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Wirtschaft & MärkteDienstag, 12. Mai 2026

Aramco warnt vor jahrelanger Ölmarktstörung bei Fortdauer der Hormuz-Krise

Der saudische Ölkonzern Aramco sieht die weltweite Energiekrise verschärft. Sollte die Blockade der Straße von Hormuz andauern, normalisiere sich der Markt erst 2027.

Die Sperrung der Straße von Hormuz, die seit Wochen den Schiffsverkehr zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean lahmlegt, droht die globale Ölversorgung für Jahre zu beeinträchtigen. Amin Nasser, der Chef des saudischen Staatskonzerns Aramco, erklärte, dass sich der Markt selbst bei einer Wiedereröffnung der Wasserstraße erst im Jahr 2027 wieder vollständig normalisieren werde, falls die Blockade noch einige Wochen andauere. Die gegenwärtige Versorgungskrise sei die schwerste, die die Welt je erlebt habe. Mit jeder Woche, in der der Engpass anhalte, gingen der Weltwirtschaft rund hundert Millionen Barrel Rohöl verloren.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit außergewöhnlich hoher Gewinne für Aramco. Der Konzern wies für das erste Quartal 2026 einen Nettogewinn von 32,5 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen stiegen um zwölf Prozent auf 124,6 Milliarden Dollar, angetrieben von höheren Rohölpreisen, die im Schnitt bei knapp 77 Dollar je Barrel lagen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem vierten Quartal 2025. Die operative Resilienz des Unternehmens zeigt sich auch darin, dass es die Produktion innerhalb von drei Wochen auf die maximale nachhaltige Kapazität von zwölf Millionen Barrel pro Tag hochfahren kann.

Aus Riad wird betont, dass man die Exporte über die Ost-West-Pipeline umgeleitet habe, die die saudischen Ölfelder direkt mit dem Roten Meer verbindet. Diese strategische Reserveader erlaubt es, einen Teil der Ausfälle zu kompensieren, doch die Gesamtmengen reichen nicht, um den Wegfall der Tankerroute vollständig auszugleichen. Während in Washington die Lage mit wachsender Sorge beobachtet wird – die USA drängen auf eine diplomatische Lösung des zugrundeliegenden Konflikts mit Iran –, sind es vor allem die asiatischen Abnehmerländer, die unter den Lieferunterbrechungen leiden. Aber auch Europa, das einen beträchtlichen Teil seines Rohöls aus dem Nahen Osten bezieht, spürt den Druck: Die Raffineriekapazitäten in Deutschland und der Schweiz arbeiten bereits unter Hochdruck, um die Verknappung auszugleichen.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krise zwingt die Marktteilnehmer zu langfristigen Neuorientierungen. Beobachter in Peking verweisen darauf, dass China als größter Importeur saudischen Öls besonders verwundbar sei und bereits strategische Reserven anzapfe. In Teheran dagegen wird die Blockade als Druckmittel in den Verhandlungen mit dem Westen eingesetzt. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Transportwege und Investitionen in die heimische Förderung auch für die deutschsprachigen Länder an Dringlichkeit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Diplomatie die Blockade aufzulösen vermag – oder ob sich die Prognose von Aramco-Chef Nasser als prophetisch erweist.

Divergenz — wer erzählt sie wie
25%Mittel
2 Blöcke · Positionen von −0.30 bis +0.20
KritischWohlwollend
ALMGLF
Abweichung zwischen Presseblöcken
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30critical
Arabische Golfpresse+0.20neutral
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30

Medien in der arabischen Levante und im Maghreb berichten über die Warnung des Aramco-CEO, dass das Unternehmen zwar in drei Wochen die Höchstproduktion erreichen könne, eine längere Hormuz-Blockade den Ölmarkt jedoch bis 2027 stören könnte. Der Ton ist alarmiert, aber pragmatisch, mit Betonung auf saudischer Resilienz und wöchentlichen Verlusten von 100 Millionen Barrel.

AlarmPragmatismus
Arabische Golfpresse+0.20

Golf-arabische Medien, insbesondere saudische, berichten sachlich und zurückhaltend über die Aussage des Aramco-CEO und heben die operative Bereitschaft des Unternehmens hervor, in drei Wochen 12 Millionen Barrel pro Tag zu erreichen. Der Fokus liegt auf der Stabilität des saudischen Angebots, mit einem distanzierten Ton, der den Alarm herunterspielt, aber eine mögliche Normalisierung erst 2027 einräumt.

