
Pazifik-Manöver der USA: Raketentests und Militärübungen als Signal an China
Die USA führen großangelegte Manöver mit Raketenabschüssen im Pazifik durch. Ein Test der Interkontinentalrakete Minuteman III unterstreicht die nukleare Bereitschaft.
Das amerikanische Militär hat im Mai eine Serie von Übungen im pazifischen Raum absolviert, die aus mehreren Quellen als klare Machtdemonstration gegenüber China zu werten sind. Den Höhepunkt bildete das Manöver „Balikatan 2026“ auf den Philippinen, an dem über 17.000 Soldaten aus den USA und verbündeten Staaten teilnahmen. Admiral Samuel Paparo, Chef des US-Indopazifikkommandos, bezeichnete die Übung als „vollumfängliche multinationale Missionsprobe für die Verteidigung der Philippinen“. Dabei kamen Raketen, Drohnen und Artillerie zum Einsatz, unter anderem bei einer simulierten Abwehr einer Invasion und dem Versenken eines außer Dienst gestellten philippinischen Schiffs. Aus Washingtoner Sicht dient das Szenario der Abschreckung im „gefährlichen Sicherheitsumfeld“, das durch die chinesischen Aktivitäten im Südchinesischen Meer geprägt ist.
Parallel dazu testeten US-Marines nahe des japanischen Bergs Fuji das mobile Raketensystem HIMARS. Mit einer Salve von rund einem Dutzend Raketen demonstrierten sie die Taktik des „Feuerns und Verziehens“: Der Lkw-gestützte Werfer kann nach dem Abschuss rasch die Position wechseln, um feindlichem Gegenfeuer zu entgehen. Beobachter in Tokio betonen, dass diese Fähigkeit angesichts der zunehmenden Verbreitung von Drohnen und Präzisionswaffen im Konfliktfall überlebenswichtig ist. Die Übungen in Japan sind Teil eines größeren Aufwuchses: Für die Manöver „Valiant Shield“ und „Orient Shield“ zwischen Juni und September sollen HIMARS und das Typhon-System, das Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 1600 Kilometern abfeuern kann, auf dem Luftwaffenstützpunkt Kanoya in der Präfektur Kagoshima stationiert werden.
In einem weiteren Schritt testete das US-Luftwaffenkommando für globale Angriffe am 20. Mai eine unbewaffnete Interkontinentalrakete Minuteman III von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien aus. Der Start war nach Angaben des Kommandos bereits vor Jahren geplant und nicht als Reaktion auf aktuelle Ereignisse zu verstehen. Dennoch unterstreicht der Test die ständige Einsatzbereitschaft der landgestützten Nuklearstreitkräfte. Aus Sicht Pekings reihen sich die Übungen in eine Strategie der Einkreisung ein; chinesische Analysten warnen vor einer weiteren Aufrüstungsspirale. Für Europa, insbesondere Deutschland, Österreich und die Schweiz, ergibt sich mittelbar eine sicherheitspolitische Bedeutung: Eine Eskalation im Indopazifik könnte die transatlantische Bündnisstruktur belasten und die Aufmerksamkeit der USA von Europa abziehen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die amerikanische Signalpolitik die Spannungen mit China zu dämpfen vermag oder sie weiter anheizt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | −0.70 | critical |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
US and allied forces simulated defending a Pacific ally from invasion using missiles, drones, and artillery in a large-scale exercise. Described as a rehearsal for a regional conflict, the drills featured HIMARS rocket launches and a strike on a decommissioned Philippine ship. The focus is on readiness and collective deterrence.
China views with concern the deployment of Typhon and HIMARS missile systems to Japan for joint exercises, seen as heightened US military pressure near its borders. The Tomahawk missiles with a range of 1600 km pose a direct threat. The US force buildup in the region is interpreted as provocation amid bilateral tensions.
Russia conducted a test of its Minuteman III intercontinental ballistic missile, emphasizing that the exercise was planned years ago and unrelated to current global tensions. The launch from California is portrayed as a routine check of nuclear readiness. The narrative avoids linking the event to tensions with China, maintaining a detached tone.
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