
Pentagon beziffert Kriegskosten im Iran auf 25 Milliarden Dollar – Ende nicht absehbar
Zum ersten Mal seit Beginn der Militäroperation gegen Iran haben Vertreter des Pentagons eine offizielle Kostenschätzung vorgelegt: 25 Milliarden Dollar, so der Haushaltschef Jules Hurst in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses. Der Betrag, der überwiegend für Munition aufgewendet wurde, markiert den bislang höchsten öffentlich genannten Preis des Konflikts, der am 28. Februar mit einer gemeinsamen amerikanisch-israelischen Offensive begann. Aus Washingtoner Sicht stellt die Zahl den Versuch dar, dem zunehmenden Druck aus dem Kongress nach Transparenz nachzukommen, doch Verteidigungsminister Pete Hegseth vermied jede Aussage über ein mögliches Kriegsende. Der Waffenstillstand, der seit drei Wochen in Kraft ist, bröckelt, während die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran nach Aussage von Präsident Donald Trump „feststecken“. Trump selbst rief die iranische Führung auf, sich schneller zu bewegen, und sprach von einem „Zusammenbruch“ des Landes.
Beobachter in Teheran werten die Kostenoffensive als Versuch, den inneramerikanischen Dissens zu übertünchen. Die iranische Führung habe sich bislang nicht auf eine dauerhafte Waffenruhe eingelassen, und die atomaren Anlagen seien trotz massiver Angriffe nicht vollständig zerstört, wie Hegseth indirekt einräumen musste. Aus europäischer Perspektive, insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz, entsteht eine prekäre Lage: Die Sperrung der Straße von Hormus, die Trump „so bald wie möglich“ wieder öffnen will, bleibt ein Damoklesschwert für die Energieversorgung. Schweizer Diplomaten, die in Teheran als Vermittler auftreten, berichten von einer zunehmenden Verhärtung auf beiden Seiten. Die Kosten von 25 Milliarden Dollar, die nach Einschätzung mehrerer mit der Sache vertrauter Quellen eher eine Untergrenze darstellen, dürften sich in den kommenden Monaten drastisch erhöhen, falls die Pattsituation anhält. Der amerikanische Steuerzahler trägt die Hauptlast, während die europäischen Verbündeten bislang abseitsstehen – ein Zustand, der in Berlin und Wien zunehmend als unhaltbar gilt.
Die Zukunft des Konflikts hängt weniger an Zahlen als an der Frage, ob Washington bereit ist, einem kompromisslosen Gegner weitere Zugeständnisse abzuringen. Hegseths Aussage, Iran müsse an den Verhandlungstisch gezwungen werden, deutet auf eine Fortsetzung der militärischen Druckpolitik hin. Für die Golfstaaten, die einerseits eine nukleare Bewaffnung Irans fürchten, andererseits unter den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts leiden, bleibt die Lage ambivalent. Analysten warnen, dass der Waffenstillstand ohne eine diplomatische Einigung nur eine Atempause sei – eine Einschätzung, die angesichts der stockenden Gespräche zwischen Washington und Teheran an Dringlichkeit gewinnt.
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