
Schuldenlast im Wandel: Während Helsinki alarmiert ist, hinkt Madrid hinterher
In Helsinki schlagen die Alarmglocken lauter als anderswo in Europa. Finnlands Finanzministerin Riikka Purra erklärte das finanzielle Lagebild des Landes für „äußerst schwierig“ und verwies auf einen Schuldenstand, der sich gefährlich der Marke von 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nähert. Neben externen Schocks belasteten eine hohe Arbeitslosigkeit, ein fast stagnierendes Wirtschaftswachstum und eine rapide alternde Bevölkerung die Staatskasse.
Die Regierung hat deshalb angekündigt, die Ausgaben im Sozial- und Gesundheitswesen um 240 Millionen Euro zu kürzen und den Haushalt für die Jahre 2027 bis 2030 auf einen strikten Konsolidierungspfad zu zwingen. Aus nordischer Perspektive erscheint dies als Zäsur: Das lange als fiskalisches Musterland geltende Finnland rückt schuldenpolitisch in die Nähe jener Südländer, die man einst gerne mit dem Akronym PIGS belegte.
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