
Trump verlängert Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen
US-Präsident Donald Trump hat eine Verlängerung der brüchigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen verkündet. Die Ankündigung erfolgte unmittelbar nach der zweiten Runde direkter Gespräche zwischen den Botschaftern beider Länder im Weißen Haus, an der Trump zeitweise selbst teilnahm. Die ursprüngliche, auf zehn Tage befristete Feuerpause wäre am Sonntag ausgelaufen. Aus Washingtoner Sicht markiert der Schritt einen diplomatischen Durchbruch: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten verhandeln Israel und der Libanon direkt über eine Beendigung ihres formalen Kriegszustands, der seit der Gründung des jüdischen Staates 1948 besteht. Trump sprach von einer „historischen“ Gelegenheit und deutete an, noch in den kommenden Wochen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus empfangen zu wollen.
In Beirut wird die Nachricht mit verhaltenem Optimismus aufgenommen. Die libanesische Regierung betont, die USA würden das Land dabei unterstützen, sich gegen die Hisbollah zu schützen – eine Formulierung, die Trump selbst verwendete. Beobachter in Jerusalem sehen darin eine klare Absage an die schiitische Miliz, die weiterhin Raketen auf Israel abfeuert, während israelische Angriffe im Südlibanon andauern und mehrere Todesopfer forderten. Die Hisbollah, die nicht an den Gesprächen beteiligt ist, äußerte sich bislang nicht öffentlich. Aus Teheran, das die Miliz traditionell unterstützt, kommen keine unmittelbaren Reaktionen. Trump selbst steht in seinen Atomverhandlungen mit dem Iran fest, weshalb der Teilabzug von Druck auf einen iranischen Stellvertreter taktisch klug erscheint.
Gleichwohl bleibt die Vereinbarung fragil. Trump räumte selbst ein, nicht über das libanesische Gesetz informiert gewesen zu sein, das Kontakte mit Israelis unter Strafe stellt. Der libanesische Botschafter in Washington erinnerte an diese Rechtslage, während der israelische Botschafter eine baldige formelle Friedensregelung anstrebte. Eine Einladung beider Staatschefs nach Washington wäre zwar symbolträchtig, doch die innenpolitischen Hürden in Beirut sind hoch. Zudem sind die Kämpfe trotz der Waffenruhe nicht verstummt. Die nächsten drei Wochen werden zeigen, ob Trumps Optimismus einer dauerhaften Deeskalation weicht oder ob die Region erneut am Rande eines größeren Kriegs steht – auch mit Blick auf den Iran, der die Seehandelswege in der Straße von Hormus bedroht.
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