
Proteste und Rekordpreise: Bezos‘ Met-Gala-Sponsoring entfacht Debatte um Ungleichheit
Jeff Bezos stiftet die Met Gala 2026 – und löst damit heftige Proteste gegen Luxus und Steuerpolitik aus. Die Kritik reicht von New York bis Moskau.
Das diesjährige Met Gala, das als Höhepunkt der Modesaison in New York gilt, stand im Zeichen eines ungewöhnlichen Protests: Aktivisten hatten sich im Vorfeld gegen die Ernennung von Amazon-Gründer Jeff Bezos und seiner Frau Lauren Sánchez zu Ehrenvorsitzenden der glamourösen Benefizgala gewandt. Auf den Straßen Manhattans, in der U-Bahn und in den sozialen Netzwerken entlud sich die Empörung über die Beteiligung eines Mannes, der als Symbol für schamlose Reichtumskonzentration in den Vereinigten Staaten gilt. Aus Washingtoner Sicht ist die Kritik mehr als ein Sturm im Wasserglas: Senatorin Elizabeth Warren hatte Bezos öffentlich attackiert, weil er angesichts der Sponsoring-Zusage keine höheren Steuern zahle – ein Vorstoß, der wiederum konservative Kommentatoren auf den Plan rief.
Sie verwiesen auf Warrens Rolle beim Scheitern der JetBlue-Übernahme von Spirit Airlines, das Tausende Arbeitsplätze gekostet habe, und warfen ihr Heuchelei vor. Unterdessen setzte der Abend selbst neue Maßstäbe der Exklusivität: Die Eintrittskarten kosteten erstmals 100.000 Dollar, ein Tisch für zehn Personen 350.000 Dollar – und dennoch sind sie nicht käuflich, sondern nur auf Einladung zugänglich. Etwa 400 Gäste werden erwartet, die Erlöse von zuletzt 31 Millionen Dollar fließen dem Costume Institute des Metropolitan Museum of Art zu.
Beobachter in Moskau wiesen auf die ironische Parallele hin: Die Ausstellung der Kostüme stehe unter dem Motto „Mode ist Kunst“, während draußen vor dem Museum die soziale Wirklichkeit mit Transparenten Einzug hielt. Aus Neu-Delhi wurde bemerkt, dass die Proteste Teil einer global wachsenden Skepsis gegenüber den Superreichen seien, die sich in Indien nicht zuletzt in der Kritik an Steuerprivilegien äußere. Die Rolle von Lauren Sánchez Bezos, die sich mit einer Image-Architektin und Vogue-Shootings ins Szene setzt, wird in der internationalen Presse als Symbol für die Seelenlosigkeit des Tech-Geldes gedeutet.
Die Frage, ob ein solcher Abend die Kunst oder eher die Ungleichheit feiert, wird das Metropolitan Museum noch länger beschäftigen. Für die kommenden Jahre zeichnet sich ab, dass die Met Gala zum Brennglass der amerikanischen Klassenfrage geworden ist.
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