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Ausgabe von 16:00 CETDienstag, 4. August 2026
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Freitag, 8. Mai 2026

Russlands Haushaltsloch wächst trotz Rekordreserven – Folgen für Europa absehbar

Das russische Budgetdefizit erreicht 5,9 Billionen Rubel. Die Geldbasis steigt, die internationalen Reserven wachsen – doch die Abhängigkeit von China und Gold birgt Risiken.

Die finanzielle Lage Russlands gibt Anlass zu gemischten Signalen. Das Haushaltsdefizit der russischen Föderation ist in den ersten vier Monaten des Jahres auf 5,877 Billionen Rubel oder 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angewachsen, wie das Finanzministerium in Moskau mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine Verdoppelung des Fehlbetrags. Die Einnahmen sanken um 4,5 Prozent, während die Ausgaben um 15,7 Prozent stiegen – ein Ungleichgewicht, das das Ministerium mit „vorgezogenen Finanzierungen“ zu begründen sucht. Aus Moskauer Sicht handelt es sich um eine zeitlich verschobene Last, doch unabhängige Beobachter sehen darin eher eine strukturelle Schieflage, die durch den Einbruch der Erdöl- und Gaseinnahmen um fast 38 Prozent verschärft wird. Die Kompensation durch höhere Steuereinnahmen aus dem Nicht-Öl-Sektor, insbesondere der Mehrwertsteuer, vermag den Rückgang nicht auszugleichen.

Parallel dazu zeigt die Währungsbasis eine gegenläufige Bewegung. Nach Angaben der Zentralbank stieg die Geldbasis im engeren Sinne in der letzten Aprilwoche um 104 Milliarden Rubel auf 20,65 Billionen Rubel – ein Anstieg von einem halben Prozent innerhalb weniger Tage. Dies deutet darauf hin, dass die Notenbank versucht, die Liquidität im Bankensystem zu stützen, was angesichts der wachsenden Haushaltslücke als vorsichtige Lockerung interpretiert werden kann. Die internationalen Reserven des Landes wuchsen im April um 1,3 Prozent auf 758,7 Milliarden Dollar. Das monetäre Gold machte mit 337,5 Milliarden Dollar knapp 44,5 Prozent der Reserven aus – ein hoher Anteil, der die wachsende Abhängigkeit von einem Rohstoff zeigt, dessen Preis starken Schwankungen unterliegt. Aus Pekinger Sicht ist bemerkenswert, dass jener Teil der Reserven, der nicht unter westlichen Sanktionen steht, vor allem aus Gold und chinesischen Vermögenswerten besteht. Dies festigt die finanzielle Achse zwischen Moskau und Peking, macht Russland aber auch verwundbar gegenüber Kapitalabflüssen aus dem Reich der Mitte.

Ein Blick nach Indien offenbart eine parallele, jedoch umgekehrte Entwicklung: Die Devisenreserven des Landes fielen in der ersten Maiwoche um 7,8 Milliarden Dollar auf 690,7 Milliarden Dollar. Seit dem Höchststand Ende Februar, bevor die Nahostkrise den Druck auf die Rupie verstärkte, haben die Reserven um fast 38 Milliarden Dollar nachgegeben. Die indische Zentralbank griff durch Dollarverkäufe ein, um die Währung zu stützen – ein Eingriff, der an die Strategie der russischen Notenbank in früheren Krisen erinnert. In Washington werden diese Entwicklungen mit Argusaugen verfolgt: Die Kombination aus wachsendem russischem Defizit, steigender Geldbasis und der Verlagerung der Reserven in Gold und Yuan schwächt die Hebelwirkung westlicher Sanktionen, erschwert aber auch die russische Fiskalplanung. Für die deutschsprachigen Länder, die weiterhin von Energieimporten abhängig sind, bleibt die Frage offen, ob Moskau die Löcher im Haushalt durch höhere Steuern auf die Rohstoffindustrie stopfen wird – mit möglichen Folgen für die europäischen Energiepreise. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die russische Wirtschaft den Spagat zwischen Kriegswirtschaft und geldpolitischer Stabilität noch lange durchhalten kann.

