
Trump-Unterstützer Hilton und Ex-Minister Becerra im Rennen um Gouverneursamt in Kalifornien
Der Republikaner Steve Hilton, ein ehemaliger Fox-News-Moderator und Berater des früheren britischen Premierministers David Cameron, hat sich in der Vorwahl um das Gouverneursamt in Kalifornien den zweiten Platz gesichert. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, wird er im November gegen den Demokraten Xavier Becerra antreten, der unter Präsident Joe Biden als Gesundheitsminister diente und zuvor kalifornischer Justizminister war. Hilton, der von Präsident Donald Trump unterstützt wurde, setzte sich gegen den Milliardär Tom Steyer durch, der mehr als 216 Millionen Dollar aus eigener Tasche in seine Kampagne investiert hatte. Steyer landete mit rund 23 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz, während Becerra mit etwa 28 Prozent führte und Hilton knapp 25 Prozent erhielt. Die Auszählung der Stimmen in dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA dauert aufgrund der hohen Briefwahlbeteiligung traditionell Wochen an.
Aus kalifornischer Perspektive ist die Wahl eine Richtungsentscheidung für den Bundesstaat, der unter dem scheidenden Gouverneur Gavin Newsom mit hohen Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot und steigender Kriminalität zu kämpfen hat. Hilton verspricht, Kalifornien „wieder erschwinglich“ zu machen, insbesondere für Arbeiter und kleine Unternehmen. Er zeichnet ein düsteres Bild der Amtszeit von Newsom und wirft Becerra vor, für „Kosten, Inkompetenz und Korruption“ zu stehen. Becerra hingegen kann auf seine Erfahrung in der Bundespolitik verweisen und dürfte vor allem bei den zahlreichen demokratischen Wählern des Staates punkten. Die Vorwahl war von beispiellosen Ausgaben geprägt, wobei Steyers persönlicher Einsatz die Kampagne zu einer der teuersten in der Geschichte Kaliforniens machte.
Aus Washingtoner Sicht wird das Rennen als Test für die politische Stimmung in den USA vor den Präsidentschaftswahlen 2028 betrachtet. Trumps Unterstützung für Hilton unterstreicht den anhaltenden Einfluss des ehemaligen Präsidenten auf die Republikanische Partei, während Becerra als Vertreter der Biden-Regierung für die demokratische Politik steht. Beobachter in Peking und Brüssel verfolgen die Wahl mit Interesse, da Kalifornien als wirtschaftliche Großmacht und Vorreiter in der Klimapolitik gilt. Ein Sieg Hiltons könnte zu einer Abkehr von den progressiven Umwelt- und Einwanderungsgesetzen des Staates führen, während Becerra wahrscheinlich den Kurs Newsoms fortsetzen würde.
Die eigentliche Wahl im November verspricht hart umkämpft zu werden. Während Kalifornien traditionell demokratisch wählt, könnte Hiltons Außenseiterstatus und seine Verbindung zu Trump die republikanische Basis mobilisieren. Becerra muss zeigen, dass er über die demokratische Kernwählerschaft hinaus Wähler ansprechen kann. Die hohen Ausgaben in der Vorwahl deuten darauf hin, dass auch der Wahlkampf für die Hauptwahl von enormen finanziellen Mitteln geprägt sein wird. Die Entscheidung wird nicht nur über die Zukunft Kaliforniens, sondern auch über die nationale politische Landschaft der USA Aufschluss geben.
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