
Steigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
In Indien, Mexiko, Brasilien und Argentinien dämpfen höhere Risikovorsorgen die Halbjahresergebnisse 2026, während sich die Kreditqualität eintrübt und die Institute ihre Vergabepolitik straffen.
Die Quartals- und Halbjahreszahlen grosser Banken in mehreren Schwellenländern zeigen ein gemeinsames Muster: Steigende Kreditvorsorgen dämpfen die Ertragsentwicklung, selbst dort, wo die Gewinne noch zulegen. Die State Bank of India (SBI) meldete für das Juniquartal einen Konzerngewinn von 24.113 Crore Rupien (plus 13,7 Prozent), doch die frischen Kreditausfälle stiegen auf 7.046 Crore Rupien – deutlich mehr als im Märzquartal – und die überfälligen, aber noch nicht notleidenden Kredite nahmen zu. In Mexiko sank der Halbjahresgewinn der Privatbanken um 2,2 Prozent auf 149,1 Milliarden Pesos, während die präventiven Risikovorsorgen mit 124,2 Milliarden Pesos einen historischen Höchststand erreichten. Die drei grössten privaten Banken Brasiliens – Itaú, Bradesco und Santander – stockten ihre Vorsorgen im zweiten Quartal um 12,4 Prozent auf 28,7 Milliarden Real auf, obwohl das Kreditbuch nur um 9,4 Prozent wuchs. In Argentinien schliesslich schnellten die Kreditausfallvorsorgen von durchschnittlich 3,4 Prozent des Bruttokreditbestands (2021–2024) auf nahezu 9 Prozent im Mai 2026.
Hinter den Zahlen steht die Abkühlung eines zuvor kräftigen Kreditzyklus. In Mexiko wuchs der Konsumkredit real um 8,1 Prozent, doch die notleidenden Verbraucherdarlehen erreichten mit 66,4 Milliarden Pesos den höchsten Stand seit der Pandemie; die Quote fauler Kredite stieg auf 2,3 Prozent, die bereinigte Quote auf 4,7 Prozent. In Brasilien kletterte die systemweite Ausfallquote im Mai auf 4,74 Prozent – den höchsten Wert seit Beginn der Zentralbankreihe 2011 – und die Verschuldung der Haushalte im Verhältnis zum Einkommen erreichte im Januar mit 49,93 Prozent ein Rekordhoch. Die hohe Selic von 14 Prozent und die anhaltende Nahrungsmittelinflation belasten die Zahlungsfähigkeit. In Argentinien hat die Verlagerung der Bankaktiva von Staatsanleihen hin zu Privatkrediten (Kreditbestand nun 47 Prozent der Aktiva, nach 23 Prozent 2023) das Kreditrisiko in die Bilanzen geholt, während die Inflation und die Zinsen sinken.
Die Institute reagieren mit vorsichtigerer Kreditvergabe. Der Präsident von Itaú, Milton Maluhy, erklärte, er verzichte lieber auf Wachstum und Marktanteile, als später mit Zahlungsausfällen konfrontiert zu sein. Bradesco fährt das unbesicherte Privatkundengeschäft zurück. SBI-Chef C.S. Setty peilt für das laufende Geschäftsjahr ein Kreditwachstum von 14 bis 15 Prozent an, das durch ein Einlagenwachstum von 10 bis 11 Prozent gedeckt werden soll. Die Ratingagentur Moody’s warnte, dass die Abschreibungen im mexikanischen Konsumkreditgeschäft auf 8 Prozent gestiegen seien und die Vorsorgen in Argentinien hoch bleiben dürften. In Brasilien konnte das staatliche Umschuldungsprogramm „Desenrola“ die Ausfallquote im Juni nur leicht auf 4,68 Prozent drücken.
Der Ausblick bleibt verhalten. In Brasilien rechnen Analysten mit einer weiteren Verschlechterung oder bestenfalls Stabilisierung der Kreditqualität im zweiten Halbjahr, solange die fiskalischen Unsicherheiten die Langfristzinsen hoch halten. In Mexiko verschärfen neue Wettbewerber und die anhaltende regulatorische Überprüfung nach US-Kritik den Druck auf die Margen. In Argentinien begrenzt die kurzfristige Einlagenstruktur die Fähigkeit, langfristige Kredite zu vergeben, während der Margendruck zunimmt. Ein nächster konkreter Prüfstein ist das Auslaufen des indischen FCNR(B)-Einlagenfensters im September, das der SBI bisher 6 Milliarden Dollar an Mitteln beschert hat und auf bis zu 10 Milliarden Dollar anwachsen soll.
| Indische & südasiatische Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
Die SBI triumphiert mit Rekordgewinnen und geringeren Rückstellungen, ein Beweis für die Stärke des indischen Bankwesens inmitten globaler Unsicherheit.
Isoliert einen einzelnen positiven Datenpunkt (SBI-Gewinn) und präsentiert ihn als repräsentativ für den gesamten Sektor, wobei der gegenteilige Trend in anderen Ländern ausgelassen wird.
Erwähnt nicht, dass Banken in Brasilien, Mexiko und Argentinien die Rückstellungen erhöhen und Vorsicht walten lassen, was einen nicht dargestellten Kontrast erzeugt.
Das Kreditsystem Lateinamerikas steht unter Druck: überlastete Haushalte, steigende Ausfälle, Banken, die sich mit Rekordrückstellungen schützen, während die Gewinne sinken.
Häuft alarmierende Daten zu Schulden, Ausfällen und Bankmaßnahmen an, um ein Bild systemischer Krise zu zeichnen und das Risiko auf die gesamte Region zu verallgemeinern.
Bezieht sich nicht auf den indischen SBI-Fall, der eine positive Leistung mit sinkenden Rückstellungen zeigt, was die Erzählung einer globalen Kreditkrise abschwächen könnte.
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