
Playoff-Drama in der NBA: Mosley entlassen, Pistons mit historischem Comeback – zweite Runde startet mit Terminproblemen
Nach dem historischen 3:1-Vorsprung der Orlando Magic gegen die Detroit Pistons endet die Saison mit der Entlassung von Coach Jamahl Mosley – und ein dicht gedrängter zweiter Playoff-Rundgang beginnt.
Die wohl nachhaltigste Erschütterung der laufenden NBA-Playoffs ereignete sich nicht auf dem Parkett, sondern im Büro des Teampräsidenten: Die Orlando Magic haben sich von Cheftrainer Jamahl Mosley getrennt. Der Schritt erfolgte nur einen Tag nach dem herben 94:116 im entscheidenden siebten Spiel gegen die Detroit Pistons, als das Team eine 3:1-Serienführung aus der Hand gegeben hatte. Aus Sicht des Klubs war die Notwendigkeit einer „neuen Stimme und frischen Perspektive“ offenbar nicht länger zu ignorieren, nachdem die Mannschaft mit dem deutschen Nationalspieler Franz Wagner erneut in der ersten Runde gescheitert war. Dabei schien Orlando nach einer furiosen ersten Halbzeit in Spiel 6 bereits auf der Siegerstraße, ehe ein kollektiver Einbruch im dritten Viertel die Wende einleitete. Paolo Banchero kämpfte in Spiel 7 mit 38 Punkten vergeblich gegen den Strom; die mangelhafte Trefferquote von 32,6 Prozent im gesamten ersten Durchgang war ein Vorbote der späteren Probleme.
In Detroit hingegen feierte man die Auferstehung eines Teams, das als Nummer eins der Setzliste beinahe zum Gespött geworden wäre. Cade Cunningham und Tobias Harris sicherten mit 32 beziehungsweise 30 Punkten nicht nur den Sieg, sondern schrieben auch Klubgeschichte: Nie zuvor hatten zwei Pistons-Spieler in einem Spiel 7 zusammen mehr als 60 Punkte erzielt. Die Mannschaft trifft nun im Halbfinale der Eastern Conference auf die Cleveland Cavaliers, die sich ihrerseits gegen die Toronto Raptors durchgesetzt haben. Beobachter in der Liga erwarten eine enge Serie, wenngleich der Trend nach dem psychologischen Befreiungsschlag für Detroit spricht. Im anderen Halbfinale des Ostens treffen die New York Knicks auf die Philadelphia 76ers – eine Serie, die laut Prognosen über sieben Spiele gehen dürfte.
Im Westen dominiert derweil die Frage nach der Gesundheit von Superstars: Die Los Angeles Lakers müssen um den Einsatz von Luka Doncic bangen, während die Minnesota Timberwolves auf Anthony Edwards verzichten müssen. Ungeachtet der personellen Unsicherheiten sagen sämtliche zehn ESPN-Experten einen Sieg der Oklahoma City Thunder über die Lakers voraus – eine einhellige Einschätzung, die LeBron James kaum gefallen dürfte. Die San Antonio Spurs, gesetzt auf Rang zwei, erwarten die Timberwolves in einer Serie, die ebenfalls über sieben Spiele gehen könnte. Aus nordamerikanischer Perspektive trübt ein organisatorisches Ärgernis die Vorfreude: Die ersten beiden Abende der zweiten Runde weisen erhebliche zeitliche Überlappungen auf, weil NBC auf eine frühere Ansetzung vor 20 Uhr Ortszeit verzichtet. Die einst bewährte Staffelung der Doppelveranstaltungen fällt damit weg – ein Problem, das Fans und Kommentatoren gleichermaßen beklagen.
Derweil sorgt eine Personalie abseits des Spielfelds für Aufsehen: Skip Bayless kehrt nach fast einem Jahrzehnt zu ESPN zurück und wird am Freitag gemeinsam mit Stephen A. Smith in „First Take“ diskutieren. Das Wiedersehen ist symbolträchtig für den Wandel in der Sportmedienlandschaft, denn Bayless, einst Antreiber der Sendung, mischt nun auf Gilbert Arenas’ YouTube-Plattform mit. Für die NBA selbst bleibt die Frage, ob die Terminnot und das dichte Programm die Qualität der entscheidenden Playoff-Phase beeinträchtigen werden – ein Thema, das in den kommenden Wochen noch für Gesprächsstoff sorgen dürfte.
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