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Ausgabe von 10:00 CETFreitag, 7. August 2026
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Donnerstag, 23. April 2026

Nach Fischers Sturz: Neue Trainer-Loyalität und ein Medienmann tritt ab

Die Erschütterungen, die die Entlassung von Nationaltrainer Patrick Fischer im Schweizer Eishockey ausgelöst hat, hallen weiter nach. Am Montag äußerte sich erstmals dessen Nachfolger Jan Cadieux öffentlich zu den turbulenten Tagen nach dem überraschenden Personalwechsel – einem Wechsel, der durch die Enthüllung einer Covid-Affäre um Fischer ausgelöst worden war. Doch während Cadieux im Gespräch mit der Presse versucht, den Fokus auf die anstehende Weltmeisterschaft zu richten, ist ausgerechnet der Journalist, der die Affäre ins Rollen brachte, über seine eigene Vergangenheit gestolpert. Aus Schweizer Sicht offenbart sich eine Krise, die weit über das Sportliche hinausweist.

Cadieux, der die Nationalmannschaft interimsweise übernommen hat, betonte in einer ersten Stellungnahme, dass er mit dem Superstar und Captain Roman Josi ein „gutes und ehrliches Gespräch“ geführt habe. Josi habe, so der Trainer, ihm zudem einen Brief geschrieben. Mit dieser Geste versucht der neue Coach, die zerrüttete Stimmung im Kader zu kitten – eine Stimmung, die nach Fischers Entlassung tief verunsichert war. Dass die sportliche Vorbereitung auf die WM in drei Wochen nahezu unverändert bleibt, mag beruhigend wirken, doch aus Sicht der Spieler und des Verbandes stellt sich die Frage, ob die blosse Kontinuität des Spielstils ausreicht, um die Autoritätslücke zu schliessen, die Fischers Abgang hinterlassen hat.

Parallel zu diesen internen Stabilisierungsversuchen hat die Affäre eine zweite Figur erfasst: Pascal Schmitz, SRF-Moderator und langjähriger Stadionsprecher der Rapperswil-Jona Lakers, trat von seinem Amt zurück. Der Grund sind beleidigende Facebook-Posts, die er vor rund fünfzehn Jahren veröffentlicht hatte und die nun in der „Weltwoche“ ans Licht kamen. Schmitz hatte zuvor durch seine Berichterstattung über Fischers Verstoss gegen die Covid-Regeln dessen Sturz eingeleitet. Aus Berner Perspektive wirft dieser Vorgang ein bezeichnendes Licht auf die öffentliche Debatte im Land: Wer moralische Verfehlungen anderer enthüllt, muss sich selbst an denselben Massstäben messen lassen. In einer Zeit, in der Cancel Culture und Verjährung von Fehltritten heftig diskutiert werden, zeigt der Fall, wie schnell die Rollen von Ankläger und Angeklagtem wechseln können.

Für das deutsche oder österreichische Publikum mag diese Personalie zunächst randständig wirken, doch sie unterstreicht ein tiefer liegendes Phänomen im deutschsprachigen Raum: Die mediale Durchleuchtung von Sportfunktionären und Journalisten hat eine neue Intensität erreicht, die kaum jemanden ungeschoren lässt. In Wien oder München, wo die Eishockey-WM aufmerksam verfolgt wird, beobachtet man die Entwicklung in der Schweiz mit Sorge – nicht zuletzt, weil die Nationalmannschaft nun unter einem doppelten Druck antreten muss: dem sportlichen und dem der öffentlichen Reinwaschung.

Wie wird es weitergehen? Cadieux hat bis zur WM kaum Zeit, sein Team neu zu formen. Die Einheit der Mannschaft wird davon abhängen, ob das Gespräch mit Josi nur eine Geste war oder der Beginn einer wirklichen Vertrauensbasis. Gleichzeitig muss der Verband darauf achten, dass die Causa Schmitz nicht den gesamten Fokus auf die Turniervorbereitung legt. Das langfristige Bild aber ist eines der institutionellen Verunsicherung: Das Schweizer Eishockey hat seine moralische und personelle Ordnung verloren und steht vor der Aufgabe, sie bis zum ersten Bully der WM wiederherzustellen.

