
Trumps Kehrtwende: Green-Card-Pflicht zur Ausreise wird zur Einzelfallentscheidung
Die US-Regierung rudert bei der Green-Card-Vergabe zurück: Statt einer generellen Ausreisepflicht gilt nun eine Ermessensprüfung. Doch zusätzliche Hürden für Fachkräfte bleiben.
Die Ankündigung war drastisch und löste unter Einwanderern wie Anwälten hektische Reaktionen aus: Am 22. Mai verfügte die US-Bürgerschafts- und Einwanderungsbehörde, dass die meisten Antragsteller auf eine Green Card die Vereinigten Staaten verlassen und ihre Verfahren in den Heimatkonsulaten fortsetzen müssten. Nur eine Woche später ruderte das Heimatschutzministerium zurück. Am Freitag hieß es, es handele sich nicht um eine pauschale Pflicht, sondern um eine „Ermessensentscheidung der Beamten von Fall zu Fall“ – eine Klarstellung, die von vielen als Teilrevidierung gewertet wird.
Aus Washingtoner Sicht unterstreicht der Vorgang die restriktive Linie der Trump-Administration, die den Wahlkampf mit dem Versprechen geführt hatte, Millionen undokumentierte Migranten auszuweisen. Während Beobachter in Peking und Mumbai die Verunsicherung der grossen asiatischen Diaspora hervorheben, meldeten russische Medien, dass hochqualifizierte Fachkräfte von der Ausreiseregelung ausgenommen seien. Brasilianische Quellen verweisen auf die besondere Gefährdung von Opfern von Menschenhandel und Gewalt, für die eine Rückkehr ins Heimatland unzumutbar wäre. Für Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Fachkräfte in den USA beschäftigen, bleibt die Lage unübersichtlich – insbesondere, weil parallel eine weitere Verschärfung greift.
Unabhängig von der Ermessensfrage hat die US-Einwanderungspolitik nämlich bereits im Juni neue Hürden aufgerichtet. Wie aus Fachkreisen verlautet, müssen Antragsteller für arbeitsbezogene Green Cards nun striktere „Final Action Dates“ beachten, was die Zahl der Einreichungen begrenzt. Zudem wird die Statusanpassung, also der Übergang von einem temporären zu einem dauerhaften Visum innerhalb der USA, nicht mehr als Routine-, sondern als „ausserordentlicher“ Schritt behandelt. Betroffen sind Zehntausende von Studenten und Zeitarbeitern, darunter zahlreiche Europäer.
Der vorläufige Rückzieher entschärft die Angst vor einer sofortigen Ausweisung, doch das grundsätzliche Misstrauen gegenüber legalen Einwanderungswegen bleibt prägend. Die Ermessensspielräume der Beamten könnten zu willkürlichen Entscheidungen führen, warnen Einwanderungsrechtler. Für die transatlantische Wirtschaft wie für Forschungskooperationen ist das wenig verlässlich. Die Entwicklung zeigt, wie sehr die amerikanische Einwanderungspolitik derzeit von Exekutiventscheidungen und administrativen Feinsteuerungen abhängt – ein fragiles Konstrukt für all jene, die auf einen dauerhaften Aufenthaltstitel hoffen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | +0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
Die USA verschärfen ab Juni die Regeln für die Green Card und schränken die Anspruchsvoraussetzungen für arbeitsplatzbezogene Anträge ein. Die Regierung engt einen langjährigen Weg ein, der es bisher vielen Antragstellern erlaubte, während des Verfahrens im Land zu bleiben. Die Maßnahmen schaffen insgesamt ein restriktiveres Umfeld für Einwanderungsbewerber.
Washington hat die angekündigte Green-Card-Auflage abgemildert und hochqualifizierte Fachkräfte von der Pflicht ausgenommen, den Antrag aus dem Ausland zu stellen. Das Heimatschutzministerium rückte von der pauschalen Anweisung ab und erklärte, die Regel werde fallweise angewendet. Die Anpassung gilt als Zugeständnis an Wirtschaft und Tech-Branche, die den Verlust globaler Talente befürchteten.
Die Trump-Regierung musste von ihrer abrupten Regelung zurückweichen, die Inhaber temporärer Visa gezwungen hätte, die USA während des Antrags auf Daueraufenthalt zu verlassen. Die ursprüngliche Ankündigung hatte breite Verurteilung durch humanitäre Organisationen ausgelöst, die die Maßnahme als schädlich für Migrantengemeinschaften anprangerten. Auf massiven Druck hin stellte das Heimatschutzministerium klar, dass die Regel nicht für alle gelte – eine teilweise Kehrtwende, die durch öffentlichen Protest erzwungen wurde.
Erweitere deinen Horizont
Washington erwartet baldige Hormus-Einigung, Teheran dementiert direkte Verhandlungen
6 Sprachen · 52 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyWeißes Haus schließt offene KI-Modelle von Sicherheitstests aus
3 Sprachen · 11 Quellen