Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETDonnerstag, 6. August 2026
320 Quellen · 17 Sprachen910 Briefings heute
Samstag, 2. Mai 2026

Trump droht mit Übernahme Kubas und verschärft Sanktionen – Havanna spricht von kollektiver Bestrafung

Präsident Donald Trump hat die amerikanische Drohkulisse gegen Kuba auf eine neue Ebene gehoben. Während einer Rede vor dem Forum Club in Palm Beach, Florida, kündigte er an, die Vereinigten Staaten würden die Insel „fast augenblicklich“ unter ihre Kontrolle bringen – sobald das „Geschäft im Iran“ erledigt sei. Den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, das größte Kriegsschiff der Welt, ließ er in einer martialischen Fantasie vor der kubanischen Küste auf Position gehen: auf hundert Yards heranfahren, und die kubanische Führung werde sich ergeben.

Was als Scherz daherkam, entfaltet vor dem Hintergrund eines massiven Verschärfung der Wirtschaftssanktionen seine volle Schärfe. Am selben Tag unterzeichnete Trump eine Executive Order, die nicht nur kubanische Regierungsmitglieder, sondern auch ausländische Banken und Unternehmen ins Visier nimmt – eine extraterritoriale Ausweitung des Embargos, die insbesondere europäische und chinesische Firmen trifft, die in den Sektoren Energie, Verteidigung, Bergbau oder Finanzdienstleistungen auf der Insel aktiv sind. Aus Washingtoner Sicht rechtfertigt man die Maßnahmen mit einer „außergewöhnlichen Bedrohung der nationalen Sicherheit“.

Die kubanische Führung unter Präsident Miguel Díaz-Canel interpretiert die Entwicklung anders. Der Außenminister Bruno Rodriguez sprach von einer „illegalen und missbräuchlichen“ kollektiven Bestrafung des gesamten Volkes. Am Tag der Sanktionsankündigung, dem 1.

Mai, zogen Hunderttausende vor der US-Botschaft in Havanna entlang, um die Revolution zu verteidigen. Díaz-Canel, der gemeinsam mit dem früheren Präsidenten Raúl Castro die Parade anführte, gab die Parole aus: „Angst frisst hier nicht.“ Die neue amerikanische Offensive trifft eine Wirtschaft, die bereits am Boden liegt – chronischer Mangel an Treibstoff, Strom und Nahrungsmitteln prägt den Alltag. Beobachter in Peking und Brüssel sehen mit Sorge, dass die Sanktionen nun auch Drittstaaten erfassen.

Schweizer, deutsche und österreichische Unternehmen, die noch Handelsbeziehungen mit Kuba unterhalten, müssen mit sekundären US-Sanktionen rechnen. Die Anreise des Flugzeugträgers wäre zwar ein beispielloser militärischer Akt, doch wahrscheinlicher ist ein wirtschaftlicher Erstickungskampf. Die Administration in Washington hat die Botschaft gesendet: Nach Venezuela, dessen Führer Nicolás Maduro Anfang des Jahres gestürzt wurde, steht Kuba als nächstes Ziel auf der Liste.

Die Aussicht auf eine militärische Intervention dürfte indes gering bleiben; angesichts der Abnutzung durch den Iran-Konflikt und der unmittelbaren Nähe zur US-Küste scheint das Risiko einer humanitären Katastrophe zu hoch. Gleichwohl wird der Druck auf die Insel in den kommenden Monaten weiter steigen – und Europa steht vor der Frage, ob es seine wirtschaftlichen Interessen den amerikanischen Machtinteressen unterordnet.

Aktuell
Disney und TikTok vereinbaren Einbindung von Fan-Videos in den Streaming-Dienst Disney+·Flávio Bolsonaro präsentiert Abgeordneten Alfredo Gaspar als Vizepräsidentschaftskandidaten·Myanmars Präsident Min Aung Hlaing in Bangkok: Thailand sucht kontrollierte Wiederannäherung an ASEAN·Unter dem Jubel Tausender Jugendlicher ruft Papst Leo XIV. in Assisi zur „Zivilisation der Liebe“ auf·Yan Diomande wechselt für Rekordsumme zu Real Madrid·Gavi färbt sich nach WM-Titel die Haare rosa – und hält Wort·Menschenrechtsorganisationen werfen Israel Kriegsverbrechen nach Tötung einer Journalistin im Libanon vor·Ugandischer Nationalspieler David Owori nach Raubüberfall in Kampala gestorben·Disney und TikTok vereinbaren Einbindung von Fan-Videos in den Streaming-Dienst Disney+·Flávio Bolsonaro präsentiert Abgeordneten Alfredo Gaspar als Vizepräsidentschaftskandidaten·Myanmars Präsident Min Aung Hlaing in Bangkok: Thailand sucht kontrollierte Wiederannäherung an ASEAN·Unter dem Jubel Tausender Jugendlicher ruft Papst Leo XIV. in Assisi zur „Zivilisation der Liebe“ auf·Yan Diomande wechselt für Rekordsumme zu Real Madrid·Gavi färbt sich nach WM-Titel die Haare rosa – und hält Wort·Menschenrechtsorganisationen werfen Israel Kriegsverbrechen nach Tötung einer Journalistin im Libanon vor·Ugandischer Nationalspieler David Owori nach Raubüberfall in Kampala gestorben·
Akt. 12:566 Sprachen · 29 Quellen
29 Quellen|6 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Samstag, 2. Mai 2026

