
Streit um WM-Tickets: Ghanas Opposition wirft Regierung geheime Fanreisen vor
In Ghana eskalieren die Vorwürfe um angebliche Weltmeisterschafts-Slots für Regierungsabgeordnete – die Regierungspartei bestreitet die Anschuldigungen.
In Ghana ist ein politischer Streit um die Vergabe von Fanreisen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausgebrochen. Die oppositionelle Minderheit im Parlament wirft der Regierung von Präsident John Dramani Mahama vor, heimlich Unterstützer des regierenden National Democratic Congress (NDC) zum Turnier zu schicken – obwohl die Regierung öffentlich versichert hatte, keine Steuergelder für solche Reisen auszugeben. Der stellvertretende Fraktionschef der Minderheit, Habib Iddrisu, behauptete auf einer Pressekonferenz, jedem NDC-Abgeordneten seien zwei Plätze zur Nominierung von Reisenden zugeteilt worden. Zudem seien Bezirksvorsteher angewiesen worden, in jeder Gemeinde drei Slots zu vergeben.
Der Abgeordnete für Ketu Nord, Eric Edem Agbana, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Er forderte die Opposition auf, Beweise für ihre Behauptungen vorzulegen, und nannte die Anschuldigungen „völlig aus der Luft gegriffen“. Agbana betonte, dass kein NDC-Abgeordneter solche Slots erhalten habe. Die Opposition bleibe jedoch bei ihrer Darstellung und sieht einen Widerspruch zwischen den öffentlichen Zusicherungen der Regierung und den angeblichen internen Anweisungen.
Aus Sicht politischer Beobachter in Accra droht der Streit, das Verhältnis zwischen Regierung und Opposition weiter zu belasten. Die Debatte um die WM-Fanreisen ist in Ghana besonders sensibel, da das Land sich nach Jahren wirtschaftlicher Schwierigkeiten um eine Konsolidierung der Staatsfinanzen bemüht. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Regierung untergraben. Analysten erwarten, dass die Opposition das Thema nutzen wird, um die Regierung im Vorfeld der nächsten Wahlen unter Druck zu setzen.
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