
Kolumbiens Rechtsruck: Abelardo de la Espriella gewinnt erste Runde der Präsidentschaftswahl
Der ultrarechte Kandidat siegte überraschend mit 43,7 Prozent und tritt nun gegen den Linkskandidaten Iván Cepeda an – ein Stimmungstest für ganz Lateinamerika.
Abelardo de la Espriella, ein politisch unerfahrener Anwalt, der sich selbst den Kampfnamen «El Tigre» gegeben hat, gewann die erste Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl mit 43,7 Prozent der Stimmen deutlich vor dem linken Senator Iván Cepeda, der 40,9 Prozent erreichte. Die hohe Wahlbeteiligung von über 24 Millionen spiegelt die tiefe Polarisierung wider. De la Espriella, der mit einer Law-and-Order-Rhetorik à la Nayib Bukele und offener Bewunderung für Donald Trump und Javier Milei auftritt, profitierte vom Wunsch vieler Kolumbianer nach einem radikalen Bruch mit der linken Regierung Gustavo Petros.
Die Finanzmärkte reagierten erleichtert: Der Peso legte kräftig zu, der Dollar fiel um mehr als 100 Pesos, und die Renditen langlaufender Staatsanleihen sanken spürbar. International begrüßten rechte Politiker wie Argentiniens Präsident Milei das Ergebnis als «Willen zur Freiheit», während europäische Blätter wie Le Temps vor einem weiteren Vormarsch einer «enthemmten extremen Rechten» in Lateinamerika warnten und die Neue Zürcher Zeitung de la Espriellas autoritäres Profil herausstellte.
Präsident Petro, dessen Popularität durch die Niederlage seines Wunschkandidaten Cepeda beschädigt wurde, behauptete ohne Belege Wahlbetrug und rief zur Mobilisierung auf. Die nationale Wahlbehörde, die Generalstaatsanwaltschaft und selbst Cepeda widersprachen: Es gebe keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Der frühere Präsident César Gaviria forderte Petro auf, «zu regieren oder zurückzutreten, aber nicht der Demokratie zu schaden». Diese Sequenz erinnert an ähnliche Versuche, Wahlergebnisse in der Region zu delegitimieren, und untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen.
Für die Stichwahl am 21. Juni haben beide Kandidaten ihre Positionen verhärtet. De la Espriella lehnt Koalitionen mit traditionellen Parteien ab und setzt auf Anti-Establishment-Rhetorik, während Cepeda überraschend Debatten fordert, diese aber an Bedingungen knüpft. Die Hauptstadt Bogotá mit ihrer auf 67 Prozent gestiegenen Wahlbeteiligung könnte das Zünglein an der Waage sein; beide Lager suchen hier nach Stimmen der gemäßigten Mitte. Der Ausgang dürfte mitentscheiden, ob sich der Rechtsruck auf dem Kontinent weiter verfestigt – mit möglichen Folgen für die regionale Isolation Kolumbiens.
| Lateinamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Der überraschende Sieg Abelardo de la Espriellas in der ersten Runde löste positive Marktreaktionen aus: Der Peso legte zu und die Anleiherenditen sanken. In Bogotá stieg die Wahlbeteiligung stark an, ein Zeichen für die mobilisierende Polarisierung. Analysten deuten das Ergebnis als eine weitere Rechtsverschiebung in Lateinamerika, die stärker von Emotionen als von Programmen getrieben wird.
Der Sieg des Rechtsextremen Abelardo de la Espriella, eines Trump- und Milei-Bewunderers, wirbelt das Präsidentschaftsrennen durcheinander und bestätigt den Aufstieg einer unverfrorenen, maskulinistischen und repressiven Rechten in Lateinamerika. Die Stichwahl zwischen Rechtspopulismus und einem nostalgischen Kommunisten stellt das Land vor eine Wahl zwischen zwei Abgründen.
Ein Möchtegern-starker Mann und Trump-Getreuer, der eine ‘eiserne Faust’ gegen die Organisierte Kriminalität verspricht, gewann die erste Runde, da die Wähler die Verhandlungen der Regierung mit bewaffneten Gruppen ablehnen und auf einen Bukele-ähnlichen harten Kurs setzen. Die Stichwahl bringt den politischen Außenseiter gegen den linken Kontinuitätskandidaten in Stellung.
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