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Russlands Haushaltsloch wächst trotz Rekordreserven – Folgen für Europa absehbar

Das russische Budgetdefizit erreicht 5,9 Billionen Rubel. Die Geldbasis steigt, die internationalen Reserven wachsen – doch die Abhängigkeit von China und Gold birgt Risiken.

Die finanzielle Lage Russlands gibt Anlass zu gemischten Signalen. Das Haushaltsdefizit der russischen Föderation ist in den ersten vier Monaten des Jahres auf 5,877 Billionen Rubel oder 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angewachsen, wie das Finanzministerium in Moskau mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine Verdoppelung des Fehlbetrags. Die Einnahmen sanken um 4,5 Prozent, während die Ausgaben um 15,7 Prozent stiegen – ein Ungleichgewicht, das das Ministerium mit „vorgezogenen Finanzierungen“ zu begründen sucht. Aus Moskauer Sicht handelt es sich um eine zeitlich verschobene Last, doch unabhängige Beobachter sehen darin eher eine strukturelle Schieflage, die durch den Einbruch der Erdöl- und Gaseinnahmen um fast 38 Prozent verschärft wird. Die Kompensation durch höhere Steuereinnahmen aus dem Nicht-Öl-Sektor, insbesondere der Mehrwertsteuer, vermag den Rückgang nicht auszugleichen.

Parallel dazu zeigt die Währungsbasis eine gegenläufige Bewegung. Nach Angaben der Zentralbank stieg die Geldbasis im engeren Sinne in der letzten Aprilwoche um 104 Milliarden Rubel auf 20,65 Billionen Rubel – ein Anstieg von einem halben Prozent innerhalb weniger Tage. Dies deutet darauf hin, dass die Notenbank versucht, die Liquidität im Bankensystem zu stützen, was angesichts der wachsenden Haushaltslücke als vorsichtige Lockerung interpretiert werden kann. Die internationalen Reserven des Landes wuchsen im April um 1,3 Prozent auf 758,7 Milliarden Dollar. Das monetäre Gold machte mit 337,5 Milliarden Dollar knapp 44,5 Prozent der Reserven aus – ein hoher Anteil, der die wachsende Abhängigkeit von einem Rohstoff zeigt, dessen Preis starken Schwankungen unterliegt. Aus Pekinger Sicht ist bemerkenswert, dass jener Teil der Reserven, der nicht unter westlichen Sanktionen steht, vor allem aus Gold und chinesischen Vermögenswerten besteht. Dies festigt die finanzielle Achse zwischen Moskau und Peking, macht Russland aber auch verwundbar gegenüber Kapitalabflüssen aus dem Reich der Mitte.

Ein Blick nach Indien offenbart eine parallele, jedoch umgekehrte Entwicklung: Die Devisenreserven des Landes fielen in der ersten Maiwoche um 7,8 Milliarden Dollar auf 690,7 Milliarden Dollar. Seit dem Höchststand Ende Februar, bevor die Nahostkrise den Druck auf die Rupie verstärkte, haben die Reserven um fast 38 Milliarden Dollar nachgegeben. Die indische Zentralbank griff durch Dollarverkäufe ein, um die Währung zu stützen – ein Eingriff, der an die Strategie der russischen Notenbank in früheren Krisen erinnert. In Washington werden diese Entwicklungen mit Argusaugen verfolgt: Die Kombination aus wachsendem russischem Defizit, steigender Geldbasis und der Verlagerung der Reserven in Gold und Yuan schwächt die Hebelwirkung westlicher Sanktionen, erschwert aber auch die russische Fiskalplanung. Für die deutschsprachigen Länder, die weiterhin von Energieimporten abhängig sind, bleibt die Frage offen, ob Moskau die Löcher im Haushalt durch höhere Steuern auf die Rohstoffindustrie stopfen wird – mit möglichen Folgen für die europäischen Energiepreise. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die russische Wirtschaft den Spagat zwischen Kriegswirtschaft und geldpolitischer Stabilität noch lange durchhalten kann.

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