
Trump belebt Schulsporttest wieder – und scheitert am Putten vor Kindern
Mit einer Verfügung holt Donald Trump den Presidential Fitness Test zurück. Die Feier auf dem Rasen des Weißen Hauses gerät zur symbolträchtigen Inszenierung – samt Fehlputts und einem umstrittenen Rat.
Donald Trump hat den Presidential Fitness Test, eine jährliche Prüfung der sportlichen Leistungsfähigkeit von Schülern, per Exekutivanordnung wiederbelebt. Die ursprünglich unter Präsident Dwight Eisenhower eingeführte und später von Barack Obama abgeschaffte Tradition soll nach dem Willen des Weißen Hauses eine „goldene Ära der Leichtathletik“ einleiten. Doch die Zeremonie auf dem Südrasen des Weißen Hauses offenbarte vor allem die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit einer Administration, die sich dem Motto „Make America Healthy Again“ verschrieben hat.
Aus Washingtoner Sicht war die Veranstaltung eine inszenierte Rückkehr zu einem Symbol konservativer Bildungspolitik. Trump selbst versuchte sich im Golfspiel mit Kindern – und verfehlte mehrere Putts vor laufenden Kameras. Die Bilder gingen um die Welt und boten Satirikern reichlich Angriffsfläche. Jimmy Kimmel, der Late-Night-Talker mit großer Reichweite, stellte in seiner Sendung süffisant fest, Trump reaktiviere einen Fitnesstest, den er selbst „mit Sicherheit nicht bestehen würde“. Der Auftritt geriet so zur unfreiwilligen Parodie des eigenen Programms.
Unter den Gästen war auch der neunzigjährige Golflegende Gary Player, der sich mit dem LIV-Golf-Star Bryson DeChambeau einen Liegestütz-Wettkampf lieferte. Trump verfolgte das Duell sichtlich vergnügt – ein Schauspiel, das die mediale Aufmerksamkeit von den politischen Inhalten ablenkte. In einem weiteren persönlichen Moment wandte sich Trump an eine junge Volleyballspielerin, die von ihren Schwierigkeiten im Sport berichtete. Seine Reaktion: „Vielleicht ist Fußball besser für dich“ – ein Ratschlag, der in den sozialen Netzwerken als unsensibel kritisiert wurde.
Beobachter in Europa verfolgen die Entwicklung mit Skepsis. Aus deutscher Perspektive wirkt die Rückkehr zu einem standardisierten Leistungstest aus den fünfziger Jahren anachronistisch; in Deutschland setzt man seit Jahren auf ganzheitliche Bewegungsförderung statt auf drillartige Einzelprüfungen. Die österreichische und die Schweizer Bildungsdebatte betonen eher den Inklusionsgedanken als den Wettbewerb unter Kindern. Gleichwohl zeigt Trumps Vorstoß, wie sehr Schulsport in den USA zum Kulturkampfsymbol geworden ist.
Die langfristige Wirkung der Verfügung bleibt fraglich. Der Presidential Fitness Test war bereits während seiner ersten Abschaffung aus pädagogischen und medizinischen Gründen umstritten. Kritiker monieren, er fördere Leistungsdruck statt nachhaltige Gesundheit. Trumps Rückgriff auf eine veraltete Messlatte mag vor allem dem eigenen Image dienen – als Präsident, der „Amerikas Traditionen“ verteidigt. Ob daraus eine echte Bewegung wird, ist offen. Im Schatten anderer globaler Krisen, deren Vokabular sich zunehmend militarisiert, wirkt diese Initiative wie ein nostalgischer Seitenhieb.
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