
Sexismus-Vorwurf gegen RB Leipzig überschattet richtungsweisendes Duell mit Union Berlin
Ein Social-Media-Post von RB Leipzig hat unmittelbar vor dem brisanten Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin für erhebliche Aufregung gesorgt. Der Klub aus Sachsen sieht sich mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert, nachdem er auf Instagram ein Foto der Union-Trainerin Marie-Louise Eta gemeinsam mit dem ehemaligen RB-Coach Marco Rose und mehreren Spielern veröffentlicht hatte. Aus Berliner Sicht war dies ein gezielter Affront gegen die erste Trainerin in der Geschichte der Männer-Bundesliga, zumal der Beitrag offenbar eine Reaktion auf Unions provokante Stadtanzeige war, in der es hieß: „Also an Leipzig selbst liegts ja nicht – schon eine schöne Stadt ...“ RB Leipzig beeilte sich, Distanz zu signalisieren: Sexismus habe „keinen Millimeter Platz“ im Verein. Der Vorfall überschattet nun ein Aufeinandertreffen, das sportlich von großer Bedeutung ist, denn Leipzig kämpft um den Einzug in die Champions League, während Union im Abstiegskampf um jeden Punkt ringt.
Aus Leipziger Sicht hat sich die Ausgangslage am vergangenen Donnerstagabend deutlich verbessert. Weil Stuttgart im DFB-Pokalhalbfinale Freiburg besiegte, ist RB automatisch in die Europa League aufgerückt – selbst ohne eigenes Zutun. Die Rechnung des Klubs: Da mit Bayern München und Stuttgart zwei bereits über die Liga qualifizierte Teams im Finale stehen, wird der europäische Platz des Pokalsiegers an die Liga weitergereicht. Doch die Europa League ist nicht das Endziel. Vor ausverkauftem Haus soll heute Abend ein Heimsieg gegen Union Berlin her, um den Traum von der Königsklasse am Leben zu erhalten. Das Team von Trainer Marco Rose steht unter Druck, die zuletzt schwankenden Leistungen in einen Sieg umzumünzen.
Die Gäste aus Berlin reisen mit einer schweren Tor-Krise an. Union holte in den vergangenen 15 Spielen nur elf Punkte – eine desaströse Rückrunde. Besonders schmerzhaft war das 1:2 beim Debüt von Trainerin Eta gegen Wolfsburg, als Union klar überlegen war, 27 Torschüsse abgab (ein Vereinsrekord) und einen Expected-Goals-Wert von 2,9 verbuchte, aber am Ende leer ausging. Eta sieht darin dennoch eine Basis: „Grundsätzlich ist es schön, dass wir uns solche Chancen erarbeiten“, wird sie zitiert. Aus Berliner Sicht muss die Mannschaft nun die Effizienz vor dem Tor steigern. Beobachter der Bundesliga fragen sich, ob der Druck des Sexismus-Skandals die ohnehin angespannte Situation bei Union zusätzlich belastet oder ob die Spielerinnen und Spieler daraus Kraft schöpfen können. Für RB Leipzig wiederum steht viel auf dem Spiel: Ein Sieg würde nicht nur die Champions-League-Hoffnung nähren, sondern auch den Imageschaden des Instagram-Posts zumindest auf dem Platz vergessen machen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie nachhaltig beide Klubs mit den aktuellen Herausforderungen umgehen – sportlich wie gesellschaftlich.
Erweitere deinen Horizont
Lula da Silva offiziell für vierte Amtszeit nominiert – Wahlkampf unter dem Vorzeichen der Souveränität
3 Sprachen · 29 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
7 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyVereinigte Arabische Emirate führen nationale Zahlungslösungen für Bundesgebühren ein
1 Sprache · 8 Quellen