
Rudy Giuliani im Krankenhaus: „America’s Mayor“ kämpft gegen Lungenentzündung
Der 81-jährige frühere New Yorker Bürgermeister liegt mit Lungenentzündung auf der Intensivstation. Eine Atemwegserkrankung seit 9/11 erschwert die Behandlung.
Der frühere New Yorker Bürgermeister und langjährige Trump-Vertraute Rudy Giuliani wird in einem Krankenhaus in Florida wegen einer Lungenentzündung behandelt. Sein Sprecher Ted Goodman teilte mit, Giuliani befinde sich in einem „kritischen, aber stabilen“ Zustand, habe die künstliche Beatmung jedoch inzwischen überwunden und atme wieder selbstständig. Die Erkrankung sei durch eine „restriktive Atemwegserkrankung“ verschlimmert worden, die Giuliani sich nach dem 11. September 2001 zugezogen habe, als er als Bürgermeister in das zerstörte World Trade Center lief. Das Virus habe seinen Körper rasch überwältigt, sodass zur Aufrechterhaltung des Sauerstoffspiegels zeitweise mechanische Beatmung nötig gewesen sei.
Aus New Yorker Perspektive ist die Nachricht von Giulianis Hospitalisierung von besonderer Bedeutung. Der 81-Jährige, damals als „America’s Mayor“ gefeiert, steht symbolisch für die unmittelbare Reaktion der Stadt auf die Terroranschläge. Dieselbe gesundheitliche Vorbelastung, die ihn damals zum Helden machte, wird nun zum Risikofaktor. Der Aufenthalt in Florida folgt zudem auf einen Autounfall im vergangenen Jahr, bei dem Giuliani einen Wirbelbruch erlitt – ein weiteres Kapitel in einer zunehmend von juristischen und gesundheitlichen Krisen gezeichneten Biographie.
In Washington dürfte die Nachricht vor allem im politischen Umfeld Donald Trumps aufmerksam verfolgt werden. Der designierte Präsident lobte Giuliani auf seiner Plattform Truth Social überschwänglich als „den besten Bürgermeister in der Geschichte New Yorks, bei weitem“ und würdigte dessen Einsatz bei der Anfechtung der Wahl 2020. Für Trumps inneren Zirkel bleibt Giuliani, der als sein persönlicher Anwalt die erfolglosen Klagen gegen das Wahlergebnis anführte, eine zentrale, wenn auch zunehmend umstrittene Figur. Die Krankheitsmeldung fällt in eine Phase, in der Giuliani mit mehreren Zivilklagen und Ermittlungen konfrontiert ist.
International stieß die Meldung auf breites Echo, von spanischen bis zu iranischen Medien. Vor allem die Verbindung zwischen Giulianis Gesundheitszustand und seinem Einsatz am 11. September wird dabei immer wieder hervorgehoben – als Reminiszenz an eine Zeit, in der er überparteilich Anerkennung genoss. Beobachter in Europa verfolgen die Entwicklung mit Interesse, da Giuliani als Symbolfigur des amerikanischen Rechtspopulismus gilt und sein gesundheitlicher Niedergang auch als Metapher für den Wandel der republikanischen Partei gelesen wird.
Ob Giuliani nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wieder in der Öffentlichkeit auftreten kann, bleibt abzuwarten. Sein Sprecher betont den kämpferischen Willen des früheren Bürgermeisters. Die Lungenentzündung ist jedoch bei einem 81-Jährigen mit chronischen Atemwegsproblemen eine ernste Zäsur – und sie wirft die Frage auf, ob Giuliani seine juristische Auseinandersetzungen, die sich über Jahre hinziehen könnten, physisch durchstehen wird. Für das Bild des „America’s Mayor“ könnte dieser Krankenhausaufenthalt das letzte Kapitel einer langen, widersprüchlichen Karriere einläuten.
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