
Trump macht Xi Jinpings These vom amerikanischen Niedergang zum Angriff auf Biden
Beim Peking-Gipfel stimmt Trump Xi zu: Die USA seien im Niedergang – allerdings nur unter Biden. Ein strategischer Schachzug mit Folgen für Europa.
US-Präsident Donald Trump hat die Aussage des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, die Vereinigten Staaten befänden sich im Niedergang, in eine scharfe Attacke auf seinen Vorgänger Joe Biden umgemünzt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Rande des Gipfeltreffens in Peking, Xi habe sich „sehr elegant“ auf die „gewaltigen Schäden“ während der Biden-Administration bezogen – und damit „zu 100 Prozent recht gehabt“ [A1, A2, A5]. Was aus Pekinger Sicht als diplomatisch verpackte Kritik an der Gegenmacht erscheinen mochte, nutzte Trump postwendend als innenpolitische Waffe: Er zählte offene Grenzen, hohe Steuern, Transgender-Rechte und Diversity-Programme auf, die die USA unter Biden „unermesslich leiden“ ließen, während sein eigenes Land nun einen „unglaublichen Aufschwung“ erlebe [A4, A5].
Der Schlagabtausch fand in einem für die bilateralen Beziehungen entscheidenden Moment statt. Xi hatte zuvor in einer Eröffnungsrede an die „Thukydides-Falle“ erinnert – die historische Gefahr eines Krieges zwischen etablierter und aufstrebender Macht – und gefragt, ob China und Amerika diesen Pfad vermeiden könnten [A3]. Die Atmosphäre war dennoch von Geschäftssinn geprägt: Am ersten Gipfeltag kündigte China den Kauf von 200 Verkehrsflugzeugen des US-Herstellers Boeing an, ein Signal wirtschaftlicher Kooperation, das in Washington als Erfolg gewertet wurde [A6]. Aus Washingtoner Sicht bestätigt das Treffen Trumps Strategie, die Beziehungen zu Peking nicht als Nullsummenspiel, sondern als Gelegenheit für symbolische Erfolge vor den heimischen Kameras zu inszenieren.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergibt sich ein ambivalentes Bild. Der Boeing-Deal unterstreicht, dass China bereit ist, sich mit den USA zu arrangieren – und damit den europäischen Luftfahrtkonzern Airbus unter Druck zu setzen. Aus europäischer Perspektive bedeutet jede Annäherung zwischen Peking und Washington potenziell eine Marginalisierung des alten Kontinents, der in Handels- und Technologiefragen ohnehin zwischen den Fronten steht. Die wortgewaltige Zustimmung Trumps zu Xis Niedergangsthese dürfte in Brüssel und Berlin als weiteres Indiz für eine Neuordnung der globalen Hierarchien gelesen werden, bei der Europa seine Position neu definieren muss.
Die Zukunft der US-chinesischen Beziehungen bleibt indes ungewiss. Trump hat mit seiner rhetorischen Volte die Bühne für eine zweite Amtszeit bereitet, in der er sich innenpolitisch als Überwinder des Biden’schen Erbes präsentieren kann. Ob die substanziellen Differenzen in Handels- und Sicherheitsfragen durch derartige Wortgefechte überbrückt werden können, ist fraglich. Xi dürfte seinerseits das Kalkül durchschauen: Indem er die „declining nation“-Formel in den Raum stellte, gab er Trump den Ball, den dieser nun gegen Biden ins Tor schießt. Für die nächste Phase der Beziehungen wird entscheidend sein, ob beide Seiten über symbolische Gesten hinaus zu konkreten Vereinbarungen finden – oder ob die „Thukydides-Falle“ doch noch zuschnappt.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
Die indische und südasiatische Presse berichtet, dass Trump Xi's Charakterisierung der USA als eine Nation im Niedergang voll und ganz unterstützte, aber darauf bestand, dass sich die Bemerkung nur auf Bidens Amtszeit bezog. Die Berichterstattung betont Trumps Behauptung, seine eigene Führung habe den Niedergang umgekehrt, und stellt seine Zustimmung als strategische Ablenkung dar.
Lateinamerikanische Medien berichten über Trumps Erklärung, dass Xi's Kommentar über den Niedergang der USA auf die Biden-Regierung abzielte. Die Berichterstattung ist sachlich, erwähnt Trumps Lob für die Erfolge seiner eigenen Regierung und den Kontext des Peking-Gipfels.
Die atlantische Presse stellt Trumps Reaktion als einen bewussten politischen Angriff auf Biden dar, der Xi's Worte als Munition nutzt. Die Berichterstattung hebt die strategische Natur von Trumps '100% richtiger' Zustimmung hervor und präsentiert sie als Manöver, um innenpolitische Kritik abzulenken.
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