
Papst Leo XIV.: „Ich sehe mich eher als Papst, der zufällig Amerikaner ist“
Am Rande eines Friedenskonzerts in Castel Gandolfo sprach Papst Leo XIV. über seine amerikanische Identität, Migranten und die Sklaverei-Vergangenheit seiner Familie.
In den Gärten von Castel Gandolfo, der päpstlichen Sommerresidenz, fand am Mittwochabend ein besonderes Friedenskonzert statt. Anlass war der 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi. Der italienische Tenor Andrea Bocelli, begleitet von jungen Sängern aus aller Welt, interpretierte „Amazing Grace“ und die Hymne „Panis Angelicus“. Kinder verschiedenster Nationalitäten, Ethnien und wohl auch Religionen sangen gemeinsam – ein Bild, das Papst Leo XIV. später als Einladung beschrieb, „über manche Unterschiede hinwegzusehen und den Reichtum des Menschseins zu erkennen“.
Im Anschluss an die Veranstaltung gewährte der Papst dem US-Sender NBC ein kurzes Interview. Auf die Frage, wie bedeutsam es für ihn sei, Amerikaner zu sein, antwortete der in Chicago geborene Pontifex: „Ich sehe mich eher als Papst, der zufällig Amerikaner ist. Nicht, um herabzuwürdigen, was es bedeutet, Amerikaner zu sein.“ Er liebe Amerika sehr, betonte Leo, doch seine Mission sei universal – „Hirte einer Weltkirche zu sein und eine Stimme zu haben, um zu Menschen überall auf der Welt zu sprechen“. Der 70-Jährige, der fast zwei Jahrzehnte als Missionar in Peru lebte, unterstrich, dass seine Großeltern Einwanderer waren.
Auf die Frage, was er an Amerika am meisten schätze, zählte Leo Prinzipien auf: „den Sinn für Freiheit, den Sinn für Chancen, den Sinn dafür, über Generationen Menschen aus aller Welt eingeladen zu haben, Teil Amerikas zu sein“. Dann offenbarte er eine persönliche Facette seiner Familiengeschichte: Mütterlicherseits gebe es in seiner Ahnenreihe „Menschen, die sowohl Sklaven als auch Sklavenhalter waren“. Recherchen zufolge reichen seine Wurzeln bis nach Haiti, Kuba, Frankreich und Guadeloupe; mindestens 17 seiner Vorfahren waren afrikanischer Abstammung.
Wie sein Vorgänger Franziskus setzt sich Leo vehement für Migranten ein. Er hat die Behandlung von Einwanderern durch die Trump-Administration als „unmenschlich“ bezeichnet. Zum Unabhängigkeitstag der USA besuchte er die italienische Insel Lampedusa, einen Brennpunkt der Flüchtlingsbewegungen, und forderte Toleranz und Schutz für die Verletzlichen. Im NBC-Interview richtete er einen Appell an Migranten, die in Angst leben: „Habt Hoffnung, versucht geordnet zu leben, und habt den Mut, dass die Hoffnung uns allen immer hilft.“
Ob er seine Friedensbotschaft persönlich in die USA tragen werde, wollte der Journalist wissen. „Ich hoffe, bald zu kommen“, antwortete Leo. Eine Reise sei noch nicht geplant, doch die Sehnsucht nach der „Mutterheimat“ – so ein anderes Interview – ist spürbar. Während die letzten Töne des Konzerts verklangen, blieb eine Frage im Raum: Wird der erste Papst aus den Vereinigten Staaten in sein Geburtsland zurückkehren – und welche Resonanz fände seine Botschaft der universalen Geschwisterlichkeit in einem polarisierten Land?
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The pope sees himself as pontiff first, American second, and his love for the US is subordinate to his universal mission.
The article presents the pope's words without additional context or interpretation, allowing the quote to stand as the primary frame.
The article omits the revelation about the pope's slave-owning ancestors, which appeared in other coverage.
The pope, as a universal pastor, extends a hand to the United States and offers guidance to immigrants, embodying a caring yet authoritative figure.
The article frames the pope's message as one of hope and order, subtly aligning his papal authority with a paternalistic concern for immigrants' behavior.
It omits the pope's statement that he does not primarily define himself as American and the revelation about slave ancestors.
The pope's American identity is not straightforward; it is embedded in a history of migration, slavery, and contradiction.
The article adds depth by revealing the pope's ancestral background, thereby complicating the narrative of a purely universal pope and grounding his identity in specific national history.
The article does not report the pope's exact statement about seeing himself as the pope who happens to be American, focusing instead on his family background.
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