
Sponsoringvertrag mit russischem Wettanbieter blockiert Pirlos Ernennung zum Italien-Trainer
Die mögliche Berufung Andrea Pirlos zum Nationaltrainer Italiens stößt wegen seiner Rolle als Markenbotschafter des russischen Buchmachers Fonbet auf politischen Widerstand und eine interne Prüfung des Verbandes.
Die Ernennung Andrea Pirlos zum neuen Commissario Tecnico der italienischen Fußballnationalmannschaft ist vorerst ausgesetzt. Wie mehrere italienische Medien berichten, prüft der Präsident des italienischen Fußballverbandes (FIGC), Giovanni Malagò, derzeit die kommerziellen Verbindungen des ehemaligen Weltmeisters zu Russland. Pirlo fungiert seit Oktober als globaler Markenbotschafter des russischen Wettanbieters Fonbet, dessen Hauptaktionär, Sergey Lomakin, auch Eigentümer des von Pirlo trainierten Klubs United FC aus Dubai ist. Eine mit dem Vorgang vertraute Quelle bestätigte gegenüber Reuters, dass Pirlos Russland-Verbindungen geprüft würden und die Angelegenheit noch nicht abgeschlossen sei.
Aus der italienischen Politik hagelte es Kritik. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno, warf Pirlo vor, er habe „freiwillig und wiederholt sein Ansehen für eine Normalisierung des Putin-Regimes eingesetzt“. Carlo Calenda, Vorsitzender der Partei Azione, forderte, dass niemand, der nach 2022 Propaganda für Russland betreibe, ein nationales Amt bekleiden dürfe. Senatspräsident Ignazio La Russa äußerte sportliche Zweifel und nannte Pirlo als Trainer einen „Sprung ins Ungewisse“. Hingegen verteidigte der Europaparlamentarier Roberto Vannacci den Ex-Nationalspieler: Kultur und Sport müssten außerhalb der Politik bleiben, entscheidend sei allein die fachliche Kompetenz.
Innerhalb der FIGC sorgt die Kontroverse für Spannungen. Während der neu ernannte Technische Direktor Paolo Maldini an Pirlo als seiner Wunschlösung festhält, nachdem Pep Guardiola und Carlo Ancelotti abgesagt hatten, wächst bei Präsident Malagò die Skepsis. Ein mögliches Scheitern der Personalie Pirlo würde auch Maldinis Position gefährden, der sich mit dieser Wahl eng verbunden hat. Zusätzlich wird ein möglicher Interessenkonflikt durch die Tätigkeiten der Söhne von Pirlo und Maldini in Spieleragenturen thematisiert, auch wenn beide nicht als lizenzierte Agenten registriert sind.
Die Verbraucherorganisation Codacons kündigte an, bei der Kommunikationsbehörde AGCOM Beschwerde wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Glücksspiele einzureichen und bei einer Ernennung Pirlos unverzüglich Klage beim Verwaltungsgericht Latium zu erheben. Pirlos Anwälte betonen indes, dass der Vertrag mit Fonbet jederzeit und ohne Strafzahlung aufgelöst werden könne. Die Entscheidung über den neuen Nationaltrainer liegt nun vorerst auf Eis; mit einer Klärung wird bei der nächsten Sitzung des FIGC-Bundesrates gerechnet.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.50 | critical |
The federation is in an unprecedented crisis: the appointment of the head coach is blocked by political vetoes and a clash between president Malagò and minister Abodi. Pirlo's selection fell through due to his ties to a Russian betting company, triggering the resignations of Maldini and Leonardo. Institutional chaos and personal rivalries are paralyzing Italian football, with the shadow of political interference undermining sporting autonomy.
The decision to exclude Pirlo is political discrimination based on anti-Russian pressure. Minister Abodi urges Pirlo to 'deal with his conscience', but it is the FIGC that must justify a choice dictated by non-sporting reasons. Pirlo is a victim of a climate of suspicion that penalizes commercial ties with Russia, while Italian football sinks into chaos.
The Italian national team is in an institutional crisis after failing to qualify for a third consecutive World Cup. Pirlo's appointment as coach was blocked due to non-football controversies, leading to the resignation of the new technical management. The situation reflects a deep organizational malaise that goes beyond sport.
The scandal of Pirlo's ties with a Russian betting company derailed his appointment, causing an earthquake in FIGC with the resignations of Maldini and Leonardo. The federation is in chaos, while Italian football seems unable to recover from World Cup failures. The affair highlights how political and commercial interests sabotage sport.
Erweitere deinen Horizont
Washington erwartet baldige Hormus-Einigung, Teheran dementiert direkte Verhandlungen
6 Sprachen · 52 Quellen
Aus Economy & MarketsElektroauto-Verkäufe legen im Juli 2026 weltweit zweistellig zu
2 Sprachen · 11 Quellen
Aus TechnologyWeißes Haus schließt offene KI-Modelle von Sicherheitstests aus
3 Sprachen · 11 Quellen