
Gestohlene Festplatte: Netflix wegen Verlusts von Nicolas-Cage-Film verklagt
Der Produzent Simon Afram fordert 105 Millionen Dollar Schadenersatz, nachdem eine unverschlüsselte Kopie des Zweiten-Weltkrieg-Thrillers „Fortitude“ aus dem Netflix-Büro in Hollywood gestohlen wurde.
Es war der 15. Juni, als ein Produktionsmitarbeiter eine schwarze Festplatte in das Büro von Netflix am Sunset Boulevard in Hollywood trug. Auf dem Datenträger befand sich der gesamte Film – eine unverschlüsselte digitale Masterkopie des Spionagethrillers „Fortitude“ mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Die Bitte an den Streamingdienst war klar: den Film sichten, die Datei löschen, die Platte zurückgeben. Zehn Tage später, am 25. Juni, erhielt das Team eine E-Mail von Sean Berney, dem Leiter des Filmankaufs bei Netflix. Darin hieß es, dass „eine ganze Reihe von Festplatten“ von den Schreibtischen im Büro gestohlen worden sei. Die Sicherheitsabteilung habe die Täter nicht ausfindig machen können. Der Datenträger mit dem unveröffentlichten Film war der einzige, der nicht leer war.
Der Schweizer Drehbuchautor und Produzent Simon Afram, der eigenen Angaben zufolge 45 Millionen Dollar Eigenkapital in das Projekt investiert und sieben Jahre daran gearbeitet hat, reichte daraufhin Ende Juli Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien ein. Er wirft Netflix vor, die ungesicherte Festplatte nicht ausreichend geschützt und nach dem Diebstahl keine ausreichenden Ermittlungen betrieben zu haben. Der Streamingdienst habe sich geweigert, die Polizei von Los Angeles einzuschalten, obwohl die Produzenten selbst Anzeige erstattet hätten. Die Klage fordert mindestens 105 Millionen Dollar Schadenersatz, da der Verlust der unverschlüsselten Kopie den kommerziellen Wert des Films massiv beeinträchtige: Jeder potenzielle Verleiher müsse über die gestohlene Datei informiert werden, was die Exklusivität des Werkes zerstöre.
„Fortitude“ erzählt die wahre Geschichte alliierter Täuschungsmanöver im Zweiten Weltkrieg, die die nationalsozialistische Führung in die Irre führten. Nicolas Cage spielt den serbischen Doppelagenten Duško Popov, eine historische Figur, die als eine der Inspirationen für Ian Flemings James Bond gilt. Neben Cage sind unter anderem Ben Kingsley, Matthew Goode, Michael Sheen und Alice Eve zu sehen. Regie führt Simon West. Es ist nicht der erste Rechtsstreit um den Film: Bereits 2023 verklagte Afram den Regisseur Martin Scorsese, der angeblich eine halbe Million Dollar als ausführender Produzent erhalten, aber keine Arbeit geleistet habe. Der Fall wurde 2024 außergerichtlich beigelegt.
Netflix weist die Verantwortung in dem aktuellen Fall entschieden zurück. Die Festplatte sei „ohne die branchenüblichen Sicherheitsmaßnahmen“ übergeben worden, erklärte ein Sprecher. Normalerweise würden unveröffentlichte Filme über passwortgeschützte Links oder verschlüsselte DCPs mit einem speziellen Schlüssel bereitgestellt. In dem Handbuch von Netflix habe es jedoch geheißen: „Wenn das DCP verschlüsselt ist, stellen Sie bitte sicher, dass die Schlüssel ab dem Zeitpunkt des Eintreffens bis zum Ende des 16. Juni geöffnet sind.“ Der Produzent habe zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kopie unverschlüsselt sei. Netflix wirft den Klägern vor, nach dem Diebstahl keine kooperative Lösung gesucht, sondern sofort eine Zahlung von 165 Millionen Dollar gefordert zu haben – ein Versuch „feindseliger Erpressung“, wie es in der Stellungnahme des Unternehmens heißt.
Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Film im Internet aufgetaucht wäre. Sean Berney schrieb in seiner E-Mail, es sei möglich, dass die Diebe die Festplatten lediglich als Altmetall hätten verkaufen wollen. Für die Produzenten ändert das nichts an der fatalen Unsicherheit: Die unverschlüsselte Kopie könnte jederzeit auftauchen – und mit ihr die gesamte mehrjährige Arbeit, die nun wie ein loses Blatt im Wind des Netzwerks treibt. Der Datenträger ist verschwunden, der Film hängt in der Schwebe zwischen den Tischen eines Büros in Hollywood und den unberechenbaren Wegen eines Diebesguts.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
Netflix rejects the accusations and reiterates that the producer violated industry safety standards.
The bloc gives space to Netflix's defense without editorializing, creating the impression that the case is open and responsibility shared.
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The producer delivered an unprotected hard drive, so he is responsible for the loss.
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Netflix lost the master copy of the film and must compensate the producer for its negligence.
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The producer invested $45 million and seven years, and now Netflix has destroyed his chances of profit.
By emphasizing the producer's personal sacrifice and the film's potential, the press elicits sympathy and positions Netflix as the cause of the loss.
It omits the detail that the hard drive was unencrypted, which could mitigate Netflix's fault.
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