Trump droht mit Übernahme Kubas und verschärft Sanktionen – Havanna spricht von kollektiver Bestrafung

Präsident Donald Trump hat die amerikanische Drohkulisse gegen Kuba auf eine neue Ebene gehoben. Während einer Rede vor dem Forum Club in Palm Beach, Florida, kündigte er an, die Vereinigten Staaten würden die Insel „fast augenblicklich“ unter ihre Kontrolle bringen – sobald das „Geschäft im Iran“ erledigt sei. Den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, das größte Kriegsschiff der Welt, ließ er in einer martialischen Fantasie vor der kubanischen Küste auf Position gehen: auf hundert Yards heranfahren, und die kubanische Führung werde sich ergeben.

Was als Scherz daherkam, entfaltet vor dem Hintergrund eines massiven Verschärfung der Wirtschaftssanktionen seine volle Schärfe. Am selben Tag unterzeichnete Trump eine Executive Order, die nicht nur kubanische Regierungsmitglieder, sondern auch ausländische Banken und Unternehmen ins Visier nimmt – eine extraterritoriale Ausweitung des Embargos, die insbesondere europäische und chinesische Firmen trifft, die in den Sektoren Energie, Verteidigung, Bergbau oder Finanzdienstleistungen auf der Insel aktiv sind. Aus Washingtoner Sicht rechtfertigt man die Maßnahmen mit einer „außergewöhnlichen Bedrohung der nationalen Sicherheit“.

Die kubanische Führung unter Präsident Miguel Díaz-Canel interpretiert die Entwicklung anders. Der Außenminister Bruno Rodriguez sprach von einer „illegalen und missbräuchlichen“ kollektiven Bestrafung des gesamten Volkes. Am Tag der Sanktionsankündigung, dem 1.

Mai, zogen Hunderttausende vor der US-Botschaft in Havanna entlang, um die Revolution zu verteidigen. Díaz-Canel, der gemeinsam mit dem früheren Präsidenten Raúl Castro die Parade anführte, gab die Parole aus: „Angst frisst hier nicht.“ Die neue amerikanische Offensive trifft eine Wirtschaft, die bereits am Boden liegt – chronischer Mangel an Treibstoff, Strom und Nahrungsmitteln prägt den Alltag. Beobachter in Peking und Brüssel sehen mit Sorge, dass die Sanktionen nun auch Drittstaaten erfassen.

Schweizer, deutsche und österreichische Unternehmen, die noch Handelsbeziehungen mit Kuba unterhalten, müssen mit sekundären US-Sanktionen rechnen. Die Anreise des Flugzeugträgers wäre zwar ein beispielloser militärischer Akt, doch wahrscheinlicher ist ein wirtschaftlicher Erstickungskampf. Die Administration in Washington hat die Botschaft gesendet: Nach Venezuela, dessen Führer Nicolás Maduro Anfang des Jahres gestürzt wurde, steht Kuba als nächstes Ziel auf der Liste.

Die Aussicht auf eine militärische Intervention dürfte indes gering bleiben; angesichts der Abnutzung durch den Iran-Konflikt und der unmittelbaren Nähe zur US-Küste scheint das Risiko einer humanitären Katastrophe zu hoch. Gleichwohl wird der Druck auf die Insel in den kommenden Monaten weiter steigen – und Europa steht vor der Frage, ob es seine wirtschaftlichen Interessen den amerikanischen Machtinteressen unterordnet.

Divergenz der Quellen

— · 29 Quellen · 6 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Diese Nachricht erschien in

29 Quellen · 6 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Washington erwartet baldige Hormus-Einigung, Teheran dementiert direkte Verhandlungen

6 Sprachen · 52 Quellen

Aus Economy & Markets

SpaceX verdoppelt Umsatz, doch Rekordinvestitionen belasten die Aktie

1 Sprache · 31 Quellen

Aus Technology

FAA zertifiziert Boeing 737 MAX 7 nach fast zehn Jahren

3 Sprachen · 18 Quellen

Mehr lesen