
Zwischen Zinssenkung und Ölpreisschock: Russlands Wirtschaft ringt mit der Stagnation
Die russische Zentralbank hat am 24. April den Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 14,5 Prozent gesenkt – der achte Schritt nach unten in Folge. Was nach einer geldpolitischen Lockerung klingt, wurde in Moskau jedoch mit ungewohnter Härte vorgetragen.
Notenbankchefin Elwira Nabiullina mahnte einen „vorsichtigeren und ausgewogeneren Ansatz“ an und hob die Prognose für den durchschnittlichen Leitzins 2026 auf 14,0 bis 14,5 Prozent an. Eine größere Zinssenkung um 100 Basispunkte stand gar nicht erst zur Debatte, die Option einer Zinspause hingegen schon. Das Signal aus dem Zentrum der russischen Geldpolitik ist unmissverständlich: Die Wunderwaffe billigen Geldes stößt an ihre Grenzen, während die konjunkturellen Risiken zunehmen.
Gleichzeitig hält die Ungewissheit über die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran die Rohölpreise über 104 Dollar je Barrel – ein geopolitischer Treibsatz, der sowohl den Kreml als auch die Finanzmärkte in Atem hält.
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