
Chelsea kapert Paletras Transfer – und löst eine Kettenreaktion aus
Der FC Chelsea durchkreuzt Inters Pläne mit Marco Palestra, während Real Madrid Enzo Fernández umwirbt und Tottenham nach Alternativen sucht.
Der Transferpoker um Atalantas Außenverteidiger Marco Palestra hat eine überraschende Wendung genommen. Nachdem Inter Mailand bereits eine mündliche Einigung über 45 Millionen Euro plus Boni erzielt hatte, grätschte der FC Chelsea mit einem Angebot von 60 Millionen Euro dazwischen. Der 21-jährige Italiener, der sowohl rechts als auch links einsetzbar ist, wird nun an die Stamford Bridge wechseln – ein Schlag für die Nerazzurri, die sich in den vergangenen Jahren mehrfach von scheinbar sicheren Transfers überrumpelt sahen. Aus Mailänder Sicht wiederholt sich ein Muster: Schon bei Bremer und Lookman hatten verbale Zusagen nicht gehalten.
In London ist Palestra der erste Baustein einer umfassenden Defensiv-Renovierung unter dem neuen Trainer Xabi Alonso. Der Abgang von Marc Cucurella zu Real Madrid für knapp 52 Millionen Pfund schafft Raum und Geld. Gleichzeitig denkt Rechtsverteidiger Malo Gusto über seine Zukunft nach; Manchester City zeigt Interesse, doch Chelsea fordert mehr als 75 Millionen Pfund. Auch die Innenverteidiger Trevoh Chalobah, Tosin Adarabioyo und Wesley Fofana könnten den Klub verlassen. Als Ersatz ist Maxence Lacroix von Crystal Palace im Gespräch, der mit der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft weilt. Die Blues benötigen zudem Einnahmen, um die Transferbilanz auszugleichen – ein Verkauf von Enzo Fernández für kolportierte 120 Millionen Pfund an Real Madrid würde helfen.
In Madrid heizt derweil Neuzugang Cucurella die Spekulationen an. Der Spanier erklärte, Fernández habe ihm zum Wechsel gratuliert, und er hoffe auf eine baldige Wiedervereinigung im weißen Trikot. Real Madrid, das nach einer enttäuschenden Saison unter José Mourinho einen Umbruch plant, hat den argentinischen Weltmeister ganz oben auf der Liste. Doch Chelsea pokert hoch, und die Königlichen müssen tief in die Tasche greifen.
Auch andernorts sorgt der Transfersommer für Bewegung. Tottenham Hotspur scheiterte mit einem 80-Millionen-Pfund-Angebot für Sandro Tonali, da Newcastle United den Italiener nicht ziehen lässt. Nun richten die Spurs ihr Augenmerk auf Mateus Fernandes von West Ham United, der ebenfalls mit rund 80 Millionen Pfund taxiert wird. In Istanbul empfahl Victor Osimhen seinem Klub Galatasaray den nigerianischen Stürmer Tolu Arokodare als Backup, nachdem Mauro Icardi vor dem Absprung steht. Und Inter Mailand, von Palestra ausgebremst, visiert nun gemeinsam mit Napoli den Brasilianer Dodo vom AC Florenz an – ein Schnäppchen im Vergleich, denn sein Vertrag läuft 2027 aus.
Die Kettenreaktion zeigt, wie ein einziger geplatzter Transfer das Gefüge des europäischen Marktes verschiebt. Während Chelsea weiter an der Defensive bastelt, bleibt die Zukunft von Leistungsträgern wie Gusto und Fernández ungewiss. Die kommenden Verhandlungen um Lacroix und die Entscheidung des Franzosen könnten den nächsten Dominostein ins Rollen bringen.
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