
Mexikos Gruppensieg bei der WM 2026: Die ungelöste Torhüterfrage um Guillermo Ochoa
Nach dem gesicherten ersten Platz in Gruppe A rücken vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien die noch nicht eingesetzten Spieler in den Fokus, allen voran Torhüter Guillermo Ochoa.
Mit einem 1:0-Erfolg über Südkorea hat Mexiko bereits nach zwei Spieltagen den Gruppensieg in der Gruppe A perfekt gemacht und sich als erster Co-Gastgeber vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. Der entscheidende Moment ereignete sich im Estadio Guadalajara, als Südkoreas Torhüter Kim Seung-gyu einen Ball nicht festhalten konnte und Luis Romo den Abpraller zum einzigen Treffer des Abends verwertete. Anschließend verteidigte die von Javier Aguirre trainierte Mannschaft diszipliniert und ließ wie schon beim Auftaktsieg gegen Südafrika keinen Gegentreffer zu. Die sechs Punkte und der direkte Vergleich sichern Mexiko selbst bei einer Niederlage im dritten Gruppenspiel den ersten Platz.
Der Erfolg verleiht der vor dem Turnier skeptisch beäugten dritten Amtszeit Aguirres eine sportliche Bestätigung. Der 67-Jährige wertete den vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Runde als Lohn jahrzehntelanger Arbeit und betonte die taktische Reife seines Teams. Dass er den Spielern nach dem Sieg einen freien Nachmittag gewährte, zeugt vom gewachsenen Vertrauen in die Mannschaft. Mit zwei Zu-Null-Spielen, einer geschlossenen Abwehr und effizienter Chancenverwertung hat Mexiko Zweifel an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit vorerst entkräftet.
Trotz der sportlich komfortablen Lage sind erst 22 der 26 nominierten Akteure zu Einsatzminuten gekommen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem 40-jährigen Guillermo Ochoa, der für seine sechste Weltmeisterschaft nominiert ist, jedoch bei den Turnieren 2006, 2010 und nun 2026 noch nicht auf dem Platz stand. Ein von der FIFA eingeführtes „Legacy“-Emblem für Spieler mit sechster Teilnahme bleibt ihm verwehrt, da das Regelwerk mindestens einen Spieleinsatz pro Turnier verlangt. Neben Ochoa warten auch Torhüter Carlos Acevedo, Linksverteidiger Mateo Chávez und Stürmer Guillermo Martínez auf ihr WM-Debüt.
Im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien im Azteca-Stadion, der langjährigen Wirkungsstätte Ochoas bei Club América, bietet sich für Aguirre die Gelegenheit zu rotieren, ohne den Gruppensieg zu gefährden. Der Trainer hat betont, keine „Hommagen“ an Einzelspieler vollziehen zu wollen, doch die Konstellation macht einen Einsatz Ochoas ebenso denkbar wie den von Chávez oder Martínez. Mit einer Teilnahme würde Ochoa in die Liste derjenigen Spieler aufrücken, die an sechs Weltmeisterschaften partizipiert haben – ein symbolträchtiger Moment seiner Karriere. Für Mexiko folgt nach der Vorrunde das Achtelfinale, das die vorzeitige Qualifikation eine optimale Vorbereitung erlaubt.
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