
Uganda nominiert Olara Otunnu als siebten Kandidaten für das Amt des UN-Generalsekretärs
Die späte Kandidatur des erfahrenen Diplomaten erweitert das Bewerberfeld kurz vor der ersten informellen Abstimmung im Sicherheitsrat und wirft die Frage nach einer regionalen Rotation auf.
Uganda hat am Wochenende überraschend die Kandidatur des früheren Außenministers und UN-Diplomaten Olara Otunnu für die Nachfolge von António Guterres eingereicht. Wie die Vereinten Nationen ihren Mitgliedstaaten mitteilten, ist der 75-Jährige damit der siebte offizielle Bewerber um das höchste Amt der Weltorganisation. Guterres’ zweite und letzte Amtszeit endet am 31. Dezember 2026.
In einer Stellungnahme des ugandischen Außenministeriums wird Otunnu als erfahrener Staatsmann mit mehr als vier Jahrzehnten in internationaler Diplomatie, Friedensarbeit und multilateralen Angelegenheiten beschrieben. Er war von 1997 bis 2005 unter dem damaligen Generalsekretär Kofi Annan der erste Untergeneralsekretär und Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte. Zuvor vertrat er Uganda als Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen und leitete im Dezember 1981 den Sicherheitsrat. In dieser Funktion führte er das informelle Abstimmungsverfahren ein, das als „Otunnu-Formel“ bekannt wurde und bis heute zur Sondierung der Unterstützung für Kandidaten dient. Nach einer kurzen Amtszeit als Außenminister Ugandas 1985/86 leitete er die International Peace Academy und trat 2011 als Präsidentschaftskandidat der Oppositionspartei Uganda People’s Congress gegen Amtsinhaber Yoweri Museveni an.
Mit Otunnus Nominierung umfasst das Kandidatenfeld nun Michelle Bachelet (Chile), María Fernanda Espinosa (Ecuador), Rafael Grossi (Argentinien), Rebeca Grynspan (Costa Rica), Carolyn Rodrigues-Birkett (Guyana) und Macky Sall (Senegal). Sechs von ihnen hatten bereits am Donnerstag an einer im Fernsehen übertragenen Debatte teilgenommen. Für den 30. Juli ist die erste geschlossene Abstimmung der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats angesetzt. Bei dieser geheimen „Strohhalm-Abstimmung“ muss ein Kandidat mindestens neun Stimmen erhalten, ohne dass eines der fünf ständigen Mitglieder – China, Frankreich, Russland, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten – ein Veto einlegt. Der ausgewählte Name wird anschließend der Generalversammlung zur formellen Ernennung vorgelegt; der Amtsantritt ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.
Die ugandische Kandidatur verleiht der Debatte über eine regionale Rotation neues Gewicht. Zwar gilt das Prinzip der wechselnden geografischen Herkunft nicht als verbindlich, doch war das Amt seit dem Ägypter Boutros Boutros-Ghali (1992–1996) nicht mehr mit einem Afrikaner besetzt. Aus Moskau verlautete unterdessen, Russland erwarte vom künftigen Generalsekretär eine objektivere Bewertung der Lage in der Ukraine und unterstütze die Idee eines Kandidaten aus der Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (GRULAC). Die erste Probeabstimmung am 30. Juli wird zeigen, ob sich hinter verschlossenen Türen bereits eine Dynamik zugunsten eines Bewerbers oder einer Region abzeichnet.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.70 | aligned |
The candidacy of Olara Otunnu is presented as a routine African diplomatic initiative. There is no explicit support or opposition: the evolution of consultations among Security Council members is awaited.
Otunnu's nomination is celebrated as an assertion of Africa on the global stage. Continental pride and hope that an African can lead the United Nations are emphasized.
Erweitere deinen Horizont
Massenansturm auf Ceuta: Zehntausende Migranten überwinden Grenze – Italien setzt Schengen aus
2 Sprachen · 112 Quellen
Aus Economy & MarketsMexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr
1 Sprache · 18 Quellen
Aus TechnologyChery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen
1 Sprache · 15 Quellen