
Kolumbianischer Senator knapp einem Entführungsversuch entgangen – Scharfe Kritik am Verteidigungsminister
Alexander López überlebte einen Angriff von FARC-Dissidenten auf der Straße zwischen Popayán und Cali, weil er das Fahrzeug gewechselt hatte. Der Vorfall überschattet den Wahlkampf.
Der kolumbianische Senator Alexander López ist knapp einem Entführungsversuch entkommen. Auf der Fernstraße zwischen Popayán und Cali im Department Cauca war sein gepanzertes Fahrzeug von einer Gruppe bewaffneter Männer mit Gewehrfeuer attackiert worden. López selbst hatte aus Sicherheitsgründen vor Fahrtantritt das Auto gewechselt und reiste einige Meter voraus – so entging er dem Anschlag, wie Präsident Gustavo Petro mitteilte. In dem beschossenen Wagen befanden sich der Abgeordnete Kevin Gómez und Sicherheitskräfte; niemand wurde verletzt. Die Täter werden den Dissidenten der FARC unter der Führung von Iván Mordisco und alias Marlon zugerechnet. Auch das Fahrzeug des Bürgermeisters von Santander de Quilichao sei angegriffen worden.
Der Vorfall ereignet sich weniger als zwei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien, die von einer neuen Welle politischer Gewalt überschattet werden. López, ein Vertreter des Regierungsbündnisses Pacto Histórico, war auf dem Weg von einer Wahlveranstaltung für Iván Cepeda, den politischen Erben von Präsident Petro und Favoriten für den 31. Mai. Seit dem Friedensabkommen mit den FARC von 2016 hat die Gewalt in vielen Regionen wieder zugenommen; Entführungen, Morde und Anschläge auf Kandidaten gehören inzwischen zum Wahlkampfalltag. Aus Bogotáer Sicht ist die mangelnde Sicherheitspräsenz auf der vielbefahrenen Panamericana besonders besorgniserregend.
Senator López erhob schwere Vorwürfe gegen Verteidigungsminister Pedro Sánchez. Er habe diesen zuvor vor den Gefahren in der Region gewarnt und keine Reaktion erhalten. Auf der Fahrt von Cali nach Popayán sei kein einziger Kontrollposten der Sicherheitskräfte zu sehen gewesen. Die Regierung sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, die Kontrolle über ländliche Gebiete verloren zu haben. Beobachter in Washington könnten dies als weiteres Zeichen für die fragile Sicherheitslage in einem der wichtigsten Partnerländer der USA in der Region werten. Die Wahl am 31. Mai wird auch darüber entscheiden, ob der Friedensprozess eine neue Dynamik erhält oder ob die Gewalt weiter eskaliert. Der Anschlag auf López könnte zudem die Debatte über die Sicherheitsstrategie der Regierung Petro anheizen, die auf Dialog mit bewaffneten Gruppen setzt.
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