
WM-Auftakt in Mexiko: Drei Platzverweise und Tränen des Triumphs
Gastgeber Mexiko besiegt Südafrika 2:0, Südkorea dreht Partie gegen Tschechien – ein Eröffnungstag voller Dramatik und hitziger Kontroversen.
Der Eröffnungstag der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die erstmals in drei nordamerikanischen Ländern ausgetragen wird, begann im legendären Azteca-Stadion von Mexiko-Stadt mit einem Spektakel, das sportliche Härte und tiefe Emotionen vereinte. Vor offiziell ausverkauftem Haus – wenngleich Beobachter vereinzelte leere Sitzblöcke registrierten – setzte sich der Co-Gastgeber Mexiko mit 2:0 gegen eine dezimierte südafrikanische Mannschaft durch. Die Partie wurde von einer Flut an Platzverweisen überschattet: Schiedsrichter Wilton Sampaio aus Brasilien zeigte drei Rote Karten, so viele wie in keinem WM-Spiel seit 2006. Zunächst traf es die Südafrikaner Sphephelo Sithole und Themba Zwane, später auch Mexikos Kapitän César Montes. In dieser chaotischen Begegnung war es Raúl Jiménez, der mit einem Kopfballtor in der zweiten Halbzeit den Endstand besiegelte – sechs Jahre nach einer lebensgefährlichen Schädelfraktur vergoss der Stürmer Tränen der Erleichterung und widmete den Treffer seinem Vater.
Aus asiatischer Perspektive verlief der Auftakttag ebenfalls erfolgreich. Südkorea, das 2002 als Co-Gastgeber bis ins Halbfinale vorgedrungen war, drehte im zweiten Gruppenspiel der Gruppe A einen Rückstand gegen Tschechien und gewann mit 2:1. Die von Paulo Bento trainierten Südkoreaner demonstrierten dabei jene taktische Disziplin und späte Effizienz, die sie bereits bei vergangenen Turnieren ausgezeichnet hatte. Für die tschechische Mannschaft, die aus europäischer Sicht als Außenseiter in diese Gruppe gereist war, bedeutet die Niederlage einen frühen Rückschlag im Kampf um die K.-o.-Runden, während Südkorea punktgleich mit Mexiko an die Tabellenspitze rückt.
Neben den sportlichen Ereignissen sorgten zwei Begleitumstände für Diskussionen. Eine von Schiedsrichter Sampaio bereits in der ersten Halbzeit des Eröffnungsspiels angeordnete Trinkpause wurde von einigen Kommentatoren als ungewöhnlich früh kritisiert und warf Fragen zur Hitzebelastung bei diesem Turnier auf. Die FIFA hatte im Vorfeld verpflichtende Kühlpausen bei hohen Temperaturen angekündigt, doch der konkrete Zeitpunkt nährte Spekulationen über eine mögliche Einflussnahme. Zudem blieben trotz der gemeldeten Rekordkulisse im Azteca-Stadion mehrere Sektoren auffällig leer – ein Phänomen, das bereits bei früheren Großereignissen in der Region beobachtet wurde und auf logistische oder ticketpolitische Probleme hindeuten könnte. Die mit Stars wie Shakira und Burna Boy inszenierte Eröffnungsfeier stand so in einem Kontrast zu den organisatorischen Unwägbarkeiten.
Für Mexiko markiert der Sieg einen historischen Wendepunkt: Erstmals in der WM-Geschichte gewann das Team sein Auftaktspiel, nachdem es in sieben vorherigen Anläufen stets gescheitert war. Die Euphorie im Gastgeberland dürfte damit zusätzlichen Auftrieb erhalten. Der Blick aus Mitteleuropa richtet sich unterdessen auf die Frage, wie sich die hitzebedingten Besonderheiten und die strenge Regelauslegung auf die späteren Spiele europäischer Mannschaften – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – auswirken werden. Der dramatische erste Tag hat jedenfalls die Bühne bereitet für ein Turnier, das sportlich wie atmosphärisch keine Routine erwarten lässt.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.70 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
Mexiko und Südkorea führen nach dem ersten Tag die Gruppe A an. Die Gastgeber besiegten Südafrika mit 2:0 durch Tore von Quiñones und Jiménez und bestätigten ihre Favoritenrolle. Die Eröffnungsfeier bot Auftritte kolumbianischer und nigerianischer Künstler.
Das Eröffnungsspiel brachte drei Rote Karten, ein krasser Gegensatz zu den insgesamt vier Roten Karten bei den Weltmeisterschaften in Russland und Katar. Südafrika verlor zwei Spieler, was Fragen zur Strenge der Schiedsrichter unter der Leitung der FIFA-Schiedsrichterabteilung aufwarf. Der Abend hinterließ ein Gefühl der Ungerechtigkeit für das afrikanische Team.
Die WM-Eröffnung in Mexiko-Stadt hinterließ einen gemischten Eindruck: eine kurze Zeremonie, Zusammenstöße außerhalb des Stadions und ein Spiel mit drei Roten Karten. Mexiko gewann nach sieben gescheiterten Versuchen endlich ein Eröffnungsspiel, doch der Abend wurde von disziplinarischem Chaos und Protesten überschattet.
Erweitere deinen Horizont
Washington erwartet baldige Hormus-Einigung, Teheran dementiert direkte Verhandlungen
6 Sprachen · 52 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyVereinigte Arabische Emirate führen nationale Zahlungslösungen für Bundesgebühren ein
1 Sprache · 8 Quellen