Aktuell
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Nach Fischers Sturz: Neue Trainer-Loyalität und ein Medienmann tritt ab

Die Erschütterungen, die die Entlassung von Nationaltrainer Patrick Fischer im Schweizer Eishockey ausgelöst hat, hallen weiter nach. Am Montag äußerte sich erstmals dessen Nachfolger Jan Cadieux öffentlich zu den turbulenten Tagen nach dem überraschenden Personalwechsel – einem Wechsel, der durch die Enthüllung einer Covid-Affäre um Fischer ausgelöst worden war. Doch während Cadieux im Gespräch mit der Presse versucht, den Fokus auf die anstehende Weltmeisterschaft zu richten, ist ausgerechnet der Journalist, der die Affäre ins Rollen brachte, über seine eigene Vergangenheit gestolpert. Aus Schweizer Sicht offenbart sich eine Krise, die weit über das Sportliche hinausweist.

Cadieux, der die Nationalmannschaft interimsweise übernommen hat, betonte in einer ersten Stellungnahme, dass er mit dem Superstar und Captain Roman Josi ein „gutes und ehrliches Gespräch“ geführt habe. Josi habe, so der Trainer, ihm zudem einen Brief geschrieben. Mit dieser Geste versucht der neue Coach, die zerrüttete Stimmung im Kader zu kitten – eine Stimmung, die nach Fischers Entlassung tief verunsichert war. Dass die sportliche Vorbereitung auf die WM in drei Wochen nahezu unverändert bleibt, mag beruhigend wirken, doch aus Sicht der Spieler und des Verbandes stellt sich die Frage, ob die blosse Kontinuität des Spielstils ausreicht, um die Autoritätslücke zu schliessen, die Fischers Abgang hinterlassen hat.

Parallel zu diesen internen Stabilisierungsversuchen hat die Affäre eine zweite Figur erfasst: Pascal Schmitz, SRF-Moderator und langjähriger Stadionsprecher der Rapperswil-Jona Lakers, trat von seinem Amt zurück. Der Grund sind beleidigende Facebook-Posts, die er vor rund fünfzehn Jahren veröffentlicht hatte und die nun in der „Weltwoche“ ans Licht kamen. Schmitz hatte zuvor durch seine Berichterstattung über Fischers Verstoss gegen die Covid-Regeln dessen Sturz eingeleitet. Aus Berner Perspektive wirft dieser Vorgang ein bezeichnendes Licht auf die öffentliche Debatte im Land: Wer moralische Verfehlungen anderer enthüllt, muss sich selbst an denselben Massstäben messen lassen. In einer Zeit, in der Cancel Culture und Verjährung von Fehltritten heftig diskutiert werden, zeigt der Fall, wie schnell die Rollen von Ankläger und Angeklagtem wechseln können.

Für das deutsche oder österreichische Publikum mag diese Personalie zunächst randständig wirken, doch sie unterstreicht ein tiefer liegendes Phänomen im deutschsprachigen Raum: Die mediale Durchleuchtung von Sportfunktionären und Journalisten hat eine neue Intensität erreicht, die kaum jemanden ungeschoren lässt. In Wien oder München, wo die Eishockey-WM aufmerksam verfolgt wird, beobachtet man die Entwicklung in der Schweiz mit Sorge – nicht zuletzt, weil die Nationalmannschaft nun unter einem doppelten Druck antreten muss: dem sportlichen und dem der öffentlichen Reinwaschung.

Wie wird es weitergehen? Cadieux hat bis zur WM kaum Zeit, sein Team neu zu formen. Die Einheit der Mannschaft wird davon abhängen, ob das Gespräch mit Josi nur eine Geste war oder der Beginn einer wirklichen Vertrauensbasis. Gleichzeitig muss der Verband darauf achten, dass die Causa Schmitz nicht den gesamten Fokus auf die Turniervorbereitung legt. Das langfristige Bild aber ist eines der institutionellen Verunsicherung: Das Schweizer Eishockey hat seine moralische und personelle Ordnung verloren und steht vor der Aufgabe, sie bis zum ersten Bully der WM wiederherzustellen.

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