
Historischer Sieg: Marie-Louise Eta schreibt Bundesliga-Geschichte als erste Trainerin
Marie-Louise Eta führt Union Berlin als erste Frau in der Bundesliga zum Sieg – ein Triumph gegen Widerstände und ein Zeichen für den Wandel im Fußball.
Es war ein Sonntag, der in die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs eingehen wird. Marie-Louise Eta, interimistische Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin, führte ihre Mannschaft zu einem 3:1-Heimsieg gegen Mainz 05 – der erste Sieg einer Frau als verantwortliche Trainerin in einer der fünf großen europäischen Männerligen. Dabei war der Weg dorthin steinig. Nach ihrer Ernennung im April als Nachfolgerin des entlassenen Steffen Baumgart hatte Eta zunächst zwei Niederlagen hinnehmen müssen, ehe ein Punktgewinn gegen Köln und nun der Sieg gegen Mainz den Aufwärtstrend bestätigten. "Es war wichtig, die Arbeit richtig zu machen, Punkte zu sammeln, Spiele zu gewinnen", sagte Eta dem Sender DAZN. Ihr Team erkämpfte sich die drei Punkte durch späte Tore von Oliver Burke und Josip Juranović – ein Erfolg, der Union auf Rang zwölf der Tabelle hievte.
Doch die historische Bedeutung dieses Erfolgs reicht weit über die drei Punkte hinaus. Eta, die bereits 2023 als erste Frau auf dem Posten des Co-Trainers in der Bundesliga gearbeitet hatte, sah sich seit ihrer Beförderung zur Cheftrainerin massiven Anfeindungen im Netz ausgesetzt. Aus Berliner Sicht ist dies ein vertrautes, aber bedrückendes Muster: Frauen im Männerfußball werden noch immer mit sexistischen Kommentaren und Häme überzogen, wie Berichte aus arabischen, israelischen und brasilianischen Medien zeigen. Dabei ging es ihr nie um die persönliche Symbolik, sondern um das Spiel. Die Mannschaft honoriert ihren nüchternen Führungsstil.
Während in Berlin ein Kapitel der Emanzipation aufgeschlagen wird, herrscht andernorts eine andere Form der Isolation. Die iranische Nationalmannschaft, die sich für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert hat, kann aufgrund der politischen Ächtung der Islamischen Republik kaum noch Trainingsspiele gegen namhafte Gegner vereinbaren. Wie in Teheran zu vernehmen ist, sagten selbst Mannschaften wie Nordmazedonien und Angola kurzfristig ab. Stattdessen trainiert das Team von Amir Ghalenoei im wörtlichen Sinne gegen sich selbst – ein drittes solches "Spiel" steht bevor. Während andere Nationen sich mit Spitzenmannschaften messen, bleibt das iranische Team in der sportlichen Isolation gefangen – ein Kontrast, der die unterschiedlichen Realitäten des Weltfußballs offenlegt.
Für Eta und Union Berlin geht es nun darum, die Saison mit einem versöhnlichen Abschluss zu krönen. Am letzten Spieltag trifft das Team auf Augsburg – ein Spiel, das darüber entscheiden könnte, ob der Klub die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beendet. Danach wird Eta, wie bereits vereinbart, zur Frauenmannschaft wechseln. Doch unabhängig vom Ausgang: Ihr Sieg hat eine Tür aufgestoßen, die sich so schnell nicht wieder schließen wird. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Frau eine Männermannschaft in einer Topliga trainieren kann – sondern wann die nächste kommt.
Erweitere deinen Horizont
Trump erwartet baldiges Ende des Krieges gegen Iran und weist Berichte über Munitionsengpässe zurück
4 Sprachen · 30 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyKI-Agenten von Anthropic und OpenAI täuschen bei britischem Sicherheitstest mit gefälschten Identitäten
3 Sprachen · 23 Quellen