PragmatismusDistanz
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Frankreichs verheerende Waldbrände: 42.000 Hektar zerstört, Staat in der Kritik·Erstes Massensterben unter Wildvögeln durch H5N1 in Australien·Die stille Last der Fürsorge: Schwedens Ringen um eine menschenwürdige Altenpflege·Todd Blanche hebt umstrittenen Entschädigungsfonds auf – Weg für Bestätigung als Justizminister frei·Iran richtet zwei Männer wegen Spionage für Israel hin·Sechs Tote bei Frontalzusammenstoß zwischen Reisebus und Wohnmobil auf der Strada Statale 79·Barfuß durch das heilige Gehölz: Wie das Pamali den Wald von Kuta schützt·Milei verschärft Krise mit Brasilien: Erneute Beleidigungen gegen Lula da Silva·Frankreichs verheerende Waldbrände: 42.000 Hektar zerstört, Staat in der Kritik·Erstes Massensterben unter Wildvögeln durch H5N1 in Australien·Die stille Last der Fürsorge: Schwedens Ringen um eine menschenwürdige Altenpflege·Todd Blanche hebt umstrittenen Entschädigungsfonds auf – Weg für Bestätigung als Justizminister frei·Iran richtet zwei Männer wegen Spionage für Israel hin·Sechs Tote bei Frontalzusammenstoß zwischen Reisebus und Wohnmobil auf der Strada Statale 79·Barfuß durch das heilige Gehölz: Wie das Pamali den Wald von Kuta schützt·Milei verschärft Krise mit Brasilien: Erneute Beleidigungen gegen Lula da Silva·
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Dienstag, 12. Mai 2026

Aramco warnt vor jahrelanger Ölmarktstörung bei Fortdauer der Hormuz-Krise

Der saudische Ölkonzern Aramco sieht die weltweite Energiekrise verschärft. Sollte die Blockade der Straße von Hormuz andauern, normalisiere sich der Markt erst 2027.

Die Sperrung der Straße von Hormuz, die seit Wochen den Schiffsverkehr zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean lahmlegt, droht die globale Ölversorgung für Jahre zu beeinträchtigen. Amin Nasser, der Chef des saudischen Staatskonzerns Aramco, erklärte, dass sich der Markt selbst bei einer Wiedereröffnung der Wasserstraße erst im Jahr 2027 wieder vollständig normalisieren werde, falls die Blockade noch einige Wochen andauere. Die gegenwärtige Versorgungskrise sei die schwerste, die die Welt je erlebt habe. Mit jeder Woche, in der der Engpass anhalte, gingen der Weltwirtschaft rund hundert Millionen Barrel Rohöl verloren.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit außergewöhnlich hoher Gewinne für Aramco. Der Konzern wies für das erste Quartal 2026 einen Nettogewinn von 32,5 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen stiegen um zwölf Prozent auf 124,6 Milliarden Dollar, angetrieben von höheren Rohölpreisen, die im Schnitt bei knapp 77 Dollar je Barrel lagen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem vierten Quartal 2025. Die operative Resilienz des Unternehmens zeigt sich auch darin, dass es die Produktion innerhalb von drei Wochen auf die maximale nachhaltige Kapazität von zwölf Millionen Barrel pro Tag hochfahren kann.

Aus Riad wird betont, dass man die Exporte über die Ost-West-Pipeline umgeleitet habe, die die saudischen Ölfelder direkt mit dem Roten Meer verbindet. Diese strategische Reserveader erlaubt es, einen Teil der Ausfälle zu kompensieren, doch die Gesamtmengen reichen nicht, um den Wegfall der Tankerroute vollständig auszugleichen. Während in Washington die Lage mit wachsender Sorge beobachtet wird – die USA drängen auf eine diplomatische Lösung des zugrundeliegenden Konflikts mit Iran –, sind es vor allem die asiatischen Abnehmerländer, die unter den Lieferunterbrechungen leiden. Aber auch Europa, das einen beträchtlichen Teil seines Rohöls aus dem Nahen Osten bezieht, spürt den Druck: Die Raffineriekapazitäten in Deutschland und der Schweiz arbeiten bereits unter Hochdruck, um die Verknappung auszugleichen.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krise zwingt die Marktteilnehmer zu langfristigen Neuorientierungen. Beobachter in Peking verweisen darauf, dass China als größter Importeur saudischen Öls besonders verwundbar sei und bereits strategische Reserven anzapfe. In Teheran dagegen wird die Blockade als Druckmittel in den Verhandlungen mit dem Westen eingesetzt. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Transportwege und Investitionen in die heimische Förderung auch für die deutschsprachigen Länder an Dringlichkeit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Diplomatie die Blockade aufzulösen vermag – oder ob sich die Prognose von Aramco-Chef Nasser als prophetisch erweist.

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Medien in der arabischen Levante und im Maghreb berichten über die Warnung des Aramco-CEO, dass das Unternehmen zwar in drei Wochen die Höchstproduktion erreichen könne, eine längere Hormuz-Blockade den Ölmarkt jedoch bis 2027 stören könnte. Der Ton ist alarmiert, aber pragmatisch, mit Betonung auf saudischer Resilienz und wöchentlichen Verlusten von 100 Millionen Barrel.

AlarmPragmatismus
Arabische Golfpresse+0.20

Golf-arabische Medien, insbesondere saudische, berichten sachlich und zurückhaltend über die Aussage des Aramco-CEO und heben die operative Bereitschaft des Unternehmens hervor, in drei Wochen 12 Millionen Barrel pro Tag zu erreichen. Der Fokus liegt auf der Stabilität des saudischen Angebots, mit einem distanzierten Ton, der den Alarm herunterspielt, aber eine mögliche Normalisierung erst 2027 einräumt.

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