
Stuttgarts Last-Minute-Triumph: Pokalfinale gegen Bayern perfekt – und Leipzig profitiert
Es war ein Abend der Extreme, wie ihn der DFB-Pokal selten gesehen hat. In der 119. Minute, als sich die Verlängerung schon ihrem Ende neigte, erlöste der eingewechselte Tiago Tomás den VfB Stuttgart mit einem Hackentor, das auf den Rängen und bei Trainer Sebastian Hoeneß für einen „emotional overload“ sorgte.
Der 2:1-Sieg über den SC Freiburg beschert dem Titelverteidiger die zweite Finalteilnahme in Folge – am 23. Mai wartet im Berliner Olympiastadion der FC Bayern München. Aus Stuttgarter Sicht ist damit mehr erreicht als nur die Chance auf den zweiten Pott in Serie: Der VfB sicherte sich zugleich den europäischen Wettbewerb, unabhängig vom Ligaausgang, und stellte eine besondere Qualität unter Beweis, die Hoeneß später als „Wahnsinn“ bezeichnete.
Dabei war die Partie lange eine zähe Angelegenheit. Freiburg ging durch Maximilian Eggestein verdient in Führung, Stuttgart kämpfte sich zurück, wobei Deniz Undav nach einer Stunde ausglich. In der Verlängerung dominierten die Schwaben, aber der Ball wollte nicht ins Tor – bis Tomás und der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Baredine Bouanani mit einer Kombination aus Hacke und Hereingabe die Entscheidung erzwangen.
Die Szene, in der sich Stuttgarts Bilal El Khannouss kurz vor der Verlängerung auf dem Rasen übergab, zeigte die physische Erschöpfung einer Mannschaft, die sich am Rande des Krampfes bewegte. In Leipzig verfolgte man das Drama auf der Couch – mit Gewinn. Weil sowohl Stuttgart als auch der FC Bayern bereits über die Bundesliga für das internationale Geschäft qualifiziert sind, rückt RB Leipzig automatisch in die Europa League auf.
Der sächsische Klub hatte sich zuvor mit einem Sieg in Frankfurt die Conference League gesichert, strebt nun aber eindeutig die Champions League an. Aus Leipziger Sicht ist der heutige Heimsieg gegen Union Berlin daher von doppelter Bedeutung. Die veränderte Tabellenkonstellation zeigt: Stuttgarts Pokalerfolg wirkt unmittelbar auf das gesamte Liga-Gefüge.
Beobachter in der Hauptstadt blicken bereits auf das Finale, das einmal mehr die Dominanz der Münchner herausfordern soll. Der VfB hat bewiesen, dass er auch in scheinbar aussichtslosen Momenten zurückkommen kann – eine Eigenschaft, die gegen die Über-Bayern vonnöten sein wird.
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