
Premier-League-Klub suspendiert Spanier nach Vorwürfen um Chat mit 15-Jähriger
Der englische Erstligist Bournemouth hat seinen Verteidiger Álex Jiménez suspendiert. Er soll einer 15-Jährigen Nachrichten geschickt haben, der Club ermittelt.
Der englische Premier-League-Club AFC Bournemouth hat seinen spanischen Verteidiger Álex Jiménez mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Hintergrund sind schwere Vorwürfe, die sich auf mutmaßliche Chats des 21-Jährigen mit einem fünfzehnjährigen Mädchen beziehen. Der Club zog den Spieler aus dem Kader für die Partie gegen den FC Fulham am Samstag und leitete eine interne Untersuchung ein.
In den sozialen Netzwerken waren Screenshots und Videos der Konversation aufgetaucht. Demnach soll Jiménez das Mädchen – das ihn auf sein Alter hinwies – gefragt haben, ob es kein Problem sei, dass es fünfzehn sei, und geäußert haben, er möge kleinere Mädchen. In weiteren Nachrichten soll er ein Treffen vorgeschlagen und von „Erwachsenendingen“ gesprochen haben. Der Spieler selbst soll geschrieben haben, er habe „nie mit einer Fünfzehnjährigen etwas gehabt“. Jiménez, der über die Jugendakademie von Real Madrid zum AC Milan und im Februar dieses Jahres nach Bournemouth kam, hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Aus Londoner Sicht ist der Vorgang für die Premier League brisant. Der Club betonte in einer knappen Stellungnahme, er sei sich der Schwere der Angelegenheit bewusst und verfolge sie mit größtem Ernst. Der spanische Trainer Andoni Iraola sagte, man müsse die Situation erst gründlich aufklären, ehe über weitere Schritte entschieden werde. Beobachter in Madrid verfolgen den Fall mit besonderem Interesse, da Jiménez als Talent aus dem Nachwuchs des spanischen Spitzenclubs Real Madrid gilt. Die spanische Justiz hat bislang keine Stellungnahme abgegeben; dass das mutmaßliche Opfer in Spanien lebt, könnte jedoch zu einer grenzüberschreitenden Ermittlung führen.
Aus deutschsprachiger Perspektive wirft der Fall erneut die Frage nach dem Umgang von Profifußballern mit Minderjährigen in sozialen Medien auf. Die schnelle Reaktion des Clubs – Suspendierung noch vor der gerichtlichen Aufklärung – signalisiert ein gestiegenes Problembewusstsein. Der Vorfall dürfte für Jiménez weitreichende Folgen haben: Neben einer möglichen Sperre durch die Premier League oder den englischen Verband drohen auch strafrechtliche Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang, doch die Bilder und Nachrichten haben längst ein Eigenleben im Netz entfaltet.
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