
Psychische Störungen weltweit verdoppelt: 1,2 Milliarden Betroffene, Hauptursache für Behinderungen
Psychische Erkrankungen sind laut einer Lancet-Studie zur weltweit häufigsten Ursache von Behinderungen geworden. Die Zahl der Betroffenen hat sich seit 1990 fast verdoppelt.
Psychische Störungen sind nach einer umfassenden Studie im Fachblatt The Lancet zur weltweit häufigsten Ursache von Behinderungen aufgestiegen. Rund 1,2 Milliarden Menschen – etwa 14 Prozent der Weltbevölkerung – lebten 2023 mit einer psychischen Erkrankung, fast doppelt so viele wie 1990. Die Prävalenzrate lag bei rund 14.200 Fällen pro 100.000 Einwohner, ein Anstieg um 24 Prozent seit 1990. Damit übertreffen psychische Leiden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und muskuloskelettale Beschwerden als Hauptursache für Jahre mit Behinderung. Besonders betroffen sind Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren sowie Frauen jeden Alters, bei denen Angststörungen und Depressionen dominieren.
Aus Sicht internationaler Gesundheitswissenschaftler ist der Anstieg teils auf verbesserte Diagnosen zurückzuführen, doch auch Faktoren wie anhaltende Armut, Kriege, Naturkatastrophen und die Pandemie haben die Inzidenz erhöht. Bemerkenswert ist der Anstieg von depressiven Episoden um 131 Prozent und von Angststörungen um 158 Prozent seit 1990, wie die Forscher des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) und der University of Queensland betonen. In Peking beobachteten Experten weisen zudem auf die wachsende Belastung durch psychische Erkrankungen in Schwellenländern hin, wo Versorgungssysteme oft noch unzureichend sind.
Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind gravierend. In Schweden etwa zeigt eine Untersuchung der Behörde für Teilhabe, dass jeder vierte Mensch mit Behinderung von Armut bedroht ist – mehr als doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung. Diese Entwicklung ist auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz relevant, wo die Schere zwischen psychisch Erkrankten und Gesunden ebenfalls wächst. Die Studie mahnt zu dringenden Investitionen in psychische Gesundheitsdienste, die trotz steigender Nachfrage vielerorts unterfinanziert sind.
Die globale Gesundheitspolitik steht vor der Herausforderung, die Versorgung psychisch Kranker zu priorisieren. Die Autoren der Studie fordern, psychische Gesundheit als Menschenrecht zu behandeln. Es sei eine Pflicht, nicht eine Wahl, die psychische Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, betonen sie. Ohne entschlossene Maßnahmen, warnen Beobachter in Genf und Washington, drohe die Last psychischer Erkrankungen weiter zu steigen – mit unabsehbaren Kosten für Gesellschaften und Volkswirtschaften.
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Die im Lancet veröffentlichte Studie zeigt, dass psychische Störungen seit 1990 fast verdoppelt wurden und 2023 1,2 Milliarden Menschen betreffen. Sie sind zur weltweit häufigsten Ursache für Behinderungen geworden und übertreffen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Die Analyse, durchgeführt von IHME und der University of Queensland, umfasst 204 Länder und unterstreicht die wachsende Auswirkung von Angstzuständen und Depressionen.
Eine neue Studie zeigt, dass psychische Störungen 1,2 Milliarden Menschen betreffen, ein Anstieg um 95 % seit 1990. Der Fokus liegt auf der Verwundbarkeit von Frauen, die häufiger von Angstzuständen und Depressionen betroffen sind. Die Raten für schwere depressive Störungen und Angststörungen sind um 131 % bzw. 158 % gestiegen, was die psychische Gesundheit zu einer dringenden Priorität macht.
Nach Daten der Global Burden of Disease hat sich die Zahl der psychischen Störungen weltweit seit 1990 fast verdoppelt und erreichte 2023 1,17 Milliarden. Die Prävalenz stieg um 95,5 % auf 14.210,7 Fälle pro 100.000 Menschen. Die im Lancet veröffentlichte Studie liefert ein detailliertes Bild des globalen Anstiegs.
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