
Trump-Regierung verhindert Treffen zwischen Petro und New Yorks Bürgermeister
Die US-Regierung drohte Kolumbiens Präsidenten mit Verhaftung, sollte er neben UN-Terminen weitere Aktivitäten in New York wahrnehmen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat ein geplantes Treffen zwischen dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro und dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani vereitelt. Wie die Washington Post unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, drohte das US-Außenministerium Petro mit einer Festnahme, falls er während seines Aufenthalts in New York andere als die mit den Vereinten Nationen vereinbarten Termine wahrnehme. Petro war vom 9. bis 11. Juni in die US-Metropole gereist, um an Sitzungen des UN-Sicherheitsrates teilzunehmen, dessen rotierende Präsidentschaft Kolumbien im Juni innehat.
Aus kolumbianischen Regierungskreisen verlautete, Petro habe seine Agenda ursprünglich ausweiten wollen. Das Treffen mit Mamdani, einem populären linken Politiker, sollte aus einem privaten Gespräch und einem öffentlichen Auftritt bei der Veranstaltung „Dignidad y Democracia“ bestehen, die sich gegen Ungleichheit und für die Stärkung der Demokratie einsetzt. Es wäre Mamdanis erstes Treffen mit einem ausländischen Staatschef gewesen. Doch nach einer Unterredung zwischen US-Beamten und der kolumbianischen Regierung in Bogotá wurde das Treffen abgesagt.
Aus Washingtoner Sicht steht die Angelegenheit im Kontext der angespannten Beziehungen zwischen der Trump-Administration und Petro, der sich wiederholt kritisch zur US-Politik geäußert hat. Zudem steht Petro weiterhin auf einer US-Sanktionsliste wegen angeblicher Verwicklung in die Drogenproliferation. Sein Visum für die USA ist zeitlich befristet, was ihm wenig Spielraum für eigenständige Initiativen lässt. Beobachter in Bogotá werten die Absage als gezielte Demütigung des kolumbianischen Präsidenten und als Signal, dass Washington keine Abweichungen von der vorgegebenen Agenda duldet.
Die Episode zeigt, wie sehr die Trump-Regierung diplomatische Kanäle zu kontrollieren sucht und selbst protokollarische Gesten der Annäherung unterbindet, wenn sie nicht ins eigene politische Kalkül passen. Für Deutschland und Europa stellt sich die Frage, ob ähnliche Beschränkungen auch für andere Staatschefs gelten könnten, die in den USA an UN-Treffen teilnehmen. Die Affäre dürfte die ohnehin frostigen Beziehungen zwischen Washington und Bogotá weiter belasten und Petro innenpolitisch als Opfer von US-Übermacht darstellen.
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