
US-Gastgeber nach 2:0 über Australien im Achtelfinale – Schiedsrichter-Debatte und ein kurioser Krampf
Ein frühes Eigentor und ein umstrittener Treffer ebnen den USA den Weg, während Australiens Wut auf Referee Zwayer wächst und dessen eigener Kollaps die mexikanische Vierte Offizielle in den Fokus rückt.
Mit einer kaltschnäuzigen Effizienz hat sich die US-amerikanische Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel des Heimat-Weltcups vorzeitig den Einzug in die K.-o.-Runde gesichert. Vor ausverkauftem Haus in Seattle bezwang das Team von Mauricio Pochettino Australien mit 2:0 und übernahm mit sechs Punkten die Tabellenspitze der Gruppe D. Bereits in der elften Minute lenkte Cameron Burgess einen scharfen Ball unglücklich ins eigene Tor. Australien, von Beginn an schwerfällig und in der ersten Halbzeit von der aggressiven US-Pressingmaschinerie überrannt, fand erst nach dem Seitenwechsel besser in die Partie. Die Einwechslungen von Nestory Irankunda und Connor Metcalfe brachten Tempo und Torgefahr, doch der Ausgleich blieb verwehrt. Stattdessen sorgte ein Kopfball von Alex Freeman in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für die Vorentscheidung – nach minutenlanger VAR-Prüfung hielt das Schiedsrichtergespann den Treffer trotz australischer Proteste wegen einer vermeintlichen Behinderung von Torhüter Patrick Beach für regelkonform.
Aus australischer Sicht geriet im Anschluss vor allem die Leistung des deutschen Referees Felix Zwayer in die Kritik. Stürmer Irankunda sprach von einem „stinker“ des Unparteiischen und bemängelte eine einseitige Zweikampfbewertung zugunsten der Gastgeber. Auch Trainer Tony Popovic zeigte sich verärgert: „Manchmal brauchte es sehr wenig, um ein Foul zu bekommen, und manchmal sehr viel.“ Er fühlte sich in der hitzigen Atmosphäre des Gastgeberstadions benachteiligt. Co-Trainer Paul Okon monierte, sein Keeper sei beim zweiten Tor klar behindert worden. Die US-amerikanische Seite hingegen verwies auf die eigene Dominanz in der ersten Hälfte und die erfolgreiche Taktik, ohne den verletzten Star Christian Pulisic zu bestehen.
Zwayer selbst wurde in der Schlussphase zum unfreiwilligen Protagonisten einer kuriosen Szene: Der 45-Jährige sackte mit einem heftigen Muskelkrampf zu Boden und konnte das Spiel nicht unmittelbar fortsetzen. Spieler beider Teams eilten zur Hilfe, Folarin Balogun und Aiden O’Neill lockerten sein Bein. Dann betrat die mexikanische Vierte Offizielle Katia Itzel García den Rasen und reichte dem Schiedsrichter eine Flasche mit einer trüben Flüssigkeit – ein in Sportlerkreisen als krampflösend bekanntes Gemisch aus Gurkensaft und Salzlake. Nach wenigen Minuten der Behandlung stand Zwayer wieder auf und leitete die Partie zu Ende. Mexikanische Medienberichte unterstrichen, dass García nur Momente davon entfernt war, als erste Mexikanerin ein Männer-WM-Spiel als Hauptschiedsrichterin zu leiten, und würdigten ihre schnelle Reaktion als Beweis ihrer Professionalität.
Die USA können nun mit breiter Brust dem letzten Gruppenspiel entgegensehen, während für Australien die Partie gegen Paraguay zum richtungsweisenden Duell um den zweiten Achtelfinalplatz wird. Vier Tage bleiben den Socceroos, um die von Spielern und Trainerstab geforderte größere offensive Furchtlosigkeit auf den Platz zu bringen und die Enttäuschung von Seattle abzuschütteln.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.70 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
The match is a pretext to denounce White House inertia and the superficiality of the global organization.
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