
Mordurteil nach Messerattacke bei Leichtathletik-Meeting: Teenager legt Berufung ein
Karmelo Anthony wurde zu 35 Jahren Haft verurteilt, weil er einen Mitschüler bei einem Sportfest erstochen hat. Sein Anwaltsteam kündigt Berufung an, während ein rechtsextremer Influencer festgenommen wird.
Ein Jugendgericht in Collin County, Texas, hat den 19-jährigen Karmelo Anthony des Mordes für schuldig befunden und zu 35 Jahren Haft verurteilt. Anthony hatte im April 2025 während eines Leichtathletik-Meetings in Frisco den 17-jährigen Austin Metcalf erstochen. Die Geschworenen berieten weniger als drei Stunden, bevor sie das Urteil fällten. Anthonys Verteidigung hatte auf Notwehr plädiert, doch die Staatsanwaltschaft konnte nachweisen, dass der Streit eskalierte, nachdem Anthony sich weigerte, das Zelt einer rivalisierenden Schule zu verlassen. Der Verurteilte hat umgehend Berufung eingelegt und befindet sich derzeit in Isolationshaft in der Krankenstation des Gefängnisses von Collin County.
Parallel zu dem Verfahren sorgte ein Vorfall vor dem Gerichtsgebäude für Aufsehen. Der rechtsextreme Influencer Jake Lang, der wegen seiner Beteiligung am Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt, aber später von Präsident Trump begnadigt worden war, wurde in Dallas festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, während des Prozesses gegen Anthony terroristische Drohungen ausgestoßen zu haben. Die texanischen Behörden nahmen Lang fest, als er von einem Flug in Dallas abholte. Die Anklage lautet auf einen dritten Grad der Straftat der terroristischen Drohung.
In den sozialen Medien und von politischer Seite wurde das Urteil kontrovers aufgenommen. Die demokratische Abgeordnete Jasmine Crockett aus Texas äußerte auf ihrem Podcast Zweifel an der Unparteilichkeit der Geschworenen, die sie als „zwölf unvoreingenommene Weiße aus Collin County“ bezeichnete. Ihre Äußerungen stießen auf scharfe Kritik, da sie als Versuch gewertet wurden, rassistische Ressentiments zu schüren. Die Familie des Opfers und beide Prozessparteien hatten zuvor betont, dass Rasse in dem Fall keine Rolle gespielt habe.
Aus texanischer Perspektive wirft der Fall ein Schlaglicht auf die justizielle Behandlung von Jugendlichen und die Frage der Selbstverteidigung. Anthonys Berufung wird voraussichtlich die Umstände der Tat und die Beweisaufnahme erneut aufrollen. Sollte das Urteil bestätigt werden, droht dem 19-Jährigen eine langjährige Haftstrafe in einem texanischen Staatsgefängnis. Die Festnahme Langs unterstreicht zudem die anhaltenden Spannungen im politischen Klima der USA, wo radikale Stimmen zunehmend versuchen, Gerichtsverfahren für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
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