
Sinners Jagd auf den fünften Masters-Titel beginnt in Madrid gegen Bonzi
Für Jannik Sinner beginnt am Freitag in Madrid die Jagd auf einen historischen fünften Masters-1000-Titel in Folge. Der Weltranglistenzweite aus Südtirol trifft im zweiten Turnier des Masters von Madrid auf den französischen Qualifikanten Benjamin Bonzi, der sich nach einem hart umkämpften Dreisatz gegen seinen Landsmann Droguet für die Hauptrunde qualifizierte. Aus italienischer Perspektive steht dieser Auftritt im Zeichen der Wiedergutmachung: Am ersten Turniertag waren vier italienische Profis allesamt in der ersten Runde gescheitert, was in Rom als kleiner Dämpfer für die derzeit so starke Tennisnation gewertet wird.
Nun ruhen die Hoffnungen auf Sinner und Lorenzo Musetti, der ebenfalls am Freitag gegen den polnischen Aufschlagspezialisten Hubert Hurkacz antritt – eine Begegnung, die bei ausgeglichenem head to head von 2:2 und bislang nur einem Duell auf Sand (Rom 2021) eine echte Prüfung verspricht. Aus Pariser Sicht ist Bonzi, der am 9. Juni seinen 30.
Geburtstag feiert, ein erfahrener Kämpfer, der nach einer zwischenzeitlichen Residenz in den Top 50 (Rang 42, Februar 2023) wieder Anschluss an die Spitze sucht. Seit vergangenem Sommer arbeitet er mit dem ehemaligen Weltklassespieler Nicolas Mahut als Coach zusammen, was auf eine taktische Neuausrichtung hindeutet. Dennoch spricht die Bilanz von drei vorbehaltlosen Siegen Sinners gegen den Franzosen eine klare Sprache, und auf dem schnellen Sand von Madrid, der Aufschlagstärke belohnt, dürfte der Südtiroler dennoch Favorit bleiben.
Für das deutschsprachige Publikum, das in Sinner einen der ihren sieht, ist der Lauf des 24-Jährigen ohnehin von besonderem Interesse: Nach Siegen in Paris 2025, Indian Wells, Miami und Monte Carlo 2026 wäre ein weiterer Triumph in Madrid nicht nur ein Rekord, sondern würde seinen Anspruch auf die Weltranglistenspitze untermauern. Die Konkurrenz indes schläft nicht: Hurkacz, ein ehemaliger Top-10-Spieler, hat sich auf Rasen gegen Musetti durchgesetzt, doch auf Sand könnte der Italiener seine technische Finesse ausspielen. Beobachter in Madrid erwarten daher zwei harte, aber chancenreiche Tage für Italien – und einen Sinner, der seine Serie mit kühler Präzision fortsetzen will.
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