
Vier Tote bei Busunfall in Jekaterinburg: Kind unter den Opfern
Ein Linienbus erfasst in Jekaterinburg mehrere Fußgänger, vier Menschen sterben, darunter ein Kind. Die Behörden ermitteln wegen fahrlässiger Tötung.
Bei einem schweren Verkehrsunfall im Zentrum von Jekaterinburg sind am Montag vier Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kind. Nach Angaben der örtlichen Verkehrspolizei war ein Linienbus zunächst mit einem abbiegenden Pkw kollidiert, durchbrach dann eine Metallabsperrung und erfasste auf dem Gehweg mehrere Fußgänger, die an einer Ampel warteten. Vier weitere Personen wurden verletzt, drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich an der Kreuzung der Straßen 8. März und Malyschewa, in unmittelbarer Nähe der Kirche Groß-Slatoust.
Die russischen Ermittlungsbehörden haben Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Verkehrsregeln mit Todesfolge sowie wegen Erbringung von Dienstleistungen, die nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen, eingeleitet. Der Bus gehörte einem privaten Betreiber. Gouverneur Denis Pasler sprach den Angehörigen sein Beileid aus und ordnete eine gründliche Untersuchung an. Vor Ort sind sieben Rettungswagen sowie Einsatzkräfte der Polizei und der Staatsanwaltschaft im Einsatz.
Der Unfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit des öffentlichen Nahverkehrs in russischen Großstädten auf. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu schweren Busunfällen, oft verursacht durch technische Mängel oder Fahrfehler. Beobachter in Moskau fordern strengere Kontrollen für private Busunternehmen, die häufig unter Kostendruck stehen. Der Vorfall in Jekaterinburg könnte nun zu einer Verschärfung der Sicherheitsvorschriften führen.
Für die deutschsprachige Leserschaft ist der Unfall auch deshalb von Bedeutung, weil er die Risiken des Straßenverkehrs in Russland verdeutlicht, wo die Unfallrate im internationalen Vergleich hoch ist. Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten bei Busreisen in Russland besondere Vorsicht walten lassen und auf den Zustand der Fahrzeuge achten. Die Aufarbeitung des Unglücks wird zeigen, ob strukturelle Mängel oder individuelles Fehlverhalten die Ursache waren.
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