor der Umfrageinstituts Quaest, Felipe Nunes, analysierte die Daten nüchterner: Der Rückgang Flávio Bolsonaros sei vor allem auf die Erosion jener Wählergruppe zurückzuführen, die ihn bislang als gemäßigte Alternative innerhalb des rechten Lagers gesehen habe. Die jüngsten Enthüllungen hätten genau dieses Profil beschädigt. Statt sich als Brückenbauer zu präsentieren, sei der Senator nun mit den radikalen Elementen des Bolsonarismus assoziiert worden. Die Umfrage zeigt zudem, dass die übrigen Kandidaten – darunter Renan Santos, Ronaldo Caiado und Aécio Neves – jeweils nur drei Prozent oder weniger erreichen, während zehn Prozent der Befragten unentschlossen sind.

Blickt man nach vorn, dürfte der Wahlkampf in den kommenden Wochen an Schärfe gewinnen. Flávio Bolsonaro wird versuchen, das Thema Sicherheit zu besetzen, während Lula auf die wirtschaftliche Erholung und soziale Wohltaten setzt. Die Quaest-Erhebung mit einer Fehlermarge von zwei Prozentpunkten macht deutlich, dass das Rennen noch offen ist – doch die Dynamik spricht derzeit für den Amtsinhaber. Ob die Skandale um den Senator weiter nachwirken oder ob ihm eine Wende gelingt, wird sich in den nächsten Umfragen zeigen.

Divergenz der Quellen

Geopolitik & Politik · 4 Quellen · 1 Sprache

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Diese Nachricht erschien in

4 Quellen · 1 Sprache

Erweitere deinen Horizont

Aus Economy & Markets

Ölkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“

8 Sprachen · 21 Quellen

Aus Technology

SpaceX-Raketenstufe schlägt am Mittwoch auf dem Mond ein – wissenschaftliche Beobachtung geplant

7 Sprachen · 16 Quellen

Aus Science & Health

Zeitfenster von acht Stunden beim Essen verbessert kognitive Fähigkeiten

4 Sprachen · 10 Quellen

Mehr lesen