
Nissan erzielt ersten Quartalsgewinn nach zwei Verlustjahren
Der japanische Automobilhersteller verbuchte im ersten Geschäftsquartal einen Nettogewinn von 3,76 Milliarden Yen, getrieben von Kostensenkungen, während die Absatzprognose wegen der Schwäche in China gesenkt wurde.
Nissan Motor hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erstmals seit zwei Jahren wieder einen Nettogewinn ausgewiesen. Wie der Konzern am Montag mitteilte, belief sich der Überschuss in den Monaten April bis Juni auf 3,76 Milliarden Yen (rund 24 Millionen US-Dollar), nach einem Verlust von 115,76 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn erreichte 77,89 Milliarden Yen, verglichen mit einem operativen Verlust von 79,12 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 9,5 Prozent auf 2,96 Billionen Yen.
Die Ergebniswende stützt sich maßgeblich auf das Sanierungsprogramm „Re:Nissan“, das unter anderem Stellenstreichungen und die Reduzierung von Produktionsstandorten vorsieht. Im Berichtsquartal konnten dadurch weitere 60 Milliarden Yen eingespart werden. Konzernchef Iván Espinosa sprach von „erheblichen Fortschritten bei den Kostensenkungen“, verwies jedoch zugleich auf anhaltende Belastungen durch das schwierige Marktumfeld in China und im Nahen Osten. Der Absatz von Fahrzeugen ging leicht auf 701.000 Einheiten zurück, nach 707.000 Stück im Vorjahresquartal.
Nissan leidet unter einer veralteten Modellpalette, häufigen Führungswechseln und dem Scheitern der angestrebten Allianz mit Honda. Die Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit des Konzerns auf Ramschniveau herabgestuft, und die Verschuldung beläuft sich auf 4,4 Billionen Yen. Auf der Hauptversammlung im Juni äußerten Aktionäre Unmut über die Aktienkursentwicklung und den Mangel an attraktiven Produkten. In China, wo der Branchenabsatz im ersten Halbjahr um 22 Prozent einbrach, sanken die Verkäufe von Nissan um 15 Prozent.
Für das Gesamtjahr bis März 2027 bestätigte Nissan die Prognose eines Umsatzes von 13 Billionen Yen sowie eines operativen Gewinns von 200 Milliarden Yen und eines Nettogewinns von 20 Milliarden Yen. Die Absatzprognose wurde jedoch von 3,3 Millionen auf 3,15 Millionen Fahrzeuge gesenkt, was vor allem auf die verschärfte Konkurrenz durch chinesische Hersteller zurückzuführen ist. Die Aktie gab am Montag um 3,3 Prozent nach, nachdem die Zahlen erst nach Börsenschluss veröffentlicht worden waren.
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