
Trump ordnet Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland an – transatlantische Beziehungen in der Krise
Die USA ziehen 5000 Soldaten aus Deutschland ab – ein Zeichen wachsender Spannungen zwischen Washington und Europa im Schatten des Iran-Kriegs.
US-Präsident Donald Trump hat den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Die Entscheidung, die das Pentagon im Laufe der nächsten sechs bis zwölf Monate umsetzen will, folgt auf eine öffentliche Kritik des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz an der amerikanischen Strategie im Iran-Krieg. Merz hatte den USA vorgeworfen, keine kohärente Strategie zu verfolgen und sich von Teheran demütigen zu lassen. Trump reagierte prompt – nicht nur mit harschen Worten, sondern mit einer militärischen Verlagerung, die in dieser Form selbst in Brüssel Überraschung auslöste.
Aus Washingtons Perspektive ist der Schritt jedoch mehr als ein bloßer Affront. Der Abzug folgt längerfristigen Planungen des Pentagons, die bereits vor dem Streit mit Merz angestellt worden waren. Der Zeitpunkt sei bewusst gewählt, um die europäischen Verbündeten an die Grenzen ihrer Abhängigkeit zu erinnern. Trump kündigte zudem an, die Truppenpräsenz in Europa noch weit über die 5000 Soldaten hinaus zu reduzieren. Im US-Kongress mehren sich warnende Stimmen: Die Vorsitzenden der Streitkräfteausschüsse beider Kammern fordern, die Kräfte in Europa umzuverteilen statt abzuziehen, um die Abschreckung gegenüber Russland nicht zu gefährden.
In Brüssel und den europäischen Hauptstädten hat die Ankündigung eine Debatte über die Zukunft der transatlantischen Sicherheitsarchitektur ausgelöst. NATO-Generalsekretär Mark Rutte räumte vor dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan ein, dass die Europäer die Frustration Washingtons „gehört“ hätten. Man arbeite nun daran, alle bilateralen Abkommen über die Nutzung von Militärstützpunkten umzusetzen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete die Entscheidung als überraschend, betonte aber zugleich die Dringlichkeit, die europäische Säule der NATO zu stärken. Der französische Präsident Emmanuel Macron deutete den Schritt als „Botschaft an Europa selbst“, endlich mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen.
Aus deutscher Perspektive versucht Kanzler Merz zu deeskalieren. Er bekräftigte, die USA blieben der wichtigste Partner Deutschlands in der NATO, und verwies darauf, dass es sich bei den abzuziehenden Truppen um eine zeitlich befristete Verstärkung handle, die bereits unter Präsident Biden stationiert worden sei. Dennoch ist die Verunsicherung groß: Nicht nur die militärische Präsenz, auch die geplante Stationierung von US-Marschflugkörpern in Deutschland scheint auf der Kippe zu stehen. Hinzu kommt die Ankündigung Trumps, die Zölle auf europäische Autos auf 25 Prozent anzuheben.
Beobachter in Moskau verfolgen die Entwicklung mit Interesse. Entscheidend wird sein, ob die Europäer ihre Ankündigungen in konkrete Rüstungs- und Finanzierungsbeschlüsse übersetzen können. Der Iran-Krieg hat die strukturellen Schwächen der europäischen Verteidigung schonungslos offengelegt. Der Abzug aus Deutschland könnte der Weckruf sein, der die Union zu einer handlungsfähigen Sicherheitsmacht formt – oder aber den ersten Schritt in eine dauerhafte strategische Entfremdung zwischen den USA und Europa markieren.
Erweitere deinen Horizont
Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung
7 Sprachen · 74 Quellen
Aus Economy & MarketsMexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr
1 Sprache · 18 Quellen
Aus TechnologyChery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen
1 Sprache · 15 Quellen